Review Gun Barrel – Brace For Impact

  • Label: Massacre
  • Veröffentlicht: 2012
  • Spielart: Heavy Metal

Die Sache mit der Konstanz haben die Kölner GUN BARREL nur teilweise verinnerlicht. In schöner Regelmäßigkeit produzieren sie seit 2001 alle zwei bis drei Jahre ein Album; oder zumindest ein Livealbum wie „Live At The Kubana“ von 2010. Besetzungstechnisch aber können sie da nicht mithalten, so hört man beim fünften Album „Brace For Impact“ bereits den vierten Sänger. Der Dritte, Silver, war dabei sogar nur an eben erwähntem Livealbum zu beteiligt.

Geblieben aber ist die musikalische Ausrichtung: Nach wie vor regiert erdiger Heavy Metal der älteren Gangart, dazu kommt eine ordentliche Portion rotziger Rock’n’Roll und ein leichter Sleaze-Rock-Einschlag. Die Songs für sich sind allesamt solide: Der Titeltrack „Brace For Impact“ drückt aufs Gas und ist ein feiner Nackenbrecher, mit „Start A Riot“ findet sich ein gemächlicher Rocker und gelungene Midtempo-Nummern wie „The Wild Hunt“ gibt es auch. Wirklich herausstechende und sich einbrennende Hits gibt es zwar nicht, aber wie gesagt, alles ist überaus solide und gut geschrieben. Nun, textlich braucht man keine Meisterleistungen erwarten, hier wird sich auf ausgetrampelten Pfaden bewegt, musikalisch aber ist alles im grünen Bereich. Sympathisanten von Sinner oder Saxon dürften sich mit „Brace For Impact“ schnell wohl fühlen.
Neusänger Patrick Sühl steht der Truppe dann auch gut zu Gesicht, vor allem, da er trotz seines halbhohen Gesangs noch eine gewisse Rauheit in der Stimme hat. Etwas mehr Druck wäre hier nicht schlecht, manchmal wirkt er im Vergleich zur mächtigen Produktion etwas dünn. Dennoch dürfte Helloween ziemlich neidisch auf die Refrains von „The Wild Hunt“ oder „Books Of Live“ sein, das würde denen auch bestens stehen.

Ob das nun eine positive oder negative Veränderung im Vergleich zu den Vorgängern ist, das mag ich nicht zu behaupten, dafür bin ich zu wenig mit der Band vertraut. Jedenfalls bestätigt „Brace For Impact“ meinen bisherigen Eindruck, dass man GUN BARREL halt schon gut hören kann, aber auch nichts verpasst, wenn man es nicht macht. Die Kölner würden aber wohl gut daran tun, das stampfende „Big Taboo“ als Single zu veröffentlichen, zumindest auf einschlägigen Sendern oder in entsprechenden Sendungen würden sie damit sicher ordentlich Spielzeit bekommen.

Wertung: 6 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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