CD-Review: Moscow Death Brigade - Bad Accent Anthems

Besetzung

Vlad Boltcutter - Gesang
Ski Mask G - gesang
Ghettoblaster G-Ruff - Gesang, DJ

Tracklist

01. Out The Basement
02. Feed The Crocodiles
03. Bad Accent
04. Break The Mold
05. Sound Of Sirens
06. Megaphone
07. Whack-A-Mole
08. Shy Kidz 2020
09. Throw Ya Canz 2020
10. Dirty White Sneakers
11. Never Walk Alone


(Hip-Hop / Hardcore Punk / Elektro) Da sind sie wieder, die Erfinder des „Circle Pit Hip Hop“ – MOSCOW DEATH BRIGADE. Nach wie vor maskiert, mit dem Finger in den gesellschaftlichen Wunden und ohne sich selbst ganz ernst zu nehmen –  wie bereits der Titel ihrer dritten Platte „Bad Accent Anthems“ deutlich macht -, schicken sich die Russen an, Bühnen und Herzen zu erobern.

Dabei muss zunächst angemerkt werden, dass sich die Mitglieder von MOSCOW DEATH BRIGADE nicht nur aus Spaß an der Freude hinter Sturm- und Krokodilsmasken verstecken, sondern auch um ihre Identität zu schützen. Denn mit ihren sozial- und gesellschaftskritischen Texten spielt die Band in ihrer Heimat durchaus mit ihrer Freiheit.
MOSCOW DEATH BRIGADE bieten auch auf ihrem dritten Album einen wilden Stilmix, der sich immer hart an der Grenze zum Trash bewegt – mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. So wird auf „Bad Accent Anthems“ vornehmlich Hardcore und Hip Hop der Neunziger miteinander vermischt, wobei auch Elektro-Elemente nicht zu kurz kommen. Zusätzlich gib es immer wieder Einflüsse aus Drum and Bass (im Stile von Pendulums „In Silico“), trashigem Neunziger-EDM („Feed The Crocodiles“, „Never Walk Alone“), Trance und jeder Menge Punk-Attitüde.
Attitüde ist dabei auf „Bad Accent Anthems“ das absolute Stichwort: Hier wird Musik geboten, die zum Fühlen gemacht wurde. Hier soll nicht groß analysiert werden, hier soll die Eskalation gefördert werden. So kann man sich problemlos vorstellen, wie zu Songs wie „Out The Basement“, „Whack-A-Mole“ oder „Break The Mold“ Menschen in kleinen verschwitzten Clubs ausrasten.
Denn die Mischung aus rebellischer Haltung, roher Power, Testosteron, Aggression und Adrenalin sorgt sicher nicht für musikalische Finesse und innovatives Songwriting. Allerdings zwingen die Songs auf „Bad Accent Anthems“ einen zum Headbangen, Tanzen und Die-Faust-in-die-Luft-Recken – was will man mit ausgeschaltetem Hirn mehr? Exemplarisch zeigen sich die Stärken von MOSCOW DEATH BRIGADE dabei auf „Shy Kidz 2020“: ein simpler Song, punkige Attitüde, treibender Elektro-Beat und tighter Flow, wobei die Vocals immer wieder an Hardcore-Shouting erinnern – einfach aber effektiv.

Mit ihrem dritten Album bleiben MOSCOW DEATH BRIGADE sich treu und veröffentlichen erneut eine wilde Mischung aus Hardcore, Hip Hop und Elektro. Diese treibt ohne Ende, animiert zur Bewegung und macht schlicht und ergreifend Spaß. Dabei nimmt sich die Truppe auf „Bad Accent Anthems“ selbst nicht zu ernst und versprüht ganz nebenbei ein unheimlich sympathisches Osteuropa-Flair, das Fans dieses Teils der Erde zusätzliche Freude bereiten dürfte. Hirn aus, Musik an und dann wird eskaliert.

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Bewertung: 7.5 / 10

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