CD-Review: Impaled Nazarene - Tol Cormpt Norz Norz Norz

Besetzung

Mika Luttinen - Gesang
Jarno Antilla - Gitarre
Taneli Jarva - Bass
Kimmo Luttinen - Gitarre, Schlagzeug

Tracklist

01. Apolokia
02. I Al Purg Vompo
03. My Blessing (the Beginning of the End)
04. Opolakia II : Aikolopa 666
05. In the Name of Satan
06. Impure Orgies
07. Goat Perversion
08. The Forest (the Darkness)
09. Mortification/Blood Red Razor Blade
10. The God (Symmetry of Penis)
11. Condemned to Hell
12. The Dog (Art of Vagina)
13. The Crucified
14. Apolikia III : Agony
15. Body-mind-soul
16. Hoath : Darbs Lucifero
17. Apolokia Finale XXVII A.S.
18. Damnation (Raping the Angels)


IMPALED NAZARENE haben zweifellos einen hohen Bekanntheitsgrad, doch ist dieser im Prinzip zu niedrig, wenn man „Tol Cormpt Norz Norz Norz“ als Referenzwerk heranzieht. 1993, das Jahr, indem dieses Album erschien, war aus schwarzmetallischer Sicht ein äußerst fruchtbares Jahr. Was kam nicht alles heraus? Immortal, Marduk und Darkthrone, um nur einige der Bekanntesten zu nennen, haben in diesem Jahr Meisterwerke veröffentlicht! Doch 1993 sollte auch aus Finnland etwas Mächtiges kommen. Das Quartett um Sänger Mika Luttinen brachte hier ihr bestes Album heraus, welches sie danach kaum mehr zu erreichen vermochten, was sehr schade ist, wenn man sich „Tol Cormpt Norz Norz Norz“ einmal anhört. Vielleicht noch ein Kuriosum am Rande: 18 Tracks sind im Beiblatt aufgeführt, nur 17 wirklich enthalten. Wie das zustande kommt, das lässt sich der Heimseite der Finnen leicht entnehmen: „I Al Purg Vompo“ und „My Blessing (The Beginning Of The End)“ sind schlicht zusammengefasst worden. Haben die Finnen leider erst im Nachhinein gemerkt, aber das hat ja auch wieder irgendwie was.

Das Cover zeigt, ja, was zeigt es eigentlich? So ganz genau lässt sich das nicht sagen, das links ist auf jeden Fall kein riesiges Wiesel, sondern eine dickbäuchige Frau (eine kleine Anspielung). Es sieht nach einem Ritual aus, durchgeführt von einem unfreundlich dreinblickendem Etwas.Die Lieder sind fast alle verdammt kurz, weshalb man nur auf knapp eine halbe Stunde Spielzeit kommt. Großartig unterscheiden sich die Lieder nicht voneinander, eine tiefgängige Atmosphäre im Stile irgendwelcher anderen großen BM-Scheiben kommt auch nicht auf. Das klingt bis hierhin nicht nach einer grandiosen Platte, wird man sich nun denken, doch das war es schon an eventueller Kritik.Die Stücke werden geradezu heruntergeknüppelt, das Drumming ist wirklich absolut klasse. Nicht zu dominant, aber so stark, dass man es ständig im Kopf hat. Verwoben mit guten Gitarrenmelodien und dem rohen und krächzenden Gesang von Mika macht das Hören einfach nur Freude. Ganz besonders interessant sind auch die Zwischenstücke zwischen den einzelnen Songs und zwar in Form von Tiergeschrei oder Gestöhne wie in „Impure Orgies“. Auch das rechtfertigt noch kein Herausstellen eines Album, darum kommen wir nun langsam aber sicher zu dem, was „Tol Cormpt Norz Norz Norz“ von IMPALED NAZARENE so brilliant macht. Die Mischung macht es, rasender Black Metal gepaart mit allen möglichen Klischees macht es. Wenn der finnische Vierer etwas über Satan spielt, man nimmt es ihnen hier ab. Die leichte geistesgestörte Attitüde steuert dazu bei, sie ist das entscheidene Etwas.

IMPALED NAZARENE schaffen genau das, was viele andere Bands erreichen wollen und wollten. Es braucht hier keine blasphemischen Bilder im Booklet, die Musik impliziert diese. Ich erwähnte ja die nicht allzu großen Klangunterschiede zwischen den Tracks, doch dieser Kritikpunkt verfällt, da die Stücke auch nach x-maligem Hören nicht an Spannung abbauen, man ist immer geneigt, mitzugehen. Das liegt sicherlich auch daran, dass das Werk keine kompositorische Meisterleistung ist, man also verhältnismäßig leicht Zugang findet. Man kann es nicht allzu oft sagen, aber die Gefühle Hass und Wut wurden hier definitiv mehr als adäquat ausgedrückt.
Allzusehr kann man „Tol Cormpt Norz Norz Norz“ nicht beschreiben, jedoch ist die Abgedrehtheit der Finnen allgegenwärtig und jene verleiht dem Album den ganz besonderen Hauch Klasse. Schlussendlich kann ich nur noch sagen, dass das Album ein Erlebnis ist und definitiv in die Reihe der besten Scheiben des Jahres 1993 im Black Metal gehört.

Bewertung: 8.5 / 10

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