CD-Review: Limp Bizkit - Three Dollar Bill, Yall $

Besetzung

Fred Durst – Gesang
Wes Borland – Gitarre
Sam Rivers – Bass
John Otto – Schlagzeug
DJ Lethal – Mischpult

Tracklist

01. Intro
02. Pollution
03. Counterfeit
04. Stuck
05. Nobody Loves Me
06. Sour
07. Stalemate
08. Clunk
09. Faith
10. Stinkfinger
11. Indigo Flow
12. Leech (Demo Version)
13. Everything


Wir schreiben das Jahr 1997. Dank den New Metal-Großverdienern von Korn (und den Tätowierkünsten von Frontmann Fred Durst) kam diese damals kleine und unbedeutende Band aus Jacksonville zu ihrer Chance eine Platte aufzunehmen. Der Produzent war dabei kein geringerer als Spezi Ross Robinson, der dem Silberling auch sehr deutlich seinen Stempel aufdrückte. Laut, roh, ungeschliffen, aggressiv, wild, abgedreht, krank – so lautet die Marschroute.

Beginnen tut das Werk mit einem verrauschten Keyboard-Intro, welches auch gleich in das erste Brett names „Pollution“ übergeht. Von nun an ziehen sich durch das gesamte Album verzerrte Gitarren-Wände von Borland, Dursts rauer aber sehr markanter Sprechgesang gepaart mit exzessiven Schrei-Attacken, gute Rhythmen von Otto und Rivers sowie DJ Lethals (Ex-House Of Pain) futuristische Effektorgien.

Trotz der vielen Arschtrittsongs geht dabei jedoch nicht die Abwechslung verloren. Mal rockt der Fünfer wie im Opener von Beginn an ordentlich los, anderswo steigert sich das Quintett erst langsam hinein. Dann schlägt man wieder etwas ruhigere Töne an („Sour“) oder grüßt Hip Hop-typisch die Wegbereiter („Indigo Flow“). Dem unkontrollierten Wutausbruch namens „Leech“ folgt dann das George Michael Cover „Faith“, ideal für jede Party. Den Abschluss bildet die entspannte Jam-Session „Everything“.

Richtiges Neuland betritt die Band zwar zu keinem Zeitpunkt, allerdings führen sie das weiter, was Bands wie Rage Against The Machine, Downset, Clawfinger, Korn, die Deftones und andere anfingen. Limp Bizkit kreiren ihren eigenen Stil, der sie aus der Menge der vielen belanglosen Crossover/New Metal Bands hervorhebt. Die Texte von Durst handeln dabei von sehr persönlichen Themen wie gescheiterten Beziehungen, Einsamkeit, Isolation, Selbstmitleid sowie von dem (scheinbar ernst gemeinten) christlichen Fanatismus Dursts bzw. der Band.

Nach mehr als einer Stunde ist diese durchweg sehr gute CD dann beendet. Die Langgrille besticht durch ein variationsreiches Spektrum und viel Auf-die-Fresse-Liedgut, das auch den Langzeittest ausreichend besteht. Es fehlen jedoch die wirklichen Innovationen für das Genre und Durst sollte das (sehr seltene) klare Singen lieber ganz lassen oder noch mal ordentlich üben, deshalb reicht es nicht zu einer höheren Wertung. Ansonsten können hier alle Genre-Fans beherzt zugreifen!

(Thomas)

Bewertung: 8.5 / 10

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