CD-Review: Mentalist - A Journey Into The Unknown

Besetzung

Rob Lundgren - Gesang
Peter Moog – Gitarre
Kai Stringer – Gitarre
Thomen Stauch – Schlagzeug

Gastmusiker:
Henning Basse – Hintergrundgesang
Mike LePond – Bass
Oliver Palotai – Keyboard

Tracklist

01. Horizon
02. A Journey Into The Unknown
03. Modern Philosophy
04. Evil Eye
05. An Ocean So Deep
06. Dentalist
07. Soldier Without A War
08. Torture King
09. Battle Dressed
10. Live Forever
11. Manchild


MENTALIST haben erst im August 2020 mit „Freedom Of Speech“ einen respektablen Einstand abgeliefert, nun steht nur zwölf Monate später mit „A Journey Into The Unknown“ auch schon das zweite Album in den Startlöchern. Durchaus ein hohes Arbeitstempo, das die erst 2018 gegründeten Saarländer hier vorlegen. Mit Schlagzeuger Thomen Stauch, den die meisten als Gründungsmitglied und langjährigen Drummer von Blind Guardian kennen, ist auch wahre Metal-Prominenz vertreten. Gitarrist Kai Stringer ist durch seine Beteiligung bei Starchild auch kein Unbekannter mehr und der Schwede Rob Lundgren ist als Sänger eine interessante Wahl: Auf YouTube liefert er regelmäßig gute Coverversionen bekannter Songs ab und hat sich mit über 200.000 Abonnenten inzwischen auch einen (kleinen) Namen gemacht. Bekanntere Namen finden sich unter den Gastmusikern: Kamelot-Keyboarder Oliver Palotai und Symphony-X-Bassist Mike LePond unterstützen die Band.

Für die optische Präsentation haben sich MENTALIST ebenfalls Prominenz ins Boot geholt: Das Bandmaskottchen, den Mentalisten, hat Thomas Ewerhard entworfen, der unter anderem für Coverartworks und Logos von Avantasia, Legion Of The Damned oder des Rock Harz sowie des Summer Breeze Festivals verantwortlich ist. Das Cover für „A Journey Into The Unknown“ zeichnete Andreas Marschall, unter anderem bekannt für mehrere Artworks für Blind Guardian, Hammerfall und Running Wild.

Wichtig ist aber vor allem, was musikalisch geboten wird, und da wissen MENTALIST genau, was sie können und wollen: traditionellen, melodischen Heavy und Power Metal mit Ausflügen in Speed-Metal-Gefilde inklusive NWOBHM-Anleihen. Hier dominieren vor allem die beiden Leadgitarren: Stringer und Moog zeigen enorm viel Spielfreude, schütteln Melodie um Melodie aus den Ärmeln und streuen immer wieder starke Soli ein. Stauch am Schlagzeug fügt sich wunderbar ins Bandgefüge ein, spielt wie von ihm gewohnt hochklassig, flexibel und anspruchsvoll und hebt die Songs somit weit über den Power-Metal-Durchschnitt. Lundgren verfügt bei seinem Gesang über einen breiten Stimmumfang, von mittleren bis ganz hohen Tönen reicht sein Repertoire und dabei weiß er fast immer zu überzeugen – nur wenn es mal schnell und hoch wird, kommt er etwas ins Stolpern, das fällt aber kaum ins Gewicht.

Klassisch und traditionell sind MENTALIST über die volle Stunde der Scheibe unterwegs, und das auf die beste Weise. Die Gefahr ist bei einer solchen musikalischen Orientierung immer, dass die Musik altbacken und angestaubt wirkt. Das ist hier aber mitnichten der Fall: „A Journey Into The Unknown“ wirkt mit seiner melodischen Version des Power Metal frisch und modern. Die großen Vorbilder hört man trotzdem heraus: Das schnelle „Dentalist“ könnte so auch auf einer neuen Helloween-CD landen, Gamma Ray oder Freedom Call klopfen des Öfteren an und zweistimmiges Iron-Maiden-Riffing bietet unter anderem das über achtminütige, fast schon progressive „Live Forever“. MENTALIST steht es auch sehr gut zu Gesicht, wenn sie wie bei „An Ocean So Deep“ mal etwas auf die Bremse drücken und eine langsamere Nummer mit melancholischen Klängen präsentieren. Zwischen Mid- und Uptempo bieten sie also einiges an Abwechslung und haben die Songs einfach auch gut geschrieben.

Eine prima harmonierende Band, gutes Songwriting, tolle Melodien ohne Ende, dazu ein starker Sound von Jacob Hansen, stimmiges Artwork – das alles macht „A Journey Into The Unknown“ zu einem klasse Melodic-Power-Metal-Album. Hier lohnen sich auf jeden Fall mehrere Durchläufe, da die Tracks dann noch mehr zünden und ihre Qualität erst richtig offenbaren. MENTALIST sorgen für eine positive Überraschung in einem zuletzt von vielen mittelmäßigen Bands überfluteten Genre. Wenn sowohl Qualität als auch Quantität der Veröffentlichungen so hoch bleiben, ist die Wartezeit auf neue Alben von Blind Guardian, Helloween oder Iron Maiden schon nicht mehr ganz so schlimm.

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Bewertung: 8.5 / 10

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