CD-Review: Freitod - Regenjahre

Besetzung

G. Eisenlauer – Klargesang, Gitarre, Bass
R. Seyferth – Schreigesang, Schlagzeug

Tracklist

01. Regenjahre
02. Der Traumsturm
03. Neue Wege
04. Letztes Wort
05. Sterbenswart
06. Nichtssagend
07. WennAllesZerbricht


Zwei Jahre ist es her, dass FREITOD über Ván Records ihr Debütalbum „Nebel der Erinnerungen“ vorlegten – ein Album, das, handwerklich alles andere als schlecht gemacht, leider dennoch nicht wirklich zu überzeugen wusste – fehlte es hier doch sowohl an wirklich zwingenden Riffs als auch mitreißender Atmosphäre.

Nun folgt nur zwei Jahre später mit „Regenjahre“ das nächste Album der Nürnberger – und lässt sogleich große Fortschritte erkennen: Gleich der das Album einleitende Titeltrack weiß nach dem zugegebenermaßen ohne weiteren Kontext eher sinnfrei im Raum stehenden Sample „Wo gehst du hin?“ – „In den Regen.“ mit schöner, wenn auch recht simpler Melodieführung und einem treibenden Mainriff zu gefallen. Positiv fällt neben dem wirklich gelungenen Soundmix aus Transparenz und Bösartigkeit auch gleich auf, dass die erneut komplett auf deutsch gehaltenen Texte ausgereifter klingen als noch auf dem Debüt – einzig der mitunter arg kitschige Klargesang, welcher auf dem Album überraschend oft zum Einsatz kommt, dürfte die Geister wirklich scheiden – ganz klar: Geschmackssache.
Auch kompositorisch ist „Regenjahre“ deutlich elaborierter als noch das Debüt, so dass die Songs, die dieses Mal dem entsprechend auch um einiges länger ausfallen als ihre Vorgänger, durch Abwechslungsreichtum und Vielseitigkeit zu gefallen wissen. So erinnert „Sterbenswert“ beispielsweise in seinen Cleanpassagen hinsichtlich seiner Atmosphäre ein wenig an Alcest, während die bösen Passagen in „WennAllesZerbricht“ ein wenig an die Landsmänner von Thorngoth erinnern – ein recht breites Spektrum also, das man hier abdeckt.

„Regenjahre“ ist als Album eine deutlich rundere Sache als sein Vorgänger, und ist in eigentlich allen Belangen deutlich besser – das Songwriting wurde weiterentwickelt, die Texte wirken in sich stimmiger, und auch der Sound ist voller als noch auf dem Debüt. Mögen muss man „Regenjahre“ als Black Metaller zumindest der alten Schule deshalb jedoch noch lange nicht, ist doch gerade der für meinen Geschmack etwas zu oft eingesetzte Klargesang mitunter etwas arg kitschig. Dennoch ein Album, das zumindest verdient hat, dass sich Freunde melodischen Black Metals damit beschäftigen.

Bewertung: 7.5 / 10

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