Das Cover von "Hell, Fire And Damnation" von Saxon

Review Saxon – Hell, Fire And Damnation

  • Label: Silver Lining
  • Veröffentlicht: 2024
  • Spielart: Heavy Metal

Dass SAXON ein verlässlicher Lieferant für qualitativ hochwertigen Heavy Metal sind, steht außer Frage. Seit diesem Jahr können ihre Alben allerdings als Gipfeltreffen der britischen Genre-Prominenz betrachtet werden: Schon seit einiger Zeit von Andy Sneap (u. a. Accept, Judas Priest) im Studio betreut, wird die Truppe seit Neuestem auch noch von Diamond-Head-Boss Brian Tatler an der Gitarre unterstützt und bringt damit wohl mehr schwermetallenes Pfund auf die Waage als irgendeine andere britische Band (von Iron Maiden mal abgesehen). Fans dürften ihre neue Platte „Hell, Fire And Damnation“ also gespannt erwartet haben, denn hier ist die neue SAXON-Besetzung erstmals auf CD verewigt.

Zwar wird „Hell, Fire And Damnation“ von einem etwas peinlichen Horrorfilm-Intro mit affiger B-Movie-Erzählstimme eingeleitet, das ist aber auch das Einzige, was man an der Platte wirklich kritisieren könnte. Ab Dem Titeltrack begeistern SAXON mit ihrem charakteristischen Dampfhammer-Sound, der in erster Linie von kraftvollen Riffs und stadiontauglichen Refrains lebt. Dabei gelingt den Engländern wie immer der Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart, denn Nummern wie das gelungene „Kubla Khan And The Merchant Of Venice“ oder „1066“ erinnern mit ihrer Kombination aus Druck und Epik angenehm an das vor über 20 Jahren erschienene „Killing Ground“.

SAXON-Fans der ersten Stunde freuen sich natürlich, wenn es noch ein bisschen weiter zurückgeht und auch sie kommen mit „Hell, Fire And Damnation“ auf ihre Kosten: Sowohl die zackigen Nummern „Fire And Steel“ und „Super Charger“ als auch der Old-School-Stampfer „Pirates Of The Airwaves“ begeistern durch edelstes Riffing, das den Geist früher Alben wie „Strong Arm Of The Law“ transportiert. Es ist immer wieder beeindruckend, dass SAXON selbst nach 45 (!) Jahren noch derart authentisch und jugendlich klingen können. Das gefällig dahinplätschernde „Madame Guillotine“ kann zwar eher als Füller abgetan werden, was allerdings von einer atmosphärischen Nummer wie „There’s Something In Roswell“ mehr als aufgewogen wird.

„Erstaulich jugendlich“ trifft im Falle von „Hell, Fire And Damnation“ auch auf Frontmann Biff Byford zu: Klang der Mann auf „More Inspirations“ zuletzt etwas verschnupft, ist er auf dem neuen SAXON-Album unüberhörbar zu alter Form zurückgekehrt – etwas, was er gleich zu Anfang mit einem beeindruckenden Scream deutlich macht. Auch Neuzugang Brian Tatler macht eine in jeder Hinsicht gute Figur. Im Hinblick auf das Songwriting wirkt sich seine Präsenz zwar höchstens in Nuancen wie etwa den arg nach Diamond Head klingenden Twin-Leads von „1066“ aus, aber sein gefühlvolles, melodiebetontes Leadgitarrenspiel fügt dem bekannten SAXON-Sound eine schöne neue Komponente hinzu, ohne ihn umzukrempeln.

Dank SAXON fängt das Heavy-Metal-Jahr 2024 ziemlich gut an. „Hell, Fire And Damnation“ mag vielleicht nicht ganz so stark wie sein überragender Vorgänger „Carpe Diem“ sein, aber es ist doch eine rundum gelungene Heavy-Metal-Platte. Die Engländer schaffen es auch nach viereinhalb Jahrzehnten noch, frisch und unverbraucht zu klingen und spielen mit abwechslungsreichen Songs all ihre Stärken aus. Die hochwertige Produktion von Soundmeister Andy Sneap setzt dem Ganzen das Sahnehäubchen auf und unterstreicht, was sowieso schon jeder weiß: Geht es um authentischen Heavy Metal ur-britischer Machart, ist auf SAXON stets Verlass. Es bleibt zu hoffen, dass die Truppe auf ihrer Tour mit Judas Priest und Uriah Heep möglichst viel von diesem Album spielt.

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Wertung: 8 / 10

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Ein Kommentar zu “Saxon – Hell, Fire And Damnation

  1. Nabend Thomas,

    Saxon bürgen für höchste Qualität – schon ewig:)

    Dem neuen Album würde ich 10/10 geben, wie den letzten Alben auch – wenn man wissen will, wie man echte Metal Mucke der klassischen Art angehen muß-
    ist Saxon nach meiner Meinung eine gute Vorzeigeadresse – nach wie vor.
    Seit Erscheinen lief das Teil sicher 30 Mal bei mir – rauf und runter !

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