CD-Review: Raven - Walk Through Fire

  • Veröffentlichung: 2010
  • Label: Steamhammer
Besetzung

John Gallagher - Gesang, Bass
Mark Gallagher - Gitarre
Joe Hasselvander - Schlagzeug

Tracklist

01. Intro
02. Against the Grain
03. Breaking You Down
04. Under Your Radar
05. Walk Through Fire
06. Bulldozer
07. Long Day's Journey
08. Trainwreck
09. Grip
10. Running Around In Circles
11. Hard Road
12. Armageddon (The Beginning)
13. Attitude
14. Space Station #5 (Montrose-Cover)
15. The King (live)


Der Sound von RAVEN war schon immer ziemlich speziell. Er wirkte etwas holprig, um nicht zu sagen: rumpelig. Einige böse Stimmen behaupten, die Briten konnten es anfangs der 80er einfach noch nicht besser. Der traditionelle Metal aus NWoBHM-Zeiten wurde mit den damals noch eher seltenen Elementen aus Speed- und Thrash Metal gewürzt. Und obwohl man manchmal durchaus den Eindruck hatte, dass das nicht alles so perfekt zusammenpasst, konnte RAVENs chrakteristischer Rumpel-Sound eine große Fanbase aufbauen. Dass sich an diesem ureigenen Stil auch über all die Jahre nicht viel geändert hat, lässt aber viel mehr darauf schließen, dass RAVEN diesen Sound genau so wollen. Oder sie halten einfach seit mittlerweile fast 30 Jahren ihre eigene Tradition hoch.

„Walk Through Fire“ ist das mittlerweile zwölfte Studio-Album des britischen Rock-Trios. Man muss RAVEN dabei absolut zugute halten, dass sie sich niemals nach Trends gerichtet haben oder ihren Stil den modernen Gegebenheiten angepasst haben. Seit ihrem ersten Album „Rock Until You Drop“ von 1981 ziehen sie konsequent ihr Ding durch. In all der Zeit hat sich auch das zweite charakteristische Markenzeichen von RAVEN nie verändert: John Gallaghers unheimlich schräger Gesang, dessen schrille Ausflüge und spitzen Schreie noch immer den Spirit der NWoBHM atmen und gelegentlich des Hörers Nervenkostüm strapazieren können.
Kompositorisch bevorzugen die Briten es – und so war es schon immer -, schnell auf den Punkt zu kommen. Die Konstrukte sind straight und arbeiten auf einen krönenden Höhepunkt hin. Dabei gibt es außer dem obligatorischen Leadsolo, das aber selten fehlt, kaum andere Schnörkel. Ein bisschen geht das zweifelsohne zu Lasten der Abwechslung. Doch damit muss man sich abfinden, wenn man die Band mag. Bei RAVEN gibt es eben zielstrebige Power auf die Ohren und keine komplexen Spielereien.
Bei den stolzen 15 Tracks von „Walk Through Fire“, die selten die vier-Minuten-Marke knacken, gibt es trotzdem den ein oder anderen herausragenden Song. Das kraftvoll groovende und eingängige „Breaking You Down“, die Speed-Metal-Hymne „Walk Through Fire“, der fette Stampfer „Long Day’s Journey“, das flotte „Trainwreck“ und der coole Heavy-Rock’n’Roller „Running Around In Circles“ sind trotz der genannten Sound-Eigenheiten richtig klasse Metal-Tracks.
Wie gehabt können RAVEN aber so ein Level nicht über die volle Spielzeit halten, und es gibt immer wieder Stücke, die keine Akzente setzen können und so den Schnitt wieder etwas runterziehen. Insgesamt halten sich die Briten aber kompositorisch deutlich über Mittelfeld auf.

RAVEN gelingt es auch 2010 noch immer, mit ihrer ureigenen Art von Musik eine unbändige Energie zu versprühen. Das ist mir an ihnen so sympathisch. Und da sie heuer auch wieder einige richtig gute Songs auf Lager haben, sollten die Traditionalisten und NWoBHM-Anhänger „Walk Through Fire“ durchaus ihre Aufmerksamkeit schenken.

Bewertung: 7.5 / 10

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