CD-Review: Mannheim Steamroller - Christmas Extraordinaire

Besetzung

Ron Cooley - Gitarre, Bass, Laute
Chip Davis - Schlagzeug, Blockflöte
Jackson Berkey - Cembalo
Roxanne Layton - Blockflöte, Krummhorn
Bobby Jenkins - Oboe

Gastmusiker:
Johnny Mathis - Gesang (Track 11)
Arnie Roth - Violine (Track 6)

Tracklist

01. Hallelujah
02. White Christmas
03. Away In A Manger
04. Faeries
05. Do You Hear What I Hear?
06. The First Noel
07. Silver Bells
08. Fum, Fum, Fum
09. Some Children See Him
10. Winter Wonderland
11. O Tannenbaum
12. Auld Lang Syne


(Progressive Rock / Klassik / New Age) 2001 wurde mit „Christmas Extraordinaire“ das vierte weihnachtliche Studioalbum von MANNHEIM STEAMROLLER veröffentlicht. Vor allem in den USA konnte die Band um Chip Davis damit wieder große Erfolge feiern. So erhielt das Album 2004 dort eine dreifache Platin-Auszeichnung für drei Millionen verkaufte Einheiten und wurde 2014 auf Rang 14 der meistverkauften Weihnachtsalben der Vereinigten Staaten geführt. An ihrem Stil haben sie wenig verändert, fokussieren sich weitgehend auf klassische Weihnachtslieder und haben mit Johnny Mathis („O Tannenbaum“) einen namhaften Gastsänger gewinnen können.

Mit breiten Synthie-Flächen und 80er-Jahre-Sound beginnt der Opener „Hallelujah“, das aus Georg Friedrich Händels „Messias“-Oratorium entnommen worde. Festlich wird es durch die elektronisch imitierten Bläser, aber auch altertümliche Instrumente wie das Cembalo. Dennoch ein gewöhnungsbedürftiger Einstieg, der stark an Synthwave erinnert. Dass die Songs dabei weitgehend instrumental gehalten sind und die Instrumentierung etwas abgespeckt wurde, das fördert ihre oft weltbekannten Melodien stärker zutage und steht ihnen daher sogar ganz gut.

Hier seien beispielhaft das sehr andächtige „White Christmas“ oder das jazzige „Silver Bells“ genannt. Auffällig ist, dass diese eingesetzten Genres zwar im Grunde gleich geblieben sind, MANNHEIM STEAMROLLER aber den Fokus etwas verrückt haben. So sind die früher progressiv-rockigen Parts eher in den Hintergrund gerückt oder wurden gänzlich außen vor gelassen, dafür wurden Klassik, Ambient und New Age stärker in den Mittelpunkt der Musik gestellt. Trotz einer hochwertigen Produktion ist das schade, da aus der Mischung zwischen (Progressive) Rock und barocken Elementen auf früheren Releases eine spannende Stimmung entstand, die man hier oft vermisst.

In Teilen können „Faeries“ (angelehnt an Tschaikowskys „Tanz der Zuckerfee“) oder „Fum, Fum, Fum“ (ein traditionelles katalanisches Weihnachtslied) diesen Spirit wieder zurückholen. Das reicht aber nicht für eine große Aufwertung von „Christmas Extraordinaire“, denn mit dem schnarchigen „Do You Hear What I Hear?“, dem fast unkenntlich gemachten „The First Noel“ oder dem durch schräge Synthies verschandelten „Winter Wonderland“ haben einige in dieser Form überflüssige Titel ihren Weg auf das Album gefunden.

An einer Auswahl von Weihnachtsliedern scheitern MANNHEIM STEAMROLLER nicht und liefern komplett neue Interpretationen ab, die sich aber immer mehr vom rockigen Spirit ihrer frühen Weihnachtsreleases entfernen. So entstehen im Bezug auf die Komposition einige qualitative Schwankungen, die von spannenden Umsetzungen bis hin zu langweiligen und vernachlässigbaren Songs reichen. In ihrer bisherigen Weihnachtsdiskografie wirkt „Christmas Extraordinaire“ angesichts des Release-Jahres etwas angestaubt. Durch die seichten New-Age-/Ambient-Songs taugt es vielleicht noch als seichte Hintergrundbeschallung zur alljährlichen Bescherung.

Bewertung: 5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: