CD-Review: Human Fortress - Thieves Of The Night

Besetzung

Gus Monsanto - Gesang
Todd Wolf - Gitarre
Volker Trost - Gitarre
Andre Hort - Bass
Apostolos Zaios - Schlagzeug

Tracklist

01. Amberstow
02. Last Prayer To The Lord
03. Rise Or Fall
04. Thieves Of The Night
05. Thrice Blessed
06. Hellrider
07. Just A Graze
08. Vicious Circle
09. Smite On The Anvil
10. Dungeons Of Doom
11. Gift Of Prophecy
12. Alone


Frischer Wind aus dem Norden: Die Hannoveraner HUMAN FORTRESS holen erneut zum Schlag aus. „Thieves Of The Night“ nennt sich der neue und fünfte Silberling des deutschen Power-Metal-Quintetts und gibt dem Hörer mit 54 Minuten Laufzeit so einiges auf die Ohren.

Bevor es an die Musik geht: Großes Lob an den Verantwortlichen für das Cover, denn solch ein Artwork verdient einfach eine besondere Betonung. Stimmig und atmosphärisch, tolle Farbwahl, nicht kitschig-bunt, sondern eindrucksvoll. Sehr schöne Sache und so wird schon im Vorfeld einiges an Sympathie für und auch eine gewisse Erwartungshaltung an die Musik erweckt. also dann: In medias res.
Die zwölf Nummern bieten nicht mehr und nicht weniger als melodischen Power Metal aus dem Lehrbuch. Entsprechend sind packende Riffs, anmutige, stellenweise leicht folkig angehauchte Melodien und Refrains, die sich in den Gehörgängen festsetzen, hier an der Tages- beziehungsweise Songordnung. Dabei geben sich flotte Kracher („Amberstow“) und gemäßigtere Songs („Dungeons Of Doom“) die Klinke in die Hand, die typische, einfühlsame Ballade am Ende des Albums ist durch „Alone“ vertreten. Die Trademarks sind also wiederzuerkennen, HUMAN FORTRESS erfinden das Rad nicht neu, aber das tut der Sache keinen Abbruch. Denn was sie machen, das machen sie sehr gut. Für den Mann an den Vocals, den Brasilianer Gus Monsanto, ist es erst die zweite Runde, sein Einstand in die Band erfolgte mit dem 2013er Vorgänger „Raided Land“. Monsanto hat sich offenbar aber schon gut eingelebt und liefert eine nicht unbedingt herausstechende, aber sehr überzeugende Gesangsleistung ab, welche zur Musik passt und den Songs zusätzliches Leben einhaucht. Dass HUMAN FORTRESS es schaffen, während der doch recht großzügigen Laufzeit so gut wie nie Langeweile aufkommen zu lassen, ist indes bemerkenswert. Die einzige, kurze Flaute stellt sich beim insgesamt wirklich gelungenen, aber einen Tick zu lang geratenen „Gift Of Prophecy“ ein, ansonsten schafft die Truppe es, den Hörer permanent an ihr neues Werk zu bannen.
Das Einzige, was man „Thieves Of The Night“ ankreiden kann: Es fehlt an richtigen Über-Songs. Die Stücke sind alle gut bis sehr gut, aber dennoch, nein, gerade deswegen würde man bei diesem Album auch ein paar Lieder mit Klassiker-Potenzial erwarten. Am ehesten in diese Richtung gehen wohl noch der Titelsong und „Amberstow“ (sehr starke Strophen!), die Hit-Tauglichkeit fehlt dennoch etwas. Doch das ist wirklich als Kritik auf hohem Niveau zu verstehen, denn bei vielen anderen Alben wäre es gar kein wirklich ansprechenswerter Aspekt, weil das Potenzial, solche Klassiker hervorzubringen, oftmals gar nicht erst gegeben ist.

Mit ihrem fünften Album „Thieves Of The Night“ gelingt HUMAN FORTRESS ein sehr gutes Power-Metal-Werk voller starker Songs, denen aber noch das große Hit-Potenzial fehlt. Das ist gemessen an der hohen Qualität schon etwas schade, ändert aber nichts daran, dass hier ein Album vorliegt, das von Anfang bis Ende mitreißend ist und welches man sicher öfter auflegen wird.

Bewertung: 8 / 10

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