CD-Review: Krayenzeit - Tenebra

Besetzung

Markus Engel - Gesang, Cister, Rauschpfeife
Chris Zoschke - Gitarre
Alex Reichert - Gitarre, Cister, Laute
Joachim Lappel - Bass
Martin Daniel - Schlagzeug
Jessi Kondermann - Drehleier, Flöten
Meike Katrin Stein - Geige

Tracklist

01. Intro - De Profundis
02. Tenebra
03. Ruf der Lamia
04. Noli Timere Messorem
05. Narrenschiff
06. 2000 Jahre Einsamkeit
07. Ein Tänzchen (mit Strick-Jig)
08. Fegefeuer
09. Niemandsrose
10. Chimaera
11. In Vino Veritas
12. Fiat Lux
13. Alles von mir


Der Mittelalter-Rock ist zurück! Einst durch In Extremo etabliert und bekannt gemacht, mittlerweile durch eine Fülle namhafter Bands wie Saltatio Mortis, Schandmaul, Tanzwut oder Ingrimm vertreten, verschreiben sich auch KRAYENZEIT diesem Stil. Mit „Tenebra“ veröffentlichen die Stuttgarter Spielleute, nur ein Jahr nach dem Debüt „Auf dunklen Schwingen“, ihr zweites Studioalbum.

Der geneigte Fan mittelalterlicher Klänge, die mit rockigem Sound gepaart werden, weiß in etwa, was auf ihn zukommt, und dürfte sich bei „Tenebra“ vom Titelsong an heimisch fühlen. Das siebenköpfige Ensemble zelebriert einen Klang, auf dem vielseitige Mittelalter-Melodien und Metal-Elemente gleichberechtigt nebeneinanderstehen und eine angenehm zu hörende Mixtur ergeben. Neu ist das vielleicht nicht, muss es aber auch nicht, um gut zu klingen. Deutlich hörbar ist, dass die Band beim Songwriting stets um eingängige Refrains bemüht war, welche in den meisten Fällen auch gelungen sind, sodass die meisten Lieder schon beim ersten Hördurchgang eine hohe Zugänglichkeit offenbaren. Generell bieten KRAYENZEIT auf ihrer zweiten Langrille durchgehend gute Unterhaltung, die selten Leerlauf aufkommen lässt. Das ist bei abzüglich des Intros zwölf Songs eine beachtliche Leistung – obgleich die Hitdichte in der ersten Hälfte des Albums mit Krachern wie „Ruf der Lamia“ oder „Ein Tänzchen (mit Strick-Jig)“ etwas höher erscheint.
Neben launigen Party-Nummern wie „Tenebra“ oder „Fegefeuer“, welches jedoch durch seinen kurzen, aber oft wiederholten Chorus mit der Zeit etwas aufdringlich wirkt, lassen KRAYENZEIT auffallend viel Raum für ruhige Momente. Unbedingtes Highlight in dieser Hinsicht ist „2000 Jahre Einsamkeit“, welches nicht nur einen der stärksten, markantesten Refrains der Platte bietet, sondern auch textlich sehr interessant angelegt ist und eine innovative Form von Religions- beziehungsweise Gotteskritik darbietet. Doch auch die abschließende Ballade „Alles von mir“ weiß den Hörer durch den gefühlvollen Vortrag des Sängers Markus Engel, der generell eine gute Leistung abliefert, in ihren Bann zu ziehen und das Album sanft und einfühlsam ausklingen zu lassen.

Somit gelingt KRAYENZEIT mit ihrem Zweitwerk „Tenebra“ ein für Genrefans in jeder Hinsicht empfehlenswertes Album, das in erster Linie durch gelungene mittelalterliche Melodien und mitreißende, abwechslungsreiche Songs zu gefallen und größtenteils zu unterhalten weiß.

Bewertung: 8 / 10

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