Review Saxon – St. George’s Day – Live In Manchester

  • Label: UDR
  • Veröffentlicht: 2014
  • Spielart: Heavy Metal

Aktiv sind sie seit 1976 und damit eine der langlebigsten Bands, die die NWOBHM hervorgebracht hat – SAXON. Doch nicht nur in Puncto Bandbestehen mischen die Herren um Sänger Biff Byford ganz vorn mit, auch qualitativ war die Band immer an vorderster Front zu finden. Das kann man auf stattlichen 20 Alben hören, aber auch auf beachtlichen 15 Compilations und acht Live-Alben erleben. Nicht eben wenig und mit „St. George’s Day – Live In Manchester“ kommt nun ein weiteres Live-Album zu der stattlichen Liste hinzu.

Am St. George’s Day, dem Nationalfeiertag der Engländer am 23. April, spielen SAXON traditionell eine Show, die bisher immer in ihrer Heimatstadt London stattfand. Da man im letzten Jahr eine Ausnahme machte und die Show nach Manchester verlagerte, bot sich direkt ein Anlass die Sause mitzuschneiden und nun unter dem Titel „St. George’s Day – Live In Manchester“ auf zwei CDs mit einer Spielzeit von fast exakt zwei Stunden unters Fan-Volk zu bringen.

Die Setlist haben SAXON dabei quasi in zwei Teile geteilt, eine Teilung die sich auch in der Verteilung der Songs auf die beiden Scheiben von „St. George’s Day – Live In Manchester“ wiederfindet. CD1 beherbergt dabei die Tracks der aktuellen Platte „Sacrifice“, denn schließlich fand die Show im Zuge der „Sacrifice World Tour“ statt. Dementsprechend finden sich auch sechs der zehn Nummern des Albums in der Setlist dieses Abends wieder, wobei es „Stand Up And Fight“ sogar so weit nach hinten in der Setlist geschafft hat, dass es auf der zweiten CD gelandet ist.
Dabei beeindruckt, wie treu sich SAXON über die Jahre hinweg geblieben sind, wie wenige musikalische Kompromisse die Band eingegangen ist. „Wheels Of Terror“ beispielsweise stammt aus dem Jahre 2013, könnte aber auch gut und gerne 30 Jahre älter sein – der Song ist einfach klassisches SAXON-Material.

Von diesem gibt es besonders auf der zweiten CD von „St. George’s Day – Live In Manchester“ eine ordentliche Ladung, denn die Band hat sich die ganz großen Hits und Klassiker für das Ende des Sets aufgehoben. „Wheels Of Steel“, „Strong Arm Of The Law“ und „Denim And Leather“ fein nacheinander gezockt, welchem Fan der NWOHBM und des Heavy Metal im Allgemeinen läuft da bitte nicht das Wasser im Munde zusammen?
Sicher, die Widmung von „Broken Heroes“ an die britischen Soldaten ist schon ein wenig viel Lobhudelei und würde interessanterweise bei jeder deutschen Band einen unglaublichen Shitstorm hervorrufen, aber dass die Briten (und eigentlich auch jede andere Nation) eine andere Beziehung zum Nationalstolz haben als die Deutschen (historisch leicht und stichhaltig begründbar), ist ja bei Leibe nichts Neues. Doch auch dieser etwas pathetische Moment vermag die Freude nicht zu trüben, denn SAXON präsentieren sich an diesem Abend in Topform.

Braucht die Welt „St. George’s Day – Live In Manchester“? Wahrscheinlich nicht unbedingt, denn selbst wenn man kein absoluter Komplettist ist, hat man die Songs dieser Veröffentlichung bereits auf einem der anderen Live-Alben oder Compilations der Band. Allerdings bietet die Platte einen schönen Überblick über die Klassiker SAXONs und gleichzeitig über das neue Material, was gerade für Einsteiger wunderbar ist. Reinhören lohnt sich in jedem Fall, denn SAXON live und in guter Aufnahmequalität hat bekanntlich noch niemandem geschadet.

Wertung: 7.5 / 10

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