CD-Review: Eskimo Callboy - MMXX - Hypa Hypa Edition (EP)

Besetzung

Nico Sallach – Gesang
Kevin Ratajczak – Gesang, Keyboard
Daniel Haniß – Gitarre
Pascal Schillo – Gitarre
Daniel Klossek – Bass
David Friedrich – Schlagzeug

Tracklist

01. Hypa Hypa
02. Hate/Love
03. MC Thunder II (Dancing Like A Ninja)
04. Monsieur Moustache
05. Dramaqueen
06. Prism (feat. Tobias Rauscher)
07. Hypa Hypa (Saltatio Mortis)
08. Hypa Hypa (The BossHoss)
09. Hypa Hypa (257ers)
10. Hypa Hypa (Sasha)
11. Hypa Hypa (Gestört aber GeiL-Remix)
12. Hypa Hypa (We Butter The Bread With Butter)
13. Hypa Hypa (Axel One)


Spricht man über an den Sommerhit 2020, gibt es wie jedes Jahr ganz verschiedene Antworten. Laut dem Marktforschungsinsitut GfK ist der offizielle Sommerhit (ja, das gibt es tatsächlich!) „Savage Love“ von Jawsh 685 & Jason Derulo. Andere würden mit „Blinding Lights“ von The Weeknd wohl den weltweit erfolgreichsten Song des Jahres nennen. Möglicherweise steigen auch alte Sommerhithasen wie die Black Eyed Peas mit „Mamacita“ oder Robin Schulz mit „Alane“ ins Rennen ein. Der gemeine Metaller ist bei dieser Auswahl naturgemäß außen vor, daher fallen hier ganz andere Namen. Viele davon dürften diesmal wohl „Hypa Hypa“ von ESKIMO CALLBOY als ihren persönlichen Sommerhit auswählen.

Nachdem der bisherige Sänger Sebastian Biesler ausstieg und sein neues Projekt Ghostkid gründete, wurde Nico Sallach (ex-To The Rats And Wolves) im Juni vergangenen Jahres als sein Nachfolger vorgestellt. Die Metalcore-Combo hat sich zwar in den vergangenen zehn Jahren ihres Bestehens bereits den Status als eine der erfolgreichsten Bands ihres Genres in Deutschland und auch international erarbeitet, aber zwei Wochen nach Nicos Vorstellung konnten ESKIMO CALLBOY dem Hype-Train so richtig Zunder geben: „Hypa Hypa“ wurde schnell zum größten Erfolg der Bandgeschichte. Die Mischung aus Metalcore, Trancecore, Discopersiflage und Humor hat bei vielen Hörern zur richtigen Zeit genau den richtigen Nerv getroffen. Dazu kommt das großartige Musikvideo, das mit seinen Kostümen, Grimassen und der ganzen Inszenierung erst ungläubig staunen lässt und dann wahnsinnigen Spaß macht. Mit „Hypa Hypa“ haben die Jungs aus Castrop-Brauxel einen meisterhaften Schachzug gespielt, der voll aufgegangen ist. Wohl nicht wenige haben „Hypa Hypa“ im Sommer 2020 auf ihren Corona-Ersatz-Festivals zuhause voll aufgedreht und in reduzierter, bierseliger Gesellschaft die Dancemoves nachgeahmt.

Die ursprüngliche EP „MMXX“ aus dem Jahr 2020 enthielt neben „Hypa Hypa“ noch die beiden neuen Tracks „Hate/Love“ und „MC Thunder II“. Während letzterer ähnlichen Quatsch bietet und mit J-Pop-Elementen spielt, ist „Hate/Love“ etwas ernster. Hier kann Nico zeigen, dass er ein guter Sänger ist und die Qualität der Band damit noch ein Stückchen anhebt. Seine eigene Qualität zeigt er auch und vor allem bei der akustischen Neuinterpretation von „Prism“, die ihm letztendlich den Posten als neuer Sänger beschert hat.

Das Highlight dieser EP-Neuauflage namens „MMXX – Hypa Hypa Edition“ sind allerdings die sieben neuen Tracks, allesamt Coverversionen von „Hypa Hypa“ von deutschen Musikerkollegen. Saltatio Mortis liefern eine Mittelalter-Rock-Version inklusive Dudelsack, Sasha steuert eine locker-flockige Pop-Version bei und The Boss Hoss drücken dem Song ihren typischen Country-Stempel auf. Rap (257ers) ist genau so vertreten wie eine gefühlvolle, klassisch anmutende Version (Axel One) und ein Dance-/House-Remix (Gestört aber GeiL). Um den Song noch weiter zu überdrehen, haben We Butter The Bread With Butter ihre Interpretation mit fiesen Screams, Blastbeats und Breakdowns angereichert.

Sieben neue „Hypa Hypa“-Versionen werden hier also geboten, auf ihre Weise machen alle davon Spaß und sind von den Interpreten gut umgesetzt. Es ist einfach wunderbar, wie wandelbar dieser Quatsch ist und wie er immer wieder auf verschiedene Weisen ein Lächeln ins Gesicht, ein Nicken in den Nacken und ein Zucken ins Tanzbein zaubern kann. Dazu gibt es zu fast jeder der Coverversionen wieder ein Musikvideo, jedes davon erneut herrlich blöd und unterhaltsam. „MMXX – Hypa Hypa Edition“ ist ein schöner und lohnenswerter Release für alle, die Spaß an „Hypa Hypa“ haben und diesen Song feiern. Dazu gehören neben alteingesessenen ESKIMO-CALLBOY-Fans nun wahrscheinlich noch einige Hörer mehr. Für den truen Metaller, der seine Musik gerne ausschließlich ernsthaft genießt, ist das nichts. Wer dieser großen Gaudi etwas abgewinnen und mit dem eh schon nicht ganz ernsten, technolastigen ESKIMO-CALLBOY-Metalcore klarkommt, für den ist diese EP um den inoffiziellen Metal-Corona-Sommerhit 2020 bestens geeignet.

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