CD-Review: Mannheim Steamroller - A Fresh Aire Christmas

Besetzung

Ron Cooley - Gitarre, Bass
Chip Davis - Percussion
Roxanne Layton - Percussion, Holzbläser
Jackson Berkey - Keyboard
Bobby Jenkins - Oboe
Arnie Roth - Streichinstrumente
Chuck Penington - Dirigent

Tracklist

01. Hark! The Herald Trumpets Sing
02. Hark! The Herald Angels Sing
03. Veni Veni (O Come O Come Emmanuel)
04. The Holly And The Ivy
05. Little Drummer Boy
06. Still, Still, Still
07. Lo How A Rose E'er Blooming
08. In Dulci Jubilo
09. Greensleeves
10. Carol Of The Bells
11. Traditions Of Christmas
12. Cantique De Noël (O Holy Night)


(Progressive Rock / Symphonic Pop / Klassik / New Age) Vier Jahre nach dem erfolgreichen ersten Weihnachtsalbum „Christmas“ setzte Chip Davis diese Erfolgsgeschichte mit MANNHEIM STEAMROLLER fort. Für das zehnte Studioalbum „A Fresh Aire Christmas“ wurden die Fans nach ihren drei favorisierten Weihnachtssongs gefragt, aus dem Ergebnis dieser Abstimmung entstand schlussendlich die Titelauswahl. Jeder abstimmende Fan erhielt damals eine Kopie des Albums und einen kurzen Dankesbrief.

Seit dem ersten Release im Jahr 1988 ist das Album ein großer Erfolg und im Jahr 2004 wurde von der Recording Industry Association Of America bescheinigt, dass bereits über sechs Millionen Exemplare allein in den Vereinigten Staaten von Amerika ausgeliefert wurden. Damit überflügelte es den Vorgänger „Christmas“ und beschert „A Fresh Aire Christmas“ den sechsten Platz in der Liste der bestverkauften Weihnachtsalben von 1991 bis heute. Nach einem knapp eineinhalbminütigen und von Trompeten dominierten Intro startet die Songauswahl der Fans mit „Hark! The Herald Angels Sing“, das von Chip Davis sehr festlich und fröhlich arrangiert wurde, dabei aber auch Experimentierfreude und einigen Orchester-Bombast aufweist. Was als Neuerung im Klangbild geschaffen wurde, tritt bereits bei „Veni Veni (O Come O Come Emmanuel)“ zu Tage: Gregorianisch anmutende Chorgesänge liefern die Grundlage dieses ansonsten eher spärlich instrumentierten und getragenen Stücks. Auf Gesang trifft man auch später bei „Still, Still, Still“ nochmals, der dort allerdings von weiblichen Chorälen dominiert wird. Vom allseits bekannten Original ist durch diese Herangehensweise allerdings nur wenig Erkennbares übrig geblieben.

Insgesamt ist dieses Verändern von Feinheiten ein wichtiger Baustein, der den einzelnen Songs einen anderen Charakter verleiht. Beispielsweise wurde das taktgebende Schlagzeugspiel bei „Little Drummer Boy“ variiert und wirkt so noch marschierender, als es das 1941 geschriebene Stück ohnehin tut. „In Dulci Jubilo“ ist mit einer Ersterwähnung im Jahr 1328 nicht nur das älteste umgesetzte Weihnachtslied, sondern auch das wohl am ehesten an die bekannten Umsetzungen angelehnte. Mit „Greensleeves“ covert sich die Band quasi selbst, ist der Titel doch ein Neu-Arrangement von „Red Wine“, das bereits auf „Fresh Aire 4“ (1981) erklang. Die oftmals eingesetzten Bläser rücken hier etwas in den Hintergrund und überlassen den federführenden Melodieteil den Streichern. Zum Abschluss liefern MANNHEIM STEAMROLLER mit „Traditions Of Christmas“ noch eine Eigenkomposition, bevor das Album mit dem wohl bekanntesten klassischen Weihnachtssong „Cantique De Noël (O Holy Night)“, das 1847 vom Franzosen Adolphe Adam komponiert wurde, ausklingt.

Chip Davis hat den Weihnachtsalben von MANNHEIM STEAMROLLER mit „A Fresh Aire Christmas“ ein abwechslungsreiches Album hinzugefügt, das in diesem Kontext zu Recht eine der erfolgreichsten Veröffentlichungen des Musikprojektes darstellt. Neben besinnlich-ruhigen Titeln und getragenen Kompositionen stehen festlich-aufmunternde Songs, denen fast durchgängig ein neuer Anstrich verpasst wurde. Nicht zuletzt ist dieser Fakt dadurch begünstigt, dass sich der Multiinstrumentalist auf die Vorlieben seiner Anhänger besinnt hat und diesen in seiner ganz eigenen Art Gehör verschafft.

Bewertung: 8 / 10

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