CD-Review: Lonewolf - Division Hades

Besetzung

Jens Börner - Gesang, Gitarre
Damien Capolongo - Gitarre
Rikki Mannhard- Bass
Bubu Brunner - Schlagzeug

Tracklist

01. The Last Goodbye
02. The Fallen Angel
03. Division Hades
04. Manilla Shark
05. Underground Warriors
06. To Hell And Back (InstruMetal)
07. Alive
08. Lackeys Of Fear
09. Silent Rage
10. Drowned In Black


Das französische Städtchen Grenoble ist eher beschaulich und gemeinhin für seine Schlösser und sonstigen Sehenswürdigkeiten bekannt. Der idyllischen Kulisse zum Trotz beheimatet der Ort in den Alpen mit LONEWOLF aber auch einen der traditionsreichsten Beiträge Frankreichs zum Heavy Metal. 1992 gegründet, ist die Truppe etwa so lange im Geschäft wie ihre Landsleute Last Prophecy, allerdings weitaus umtriebiger: In ihren knapp 30 Dienstjahren brachten es LONEWOLF auf stolze zehn Alben, wobei das neueste den Titel „Division Hades“ trägt und erst im vergangenen Herbst erschienen ist.

Genauso wie man ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen soll, ist die Qualität eines Albums nicht an seinem Cover festzumachen – und im Falle von „Division Hades“ auch nicht an den ersten zwei Minuten: Mit einem epischen, ruhigen Anfang haben LONEWOLF einen etwas unglücklichen Einstieg für ihr neuestes Album gewählt. Nicht etwa, weil sie das musikalisch nicht umsetzen könnten, aber doch weil die Nummer von einem Manowar-mäßigen Hörspielpart eingeleitet wird – obendrein auf Deutsch, was Joey DeMaios schlimmste Einfälle in Erinnerung ruft. Man sollte meinen, dass eine Band gerade im Opener gehörig mit ihren Pfunden wuchert, LONEWOLF benötigen diesmal jedoch ungewöhnlich viel Zeit, ehe sich „The Last Goodbye“ zu einem für die Truppe typischen, hymnischen Brecher im Fahrwasser von Running Wild entwickelt.

Ab diesem Moment ist dann klar, dass die Eckdaten auch auf „Division Hades“ die gleichen bleiben. LONEWOLF verstehen sich nach wie vor auf simple, eingängige True-Metal-Hymnen, wobei die Franzosen auch hier wieder ein hervorragendes Händchen für teutonisch geprägte Melodien à la Rock ’n‘ Rolf und mitreißende Refrains beweisen. Bandkopf Jens gibt selbst gerne zu, dass LONEWOLF stark von Running Wild inspiriert sind und so ist es kein Wunder, dass Nummern wie „Underground Warriors“ oder „Manilla Shark“ stark an die Hamburger in ihrer Hochphase erinnern, wobei vor allem letzteres auf angenehme Weise an deren zweites Album „Gates To Purgatory“ denken lässt – es gibt wahrhaftig schlechtere Vorbilder.

Es dürfte also offensichtlich sein, dass LONEWOLF auch mit „Division Hades“ kaum Gefahr laufen, dem Genre etwas Neues hinzuzufügen – wer in den letzten drei Jahrzehnten auch nur einen Song der Band gehört hat, dürfte das aber auch nicht erwartet haben. Stattdessen bietet die Mannschaft hier nicht zuletzt mit Songs wie dem Titeltrack und „Lackeys Of Fear“ erdigen, ehrlichen True Metal von der und für die Basis. Was der Truppe an Innovation fehlt, das macht sie dabei durch authentische Spielfreude wieder wett, die sich zu gleichen Teilen in ausgedehnten Instrumental- und Melodieparts sowie bockstarken Gitarrensoli bemerkbar macht.

Wer unbedingt etwas Neues sucht, der muss Prog hören. Bei LONEWOLF gab es schon immer nicht mehr, aber auch nicht weniger als bilderbuchmäßigen True Metal deutscher Prägung. Dieses Rezept setzen die Herren aus Grenoble auch auf „Division Hades“ wieder fehlerfrei um und bieten Fans traditioneller Härte genau das, was sie kennen und lieben. Weil Stormwarrior unlängst eine neue Platte veröffentlicht haben und keiner weiß, ob und wann Running Wild sich dazu wieder bemüßigt fühlen, kommen LONEWOLF mit „Division Hades“ genau zum richtigen Zeitpunkt. Übrigens kommt das Album inklusive einer satten Bonus-CD, auf der die Band neun Songs aus ihrer frühesten Frühphase neu eingespielt hat.

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Bewertung: 8 / 10

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