Das Cover von "Stand In The Fire" von Striker

Review Striker – Stand In The Fire

  • Label: Eigenproduktion
  • Veröffentlicht: 2016
  • Spielart: Heavy Metal

Nachdem sie mit „City Of Gold“ ihr bisher bestes Album über das gewichtige Label Napalm Records abgeliefert hatten, wurde es recht schnell sehr still um die kanadischen Heavy-Metal-Aufsteiger STRIKER. Das mag nicht zuletzt daran gelegen haben, dass Gitarrist Chris Segger die Band bald nach Veröffentlichung jenes Album verließ. Aufhalten ließen sich die Kanadier vor derlei Rückschlägen allerdings nicht, denn heimlich, still und leise spielte die Truppe mit „Stand In The Fire“ eine neue Platte ein.

Ungeachtet jeglicher personeller Unpässlichkeiten sind sich STRIKER auf „Stand In The Fire“ jedoch in jeder Hinsicht treu geblieben und treffen obendrein einmal mehr voll ins Schwarze: Die Kanadier bewegen sich auf ihrem neuen Album wie schon auf „City Of Gold“ trittsicher auf der Grenze zwischen traditionsbewusstem Heavy Metal und moderner Härte. Das resultiert einerseits in deutlich von den kalifornischen 80ern inspirierten Nummern wie dem eröffnenden „Phoenix Lights“, in dem die Band vermutlich eines der besten Riffs ihrer bisherigen Schaffensgeschichte vorstellt, sowie dem nicht nur im Titel an Def Leppard erinnernden „Too Late“ und auch dem erdig rockenden „United“, die allesamt an Zeiten denken lassen, als der Metal noch im Stadion zuhause war.

Auf der anderen Seite bieten STRIKER Songs wie den Titeltrack, „Out For Blood“ oder „Locked In“, die in ihren Refrains zwar oftmals ebenso eingängig ausfallen wie die vorangehend erwähnten Kompositionen, in Sachen Riffing jedoch unverhohlen mit dem Thrash Metal kokettieren und eine deutlich härtere Gangart vorgeben, was insgesamt für den für STRIKER typischen, energiegeladenen Stilmix sorgt. Mit „One Life“ gibt es zum Abschluss dann noch eine groß angelegte Halbballade, in der sich die Jungs aus Alberta von einer etwas anderen Seite zeigen, was ihnen jedoch nicht weniger gut zu Gesicht steht.

Dass die Kanadier zu den Aufnahmen von „Stand In The Fire“ gerade keinen festen Leadgitarristen in ihren Reihen hatten, fällt hier nicht weiter auf, denn der inzwischen hauptberuflich bei der Band aktive Trent Halliwell (rekrutiert von den aus dem gleichen Ort stammenden Thrashern Villanizer) steuert hier bereits die Soli zu den meisten Songs bei und kann das von seinem Vorgänger vorgegebene hohe Niveau ohne Probleme halten. Mit anderen Worten: Auch auf „Stand In The Fire“ punkten STRIKER wieder mit atemberaubender Leadgitarrenarbeit und machen ihrem Ruf als eine der technisch versiertesten Bands der jungen Metal-Szene alle Ehre – selten wurde das deutlicher als im Instrumentalstück „Escape From Shred City“.

Neben der explosiven Gitarrenarbeit war Sänger Dan Cleary stets das größte Aushängeschild dieser Band und auch auf ihrem neuesten Album begeistert der Mann mit seiner Stimme, die irgendwo zwischen Bruce Dickinson und dem jungen Don Dokken liegt, auf ganzer Linie. Abschließend sollte noch erwähnt werden, dass STRIKER dieses Album zwar in Eigenregie produziert und veröffentlicht haben, der Sound der Platte aber dennoch absolut konkurrenzfähig ausfällt – vielleicht klangen die Kanadier sogar noch nie zuvor derart kraftvoll und organische – gute Arbeit!

Die Arbeiten zu „Stand In The Fire“ mögen vielleicht unter Ausschluss der breiteren Öffentlichkeit stattgefunden haben, aber das Ergebnis verdient die volle Aufmerksamkeit der Metal-Gemeinde. Mit ihrem vierten Album punkten STRIKER erneut mit einem sicheren Händchen für effektives Songwriting sowie superben technischen Fähigkeiten und bestechender Authentizität und Frische. Es bleibt zu hoffen, dass der Siegeszug dieser hungrigen Band trotz dem Wegfall eines Plattenlabels nicht abreißt.

Wertung: 8.5 / 10

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