Review Heart Of A Coward – Deliverance

HEART OF A COWARD gelten als eine der spannendsten Bands aus dem Dunstkreis von Metalcore, Djent und Progessive Metal, da das Quintett um Sänger Jamie Graham völlig losgelöst von geltenden Genre-Zuschreibungen musiziert und von all den genannten Spielarten das Beste nimmt und zu einem Brett von einem Album verwandelt. Bereits mit ihrem selbstveröffentlichten Debüt „Hope And Hindrance“ sowie dessen Nachfolger „Severance“, welches mit der Rückendeckung von Century Media in die Läden kam, gelangen HEART OF A COWARD Achtungserfolge, die in Shows mit Machine Head, Suicide Silence und Thy Art Is Murder mündeten. Nun folgt der dritte Streich der Modern Metaller, „Deliverance“, der nicht nur dem hohen Standard der Vorgänger gerecht werden muss, sondern auch den Fluch des schwierigen dritten Albums brechen muss.

Und bereits mit dem Ende des Openers „Hollow“ ist zu erahnen, dass das den Briten spielend leicht gelingt. Dynamisch, melodisch, leicht ins Ohr gehend und doch brachial aus den Boxen schellend, verbindet der Track alles, wofür HEART OF A COWARD stehen: Tiefenlastiges Riffing, eingängiger Refrain, verspielte Leads, treibende Drums. Und genau davon bietet „Deliverance“ insgesamt zehn Tracks, von denen keiner dem anderen in puncto Qualität nachsteht. Sei es das sehr Meshuggah-ähnliche „Anti-Life“, welches mit einem überraschenden Spannungsbogen aufwarten kann, oder das für HEART-OF-A-COWARD-Verhältnisse sanfte „Mouth Of Madness“, welches Grahams Können von zerbrechlichen Klargesang bis schnaubenden Shouting demonstriert, die fünf Herren beweisen, dass Modern Metal mehr als nur eine Modeerscheinung, nämlich ernstzunehmende gute Musik, ist.

Wo die Kreativität von Lokalmatadoren wie Parkway Drive oder Debütanten wie Wovenwar endet, fängt jene von HEART OF A COWARD gerade erstmal an: Mit einem Gespür für eingehende, aber nicht poppig-anbiedernde Melodien sowie einem Verbund von preschenden Tracks und beinah schon ruhigen Songs wie „Skeletal II – Arise“ zeigen die Engländer auf „Deliverance“ eine kaum begrenzte Spannbreite an atmosphärischen wie technischen Stücken. Headbanging und Gänsehaut auf einem Album, Periphery trifft Deftones und Killswitch Engage auf Devin Townsend – sehr gut!

Wertung: 8 / 10

Publiziert am von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.