CD-Review: Powerwolf - Preachers Of The Night

Besetzung

01. Attila Dorn - Gesang
02. Matthew Greywolf - Gitarre
03. Charles Greywolf - Bass
04. Falk Maria Schlegel - Orgel
05. Roel van Helden - Schlagzeug

Tracklist

01. Amen & Attack
02. Secrets Of The Sacristy
03. Coleus Sanctus
04. Sacred & Wild
05. Kreuzfeuer
06. Cardinal Sin
07. In The Name Of God (Deus Vult)
08. Nochnoi Dozor
09. Lust For Blood
10. Extatum Et Oratum
11. Last Of The Living Dead


Verschließt eure Türen, Freunde der Sonne, der Vollmond steht am Himmel! Gegen diese Wölfe hilft kein Silber, keine Flucht, kein heiliges Zeichen, denn sie selbst sind das strahlende Signum für gesegneten Power Metal anno 2013: POWERWOLF sind zurück, und mit ihnen der neue Rundumschlag „Preachers Of The Night“, ein alles zermalmendes Party-Album für die nach Blut lechzende Masse. Lasst die Messe beginnen und den Vollmond in voller Pracht erscheinen, es ist Zeit, den Predigern euer Ohr zu schenken.

Nach dieser Einleitung eine kleine Rückführung in die Erfolgsgeschichte POWERWOLF: Als 2005 mit „Return In Bloodred“ das Debüt der Band erschien, konnte noch keiner ahnen, was für einen steilen Flug POWERWOLF hinlegen würde. Erst 2007 konnte man auf „Lupus Dei“ die ersten Ansätze des heute ureigenen, unverwechselbaren Sounds ausmachen, die sich auf „Bible Of The Beast“ zwei Jahre später so richtig manifestieren konnten. Noch heute läuft diese Scheibe mindestens einmal im Monat in meiner Anlage, die großartigen „Panic In The Pentagram“, „Seven Deadly Saints“ und „Werewolves Of Armenia“ gröle ich heute locker im Schlaf mit. Der Durchbruch kam 2011 mit „Blood Of The Saints“: Drei Wochen lang blieben POWERWOLF mit diesem Brecheisen in den deutschen Albumcharts. Kein Wunder, konnten sie doch die noch jungen Trademarks verfeinern und so eine Nische schaffen, auf der sie sich auch heute noch ausruhen. Obwohl „ausruhen“ wohl nicht das richtige Wort ist: Never change a running system – ganz genau diesen Leitsatz müssen die Jungs beim schreiben von „Preachers Of The Night“ im Hinterkopf gehabt haben. Ganz im Stile des Vorgängers gibt es sakralen, epischen, opulenten Power Metal aller erster Güte, wobei wahrlich jeder einzelne Song zum behaarten Wer-Ohrwurm mutiert.

Eine kleine Neuerung gibt es dennoch: Diesmal ertönt kein Intro, mit „Amen & Attack“ gibt es stattdessen gleich eins auf die fletschenden Zähne. Der Opener ist ein POWERWOLF-Brecher vor dem Herrn und vereint wohl alles, was man von den Wölfen zu erwarten hat: Eine rasante Hymne, POWERWOLFesker Sprachwechsel zwischen Latein, Englisch und einem Fitzelchen Deutsch, einen Refrain zum Mitgrölen, durchgetretenes Gaspedal und einen richtig druckvollen, nahezu perfekt abgemischten und produzierten Sound. Auch „Secrets Of The Sacristy“ kommt dem geneigten Fan mit seinem herrlichen „Halleluja, Amen“ durchaus bekannt vor, nachdem bei den folgenden „Coleus Sanctus“ und „Sacred & Wild“ erst mal das Tempo gedrosselt wird und zwei tolle Midtempostampfer ans Mondlicht treten. Auch erwähnenswert: Mit „Kreuzfeuer“ gibt es einen komplett deutsch-lateinischen Mischgesang. Der Song fährt schon nach dem ersten Durchlauf seine Krallen im Gedächtnis aus: „Kreuzfeuer, brenne in der Nacht, Kreuzfeuer, sei entfacht, Gott hat uns den Wahn gebracht“ – wenn das kein Live-Klassiker wird, dann weiß ich auch nicht. Auch bei den folgenden Dampfhämmern wie „Nochnoi Dozor“ oder „Extatum Et Oratum“ gibt es absolut nix zu meckern, spielen doch die einzelnen Songs auf konstant hohem Level mit den bekannten POWERWOLF-Trademarks, ohne dass auch nur ein Funken Langeweile aufkommt – „Preachers Of The Night“ klingt einfach nach wie vor frisch und unverbraucht. Beschlossen wird das Gesamtwerk vom obligatorisch längsten Track auf dem Album, „Last Of The Living Dead“, bei dem nochmal eine ordentliche Portion Epik drauf gepackt wird. Ganz großes Horrorkino.

POWERWOLF haben es also tatsächlich geschafft, auf den grandiosen Vorgänger nochmal einen drauf zu setzen. Okay, auf textlicher Ebene sollte der geneigte Hörer, mit Ausnahme des ein oder anderen Seitenhiebes auf die Kirche, keine poetischen Höhenflüge erwarten, aber wen kümmert das schon: Diese Band setz eben einfach darauf, dass man nach zwei Durchläufen mitsingen kann, dass man sie live abfeiert und dass es einfach nur Spaß macht, ihnen zuzuhören. Für mich ist „Preachers Of The Night“ der bisherige Höhepunkt im Sommer 2013, für diese Jahreszeit aufgrund der enorm energiegeladenen und positiven Stimmung geradezu perfekt und ein würdiger Anwärter auf das ganz persönliche Power-Metal-Album des Jahres obendrauf. Und jetzt noch mal „Kreuzfeuer“. Halleluja, Amen.

Bewertung: 9 / 10

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3 Kommentare zu “Powerwolf – Preachers Of The Night”

  1. ins4ne86

    Ich kann mir nicht helfen…
    Eigentlich gibt es nichts an der Musik von Powerwolf nichts zu beanstanden…
    Dennoch, habe ich das Problem, dass die Musik von den Jungs mit der Zeit für meine Ohren einfach anstrengend wird.
    So gibt es wie auf dem Vorgängeralbum einige Songs die sehr positiv herausstechen, währrend der Rest aber irgendwie recht repetitiv vor sich hin nervt…

  2. Dein Freund Bob

    Mir geht es ähnlich. Hab dem Vorgäner damals auch 9 Punkte gegeben, muss für das Zeug aber wirklich in der Stimmung sein. Dann machts einen Riesenspaß, ansonsten kann es schon nerven.

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