CD-Review: Mannheim Steamroller - Christmas

Besetzung

Ron Cooley - Gitarre
Eric Hansen - Bass
Louis F. "Chip" Davis, Jr. - Schlagzeug, Percussion
Ron Dabbs - Kamelglocken
Jackson Berkey - Piano, Cembalo, Synthesizer, Kamelglocken
Willis Ann Ross - Flöte
David "High D" Kappy - Waldhorn
Mary Walter - Harfe
Richard Lohmann - Geige
Richard Altenbach - Geige
Grace Granata - Geige
Deborah Fuller - Geige
Scott Shoemaker - Geige
Michelle Brill - Bratsche
Michael Strauss - Bratsche
Roxanne Adams - Bratsche
David Low - Cello
Kim Rockshaw - Cello
Greg Clinton - Cello
Wayne Anderson - Bassgeige
Bill Ritchie - Bassgeige

Tracklist

01. Deck The Halls
02. We Three Kings
03. Bring A Torch, Jeannette, Isabella
04. Coventry Carol
05. Good King Wenceslas
06. Christmas Sweet - Wassail, Wassail
07. Christmas Sweet - Carol Of The Birds
08. Christmas Sweet - I Saw Three Ships
09. Christmas Sweet - God Rest Ye Merry, Gentlemen
10. God Rest Ye Merry, Gentlemen
11. Stille Nacht


(Progressive Rock / Klassik / New Age) Eines der bestverkauften Weihnachtsalben der amerikanischen Musikgeschichte hört auf den schlichten Namen „Christmas“ und wurde im Jahr 1984 von MANNHEIM STEAMROLLER veröffentlicht. Nach fünf Alben der „Fresh Aire“-Reihe startete die Gruppe um Chip Davis mit ihrem sechsten Studiorelease eine Reihe von Weihnachtsveröffentlichungen, die bis heute dreizehn Studioalben, zwei Livealben und zwölf Compilations umfasst.

Wo liegt dieser massive Erfolg von sechs Millionen verkauften Exemplaren alleine in den Vereinigten Staaten und einer damit einhergehenden sechsfachen Platinauszeichnung? Im Grunde scheint diese Frage mit einem umfangreichen Musikeraufgebot von Schlagzeug, Gitarren, Synthesizer, Bass, einem Streichorchester und diversen anderen Instrumenten wie Flöte, Waldhorn oder Kamelglocken beantwortet. Ganz so einfach ist es aber doch nicht, denn viele Köche verderben auch öfter den sprichwörtlichen Brei und reine Instrumentalalben können leicht zu einem zweischneidigen Schwert werden. Ein wichtiger Faktor ist die Auswahl der gebotenen Musikstücke, die sich fast ausschließlich an englischen Weihnachtsklassikern bedienen.  Die ursprüngliche Entstehung dieser Kompositionen ist zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert anzusiedeln. „We Three Kings“ (John Hopkins 1857) und der Rausschmeißer „Stille Nacht“ (Franz Gruber 1818) bilden dabei zwei nennenswerte Ausnahmen. Was ist jetzt aber das Besondere an diesem 33-minütigen Release? Im Großen und Ganzen ist es die Mischung aus klassisch-altertümlicher Musik mit modernen elektronischen Elementen. Was heute, 31 Jahre später, als völlig normal erscheint und „Christmas“ in einem eher biederen Bild erscheinen lässt, war in der aufkommenden Zeit des Synthpops und frühen Technospielereien sicherlich eine willkommene Abwechslung.

Somit haben MANNHEIM STEAMROLLER, die sich übrigens nach einer deutschen Musiktechnik des 18. Jahrhunderts benannt haben, zur richtigen Zeit das passende Soundmaterial abgeliefert und damit einige weihnachtliche Klassiker für die scheinbare Ewigkeit verfasst. Höchst anspruchsvoll geht es dabei nicht zu Werke, was „Christmas“ zur passenden Untermalung für das wohlige Beisammensitzen oder den nächsten Weihnachtsmarktbesuch macht. Wenn es auch mittlerweile etwas verstaubt klingen mag, waren MANNHEIM STEAMROLLER eine sicherlich wichtige Formation für die Entstehung heutiger ausladender Musikproduktionen und Rockopern.

Bewertung: 7 / 10

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