CD-Review: Impaled Nazarene - Pro Patria Finlandia

Besetzung

Slutifer - Gesang
Onraj 9mm - Gitarre
Tuomio - Gitarre
Arc V 666 - Bass
Repe Misanthrope - Schlagzeug

Tracklist

01. Weapons to Tame A Land
02. Something Sinister
03. Goat Sodomy
04. Neighbourcide
05. One Dead Nation Under Dead God
06. For Those Who Have Fallen
07. Leucorrhea
08. Kut
09. This Castrated World
10. Psykosis
11. Contempt
12. I Wage War
13. Cancer
14. Hate-Despise-Arrogance


IMPALED NAZARENE sind wieder da! Der Titel „Pro Patria Finlandia“ mutet patriotisch an, das Cover ebenso. Doch davon ist in den Liedern nichts zu hören, also wirklich alles beim Alten geblieben. Die letzten Werke der Finnen waren ja bescheiden, an ihre wirklichen Höhepunkte konnten sie nichtmehr anknüpfen. Also frug ich mich, was diesmal sein wird. Tja, IMPALED NAZARENE sind wieder da und zwar genau so wie man sie in Erinnerung hatte. Somit ist kein wirklicher Aufschwung zu verzeichnen.

Die fünf Herren dreschen von Beginn an drauf los, das wird auch die ganze Zeit über so bleiben. Da ist es nur logisch, dass alle 14 Stücke die Länge von 3 ½ Minuten nicht übersteigen, denn dann wäre „Pro Patria Finlandia“ schlicht zu langweilig geworden. Eintönig ist die Scheibe nämlich auch so schon und das, obwohl die Tracks jeweils für sich genommen durchaus gelungen sind. Druckvolles Drumming, das gewohnte Krächzen von Slutifer garniert mit einprägsamen Refrains. Hinzu kommen natürlich noch stellenweise famose Riffs. So einfach kann man vermeintlich gute Musik kreiieren. Das stimmt leider nicht so ganz.
Zum einen sind sehr einprägsame und oft verwendete Refrains meist ein zweischneidiges Schwert. Sie können gefallen aber auch belanglos wirken, da die zu häufige Verwendung des Refrains schnell langweilig wird. So geschehen in „One dead Nation under dead God“. Ein gutes Gegenbeispiel wiederum findet sich direkt im nachfolgenden Lied „For those who have fallen“. Hier wird der Refrain nicht allzu häufig eingesetzt, was direkt besser herüberkommt. Zumal es durchaus sinnvoll war, den Refrain mit mehren Leuten zu singen, das wirkt auf der gesamten Platte gut, da der Refrain somit imposanter erscheint. Ebenso gehen die potentiell schwächeren Lieder auf dem Album gnadenlos unter, da es vorkommt, dass Songs gleich klingen. So wird man sich nach dem ersten Durchlauf an kein Lied wirklich erinnern können, sie ähneln sich in ihrem Aufbau teils zu stark. Natürlich werden sich einige davon von Durchgang zu Durchgang doch im Kopf des Hörers festsetzen können. Die restlichen Stücke bleiben aber ohne Konturen, ohne Gesicht. Genau das ist das Hauptproblem von „Pro Patria Finlandia“. Für sich genommen sind alle Stücke brauchbar, klingen wirklich ordentlich. In der Summe sieht das jedoch anders aus. Gute Tracks ergeben zusammen halt doch kein gutes Album.

Das schlägt sich natürlich auch in der Wertung nieder. Ich kann nicht sagen, dass IMPALED NAZARENE hier nichts Ordentliches abgeliefert haben, die Lieder wirken durchdacht, klingen alle brauchbar bis gut. Von daher kann ich „Pro Patria Finlandia“ wohl jedem empfehlen, der extremen Metal der Marke „Auf die Fresse“ schätzt. Liebhaber der alten Werke wie „Tol Cormpt Norz Norz Norz“ rate ich eher zu einem Probehören, vielleicht sagt es ja dem ein oder anderen doch zu. Allerdings dürften die Freunde der alten Alben sich wohl eh schon abgewendet haben.

Bewertung: 6 / 10

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