CD-Review: Nevermore - This Godless Endeavor

Besetzung

Warrel Dane – Gesang
Jeff Loomis – Gitarre
Steve Smyth - Gitarre
Jim Sheppard – Bass
Van Williams – Schlagzeug

Tracklist

01. Born
02. The Final Product
03. Acid Words
04. Bittersweet Feast
05. Sentient 6
06. Medicated Nation
07. The Holocaust Of Thought
08. Sell My Heart For Stories
09. Psalm Of Lydia
10. A Future Uncertain
11. This Godless Endeavor


Gut, dass Century Media wieder zu Vernunft gekommen sind. Es kann sich wohl kaum jemand erklären, warum vor zwei Jahren gerade NEVERMORE an der Budgetkürzung leiden mussten und auf Stammproduzent Andy Sneap verzichten mussten. Nun ist aber auch die „Enemies Of Reality“ von ihm neu abgemischt worden und nur wenige Wochen später steht mit „This Godless Endeavor“ bereits das neue Langeisen der Seattler bereit, diesmal gleich mit Sneap-Sound, der wie zu erwarten alles wegbläst und nicht den geringsten Makel aufweist. Ein derart druckvolles Schlagzeug wie hier findet man heutzutage nur noch selten. Was vor dem eigentlichen Hören noch zusätzlich Freude macht, ist das geniale Cover, das sehr an alte Sanctuary-Zeiten erinnert.

Kaum ist die Scheibe dann eingelegt, feuert „Born“ ohne Intro gleich mit einem Möderriff drauf los und lässt gleich noch ein paar weitere darauf folgen. Auf „This Godless Endeavor“ ist das doch recht häufig der Fall, nach dem vertrackteren Vorgänger geht man hier wieder etwas direkter und sehr rifflastig zu Werke, was wieder stark ans Meisterwerk „Dead Heart In A Dead World“ erinnert, natürlich mit einem großen Anteil „Enemies…“.
Über die Qualität der Musiker muss ich ja inzwischen wohl kaum mehr großartig viele Worte verlieren. Warrel Dane ist einer der weltbesten Sänger des Genres und Jeff Loomis einer der besten Gitarristen dieser Zeit. Einfach nur unglaublich, was der neben diesen Riffs noch für geniale melodische Leads und überragende Soli abliefert.

Hier einen Anspieltipp zu geben, ist alles andere als einfach und ich lass es auch, da alle elf Stücke absolute Geniestreiche sind. Was mir an NEVERMORE immer besonders gefällt, sind die ruhigeren und balladeske Töne anschlagenden Lieder. Mit dem siebenminütigen „Sentient 6“ und „Sell My Heart For Stories“ – der kleine Bruder vom „Heartcollector“ – haben NEVERMORE wieder zwei wehmütige Nummern geschaffen, die das meiste in diesem Bereich in den Schatten stellen. Auch der abschließende Titeltrack beginnt ruhig, entwickelt sich aber zu einem Lied, dass „Dead Heart…“ in nichts nachsteht.

Abschließend bleibt mir nicht viel zu sagen, außer „Meisterwerk“ oder „Anwärter auf das Album des Jahres“. Ich hatte komischerweise nicht so viel von NEVERMORE erwartet, folglich bin ich echt geplättet von dem Ergebnis. Dem bisherigen 2000er Glanzstück wird hier ein würdiger Konkurrent um das beste NEVERMORE-Album vorgesetzt. Wesentlich schlechter ist es definitiv nicht, welches der beiden Alben nun besser ist, mag ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht behaupten. Die Langzeigwirkung wird es zeigen. Alle Fans der Band müssen jedenfalls bedenkenlos zugreifen und sich einen weiteren zukünftigen Klassiker sichern.

Bewertung: 9 / 10

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