Powerwolf The Monumental Mass Coverartwork

Review Powerwolf – The Monumental Mass – A Cinematic Metal Event

Von POWERWOLF kann man halten was man will, sie haben sich inzwischen aber zu einer festen Metal-Größe entwickelt – und das nicht nur im Power Metal, sondern genreübergreifend. Auf nationalen wie internationalen Festivals steht das POWERWOLF-Logo immer (fast) ganz oben, die Auftritte sind spektakulär und ziehen Massen um Massen an Fans vor die Bühne. Das mag cheesy und völlig überdreht sein, aber durch das witzige Image, hohen Entertainment-Faktor und schlicht und einfach unterhaltsame Musik stehen POWERWOLF zurecht da, wo sie jetzt stehen. So stieg ihr inzwischen drittes Livealbum „The Monumental Mass – A Cinematic Metal Event“ auch direkt auf Platz 1 der deutschen Albumcharts ein.

Ein weiteres Livealbum von einem „normalen“ POWERWOLF-Konzert brauchte zum jetzigen Zeitpunkt kein Mensch – vor allem nicht, wenn man bedenkt, dieses wäre in der Pandemie ohne Fans aufgenommen worden. Wer keine Fans um sich versammeln darf, muss kreativ werden und POWERWOLF ließen sich absolut nicht lumpen. Ihre heilige Heavy-Metal-Messe verwandeln sie kurzerhand in einen, dem Titel angemessenen, monumentalen Konzertfilm. Keine Ansagen, keine gefakten Interaktionen, stattdessen eine filmreife Präsentation mit Zwischensequenzen, Effekten und großartiger Optik – POWERWOLF haben bei ihrem Streaming-Event Ende 2021 alles richtig gemacht.

Die optisch erzählte Geschichte um Geistliche, Nonnen und Mönche ist hanebüchen und total egal – hier geht es um Futter für die Augen und daran mag man sich kaum sattsehen. Das beginnt schon bei einer riesigen LED-Leidnwand, die praktisch den gesamten Raum einnimmt: Diese Technik ist beispielsweise vom Streaming-Event „Wacken World Wide“ bekannt, bei dem eine komplette Konzertbühne samt Effekten simuliert wurden. POWERWOLF nutzen das, um zu jedem Song eine neue, stimmungsvolle, düstere Kulisse zu erschaffen.

Zudem gibt es massig Feuer, Lichteffekte, sprühende Funken und Explosionen – die Möglichkeiten werden voll ausgenutzt, ein wahres Fest für die Augen. Richtig opulent wird es zum Beispiel bei „Fire & Forgive“, wenn Falk Maria Schlegel bei jedem Tastenanschlag Feuersäulen aus seiner Orgel abfeuert. Dazu kommen zahlreiche Schauspieler und Schauspielerinnen, unter anderem einige Nonnen, die bei „Demons Are A Girl’s Best Friend“ und „Resurrection By Erection“ eine tragende Rolle spielen.

Mit „The Monumental Mass – A Cinematic Metal Event“ ist POWERWOLF ein ganz großer Wurf gelungen. Vom druckvollen und perfekt abgemischten Sound über die motivierte und top gefilmte Performance der Musiker bis hin zur gesamten Präsentation des Sets – besser kann sich eine Band nicht selbst präsentieren und dabei seine gesamte Essenz auf den Punkt einfangen. POWERWOLF vermögen es, ihre heilige Heavy-Metal-Masse in der optimalen Form als 80-minütigen Konzertfilm festzuhalten, der keine Wünsche offen lässt – abgesehen natürlich von der sonst für POWERWOLF essentiellen Publikumsinteraktion. Dass diese allerdings zu keiner Sekunde fehlt, ist eine Glanzleistung.
Auch in der Akustikversion funktioniert „The Monumental Mass – A Cinematic Metal Event“ aufgrund des wunderbaren Sounds prächtig. Langjährige Zweifler werden die unheiligen Wölfe wohl nicht mehr umstimmen, für hungrige Fans ist dieses Paket allerdings ein gefundenes Fressen und rein objektiv eine der hochwertigsten und aufwendigsten Liveveröffentlichungen der letzten Jahre.

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Wertung: 10 / 10

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