CD-Review: Horisont - Time Warriors

Besetzung

Axel – Gesang
Charles – Gitarre
Kristofer – Gitarre
Magnus – Bass
Pontus – Schlagzeug

Tracklist

01. Writing On The Wall
02. Diamonds In Orbit
03. Ain’t No Turning Back
04. Backstreet
05. Vänd Tillbaka
06. She Cried Wolf
07. Brother
08. Dodsdans
09. Eyes Of The Father
10. All Must Come To An End, Part I & II


In den letzten Jahren schwappte eine Retrowelle nach der anderen über die Rock- und Metalszene hinweg. Dies reichte vom klassischen Heavy Metal bis hin zum Thrash Metal und nun erfreut sich der Hard Rock der Siebziger Jahre über sein Revival. HORISONT aus Schweden gehören bereits seit einigen Jahren zur Speerspitze dieser Bewegung und „Time Warriors“ ist nun, innerhalb von knapp vier Jahren, bereits die dritte Veröffentlichung.

Wie immer wissen die fünf Mannen aus Göteborg dabei genau was sie tun und lassen sich gar nicht erst auf Experimente ein. Viel mehr schrauben HORISONT nur, hier und da, an ein paar kleinen Rädchen und kümmern sich um die Feinjustierung ihres 70er-Jahre-Sounds. Dabei ist die Bandbreite an Einflüssen sehr weit gefächert und erinnert unter anderem an Black Sabbath, egal ob Ozzy- oder Dio-Ära, Deep Purple, ein wenig Thin Lizzy und an die Gitarrenriffs der frühen Iron Maiden. Letzteres wird besonders bei „Diamonds In Orbit“ deutlich, welches in seinen Grundzügen stark an den Song „Wrathchild“ der eisernen Jungfrauen erinnert. Trotz aller Ähnlichkeiten sollte und darf man hier aber noch lange nicht von Plagiat reden, denn dafür sind HORISONT zu eigenwillig.
Geschuldet ist dies nicht zuletzt auch der Tatsache, dass die Truppe zwei Songs in ihrer Landessprache auf das Album gepackt hat. „Vänd Tillbaka“ und „Dodsdans“ stechen somit nicht nur auf „Time Warriors“ heraus, sondern heben sich damit auch deutlich von vielen weiteren Retro-Rock-Veröffentlichungen ab und tatsächlich hat diese Sprache noch mal einen anderen Charme als englischsprachige Songs.
Grundlegend bewegen sich alle Stücke auf recht hohem Niveau und besitzen ein flottes Tempo. Echte Ausflüge in ruhige Passagen sind rar gesät und so wirkt die Scheibe beim ersten Hören noch etwas anstrengend, obwohl die Spielzeit nur 34 Minuten beträgt. Nach zwei, drei weiteren Durchläufen hat man sich aber daran gewöhnt und wundert sich über anfänglichen Argwohn in Bezug auf die Geschwindigkeit. Ähnlich trifft dies auf den fast durchweg sehr hohen Gesang zu, sodass sich der runde Gesamteindruck nur langsam erschließt.
Kritikpunkte lassen sich so letztlich nur sehr spärlich finden, denn egal ob Gitarrensound, Gesang, Bass oder Drumming, alles passt bis ins letzte Detail und die Produktion klingt staubtrocken ohne unnötigen Schnickschnack. Wer also etwas kritisieren möchte, der muss entweder am Fehlen eines wirklich großen Highlights ansetzen oder evtl. doch am ein wenig zu gleichbleibenden Tempo. Eine gute ruhige Nummer im Verlaufe von „Time Warriors“ hätte sicherlich beide Probleme lösen können.

Abschließend kann man sagen, HORISONT schaffen es mit ihrem Sound Väter und Söhne im Musikgeschmack zu vereinen und lassen dabei die Konkurrenz aus dem eigenen Land weit hinter sich, da sie nicht stagnieren, sondern feinjustieren.

Bewertung: 8 / 10

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