Review Striker – Eyes In The Night

  • Label: Iron Kodex
  • Veröffentlicht: 2010
  • Spielart: Heavy Metal

Die Kanadier STRIKER haben in der kurzen Zeit ihres Bandbestehens schon eine ziemlich steile Karriere-Kurve hingelegt. Gegründet erst 2007, konnten sie in kurzer Zeit einen Label-Deal bei Iron Kodex an Land ziehen. Die 2009er EP „Road Warrior“ erhielt durchweg gute Kritiken. Besonders die unbeschwerte Frische und die Spielfreude der jungen Truppe aus Alberta wurde hochgelobt. Und nun können sich die Senkrechtstarter erstmals über die Albumdistanz beweisen. Ihr Debut heißt „Eyes In The Night“.

Die Musik von STRIKER atmet von der ersten bis zur letzten Minute unheimlich viel Old-School-Spirit. Eigentlich ist erstaunlich, dass vier Musiker, die zu den Hochzeiten der NWoBHM noch nicht mal geboren waren, diesen Sound so authentisch wieder auferstehen lassen. Ich fühle mich sofort an Bands wie Raven, Grim Reaper, Anvil, Satan oder Battleaxe erinnert. Dabei muss ich aber zugeben, dass die Kanadier durch ihren energievollen Auftritt auch eine Brücke zur Neuzeit ziehen. Der 80er-Sound wird dynamisch aufgepeppelt und somit in die Gegenwart transferiert.
STRIKER rangieren stilistisch irgendwo zwischen klassischem Heavy Metal und den ganz frühen Zeiten von Speed Metal. Dabei ziehen sie sich aus beiden Genres nur das Beste heraus. Vom Speed Metal die unbändige Energie und die druckvollen Vormärsche, und vom Heavy Metal die straighten Konstrukte, die eingängigen Hooklines und einprägsamen Melodien.
Dem Reiz dieser Mixtur kann man sich kaum entziehen, da die Nachwuchs-Metaler auch noch viel Ahnung von hochklassigem Songwriting haben. Kompositorische Ausfälle sucht man auf „Eyes In The Night“ vergeblich. Egal mit welcher Intensität sie vorgehen oder mit welchem Tempo sie agieren, STRIKER hauen dem Hörer fast nur Spitzennummern um die Ohren.
Die Energie-Granate „Full Speed Or No Speed“, das geradlinige „Eyes In The Night“, das mit emotionalen Anleihen geschmückte „Never Ending Nights“, der Up-Tempo-Kracher „The White Knight“, das technische Schmuckstückchen „Ice Cold“, das hymnische „Terrorrizer“ oder „Believe In Me“ mit seinem genialen Höhepunkt – alle Songs sind richtig starke Hits, die sich direkt in die Gehörgänge fräßen.
Auch die handwerkliche Leistung ist einfach nur klasse. Wie auch schon zuvor versprühen STRIKER auf „Eyes In The Night“ eine enorme Frische und eine unglaubliche Spielfreude. Die müssen diese Art von Musik irgendwie mit der Muttermilch aufgesogen haben, anders ist dieser erstklassige Einstand nicht zu erklären. Es macht tatsächlich keinen Sinn, einen Musiker oder ein Instrument aus dem Gesamtprodukt herauszuheben. Bei STRIKER ergänzt sich alles so prima, dass der Erfolg vor allen Dingen auf einer starken Teamleistung beruht. Freilich muss man einen hochtönenden Sänger abkönnen, aber das ist bei 80ies-Metal ja keine Überraschung. Außerdem gibt Dan Cleary hier wirklich eine außergewöhnlich gute Figur ab.

Wie es sich schon bei der EP ankündigte, gehen STRIKER sofort auf die Überholspur. Sie halten sich erst gar nicht mit den unteren Ligen auf, sondern spielen sich direkt in die Spitzengruppe des oldschooligen Heavy Metal. „Eyes In The Night“ hat das Zeug zum NWoBHM-Album des Jahres 2010, und wer nur irgendwie auf energievolle 80er-Mucke steht, sollte hier zugreifen und sich über Iron Kodex das Album sichern.

Wertung: 9 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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