CD-Review: Powerwolf - The Sacrament Of Sin

Besetzung

Attila Dorn - Gesang
Matthew Greywolf - Gitarre
Charles Greywolf - Gitarre, Bass
Roel van Helden - Schlagzeug
Falk Maria Schlegel - Orgel

Tracklist

01. Fire & Forgive
02. Demons Are A Girl's Best Friend
03. Killers With The Cross
04. Incense And Iron
05. Where The Wild Wolves Have Gone
06. Stossgebet
07. Nightside Of Siberia
08. The Sacrament Of Sin
09. Venom Of Venus
10. Nighttime Rebel
11. Fist By Fist (Sacralize Or Strike)


Bei der Diskussion über Bands, die ihren Stil nie großartig verändern und anstatt Innovation in regelmäßigem Turnus sozusagen immer mehr vom Gleichen veröffentlichen, dürfte vielen Metalheads schnell der Name POWERWOLF einfallen. Seit 2004 haben die deutschen Power-Metaller sieben Platten veröffentlicht, die sich stilistisch wenig voneinander unterscheiden. Das stets ähnlich geartete Sammelsurium aus eingängigen Riffs, markanten Refrains, glasklar vorgetragenen Texten auf Englisch, Latein und Deutsch sowie viel Orchester- und Chor-Bombast gab der Gruppe aber stets Recht, die Band dürfte bereits seit einigen zu den bekanntesten Vertretern des deutschen Power Metal zählen und eine qualitativ schwache Platte hat sich bislang nicht in ihre Diskographie eingeschlichen.

Mit „The Sacrament Of Sin“, dem aktuellen Langspieler der Gruppe, ändert sich weder an diesem Umstand, noch am typischen Klang der Band all zu viel. Anstatt zu überraschen, operieren POWERWOLF weiterhin in den Gefilden, in denen sie sich nun einmal am besten auskennen. Bereits die ersten, episch angelegten Töne des mitreißenden und überaus eingängigen Openers „Fire And Forgive“ legt selbst bei unbeabsichtigtem Hören nahe, bei welcher Band man ist. So fühlt sich der geneigte Fan sofort heimisch, die treibenden Riffs und der einmal mehr makellose Gesang Attila Dorns komplettieren das sehr überzeugende Paket zu einem rundum gelungenen Einstieg. So stark ist „The Sacrament Of Sin“ in den folgenden rund 40 Minuten jedoch leider nicht durchgehend. Bereits der nachfolgende Song „Demons Are A Girl’s Best Friend“, der seinerzeit als erste Single herhalten musste, ist vom Songwriting her ein deutlicher Rückschritt, der auch für POWERWOLF-Verhältnisse zu viel Kitsch und viel zu wenig Metal enthält.

Eher uninteressante Nummern wie diese bleiben auf „The Sacrament Of Sin“ aber zum Glück die Ausnahme. Auch wenn nicht jeder Song dauerhaft im Gedächtnis bleiben mag, ist die Platte durchaus nicht arm an Highlights. „Killers With The Cross“ etwa dürfte einen der bisher stärksten POWERWOLF-Refrains beinhalten. „Stossgebet“ ist mit deutliche Anleihen aus dem ewigen Band-Klassiker „Kreuzfeuer“ versehen, wirkt aber dennoch nicht zu sehr wie eine reine Kopie und birgt definitiv das Potenzial, ebenfalls Kultstatus zu erlangen. Und wer die metallische Seite der Bombast-Wölfe zwischendurch vermisst, dem sei „Nightside Of Siberia“ ganz dringend ans Herz gelegt, in dem sich Eingängigkeit und kraftvolles Riffing gekonnt vereinen – auch wenn das Hauptriff unverkennbar an einen berühmten Song einer gewissen schwedischen Melodic-Death-Band angelehnt ist, die irgendwas mit Wikingern am Hut hat. Mehr Hinweise gibt es an dieser Stelle aber nicht.

Ein paar frische Nuancen bietet „The Sacrament Of Sin“ darüber hinaus am Ende doch. In „Incense And Iron“ experimentiert man ein wenig mit mittelalterlich angehauchten Klängen. Viel bedeutender ist jedoch der Umstand, dass sich mit „Where The Wild Wolves Have Gone“ zum ersten Mal eine wirkliche Ballade auf einem POWERWOLF-Album einfindet, welche trotz viel Pathos durchaus einen sehr melancholischen Charakter hat und zu gefallen weiß. Ein gelungener Versuch!

Zum Stil der Band, der trotz dieser kleinen Facetten auch auf Album Nummer Sieben weitgehend unverändert bleibt, ist über die Jahre und Alben hinweg schon genug gesagt worden. Das ist POWERWOLF in Reinform, man mag es, oder eben nicht. So bleibt letztlich nur übrig, die Songs aneinander und mit denen der Vorgänger-Alben zu messen. In erstgenannter Hinsicht überwiegen ganz klar die gelungenen Nummern, schwächere oder austauschbar klingende Songs bleiben einmal mehr Mangelware. Dennoch kann „The Sacrament Of Sin“ mit den qualitativ wirklich herausragenden Alben der bisherigen Diskographie wie „Lupus Dei“ oder auch zuletzt „Blessed And Possessed“ aufs Ganze gesehen nicht vollständig mithalten. Ein tolles Album ohne große Schwächen oder Ermüdungserscheinungen ist den Wölfen dennoch einmal mehr gelungen, welches erneut kaum neue Fans generieren dürfte, diejenigen, die POWERWOLF zugetan sind, aber vollauf zufrieden stellen dürfte.

Bewertung: 8 / 10

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