CD-Review: Manowar - Warriors Of The World

Besetzung

Eric Adams - Gesang
Karl Logan - Gitarre
Joey DeMaio - Bass
Scott Columbus - Schlagzeug

Tracklist

01. Call To Arms
02. The Fight For Freedom
03. Nessun Dorma
04. Valhalla
05. Swords In The Wind
06. An American Trilogy
07. The March
08. Warriors Of The World United
09. Hand Of Doom
10. House Of Death
11. Fight Until We Die


Jungs, was habt ihr hier für einen Mist verzapft? „Warriors Of The World“ ist ein wirklich grausames Metal-Album. Gut, Manowar hatten lustige Auftritte bei Topsendungen wie „Alles Pocher“ bei VIVA, saßen bei Raabs TV Total auf der Couch und standen zwischen Britney Spears und N*Sync bei Top Of The Pops auf der Bühne. Eigentlich positiv, dass man mal ein wenig Metal im TV gesehen hat, aber das negative ist: Der Metal von Manowar anno 2002.

Über die Texte braucht man hier wohl kein Wort zu verlieren – Klischeebelanden wie eh und je präsentieren sich die stahlschwertschwingenden Krieger um Frontmann Joey DeMaio in lyrischer Hochform… oder auch nicht. Viel kann ich damit allerdings nicht anfangen.

Soweit wäre das geklärt, rein mit der CD. Der Opener „Call To Arms“ klingt eigentlich ganz ok, nur hört sich das ziemlich langweilig an. „Fight For Freedom“ ist dann schon der erste Totalausfall, der nahezu perfekt für ein Happy End eines Disneyfilms mit süßen Plüschhäschen gemacht scheint. Bei Track 3, „Nessun Dorma“ dürfte jeder Metaller nur verwundert den Kopf schütteln. Was ist das, eine Oper? Verdammt, dreieinhalb Minuten dieses schreckliche Schauspiel ertragen zu müssen ruft Freitodgedanken hervor.

„Swords In The Wind“ hört sich eigentlich sehr metallisch an – der stimmungsvolle Beginn lässt zumindest auf eine gut anhörbare Halbballade hoffen, aber ich kann mit diesen musikalischen Ergüssen wenig anfangen. Wer jetzt noch nicht auf dem Klo war und seinen Kotzgelüsten freien Lauf gelassen hat, dem wird spätestens bei „An American Trilogy“ das Essen der vergangenen zwei Wochen wieder hoch kommen. Mit den USA-Patriotismus-Balladen haben es die Herren dann doch zu weit getrieben. Das 4-minütige Bombast-Instrumental „The March“ ist zwar viel zu lang geraten und verringert den Brechreiz auch nicht, aber es gibt Hoffnung auf Besserung. „Warriors Of The World United“ läutet dann – ziemlich kraft-, saft- und lustlos – endlich metallische Klänge ein. Sogar ein ohrwurmiger Refrain ist hier zu finden, aber verglichen mit alten Manowarklassikern ist dies hier doch nur ein lahmer Abklatsch.

Wenn jetzt noch jemand die CD im Laufwerk hat: Herzlichen Glückwunsch! Das Grauen hat ein Ende. „Hand Of Doom“, „House Of Death“ und „Fight Until We Die“ sind drei erfrischend krachende Mid- bis Up-Tempo-Songs, hier kann man sich gar mal voll und ganz am Gesang erfreuen. Hier hüpft jedes Metaller-Herz vor Freude und Erleichterung im Kreis – Manowar können es doch noch, warum machen sie das dann nur bei 3 Tracks? Der Abschluss des Langeisens ist eine kleine Wiedergutmachung für die sehr gewagte Tracklist.

Das ändert aber nichts daran, dass ich „Warriors Of The World“ wirklich hasse, und bei den kommenden Hördurchgängen – falls sie denn jemals stattfinden sollten – mir höchstens die letzten 4 Tracks geben werde. Alle Daumen und großen Zehen nach unten für dieses Machwerk. Vielleicht will mir jetzt der ein oder andere Kollege den Kopf dafür abreißen, aber mit dieser Scheibe sind Manowar für mich gestorben.

Bewertung: 4 / 10

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