CD-Review: Svarttjern - Misanthropic Path Of Madness

Besetzung

HansFyrste - Gesang
Haan - Gitarre
Fjellnord - Gitarre
Terror - Bass
Grimmdun - Drums

Tracklist

01. Code Human
02. Ancient Shadows Revelation
03. Upon Human Ending
04. Stillborn Acolyte
05. Misanthropic Path of Madness
06. Finally the World Shall Shape
07. Passions of 7
08. Ere fra det Indre


Wir schreiben das Jahr 1999 und die schwedische Kriegsmaschine Marduk ist auf dem Höhepunkt ihres Schaffens und kloppt ein Abum namens „Panzer Division Marduk“ heraus. Ziemlich genau 30 Minuten kompromissloses Getrümmer, ohne Wenn und Aber, energetischer, brutaler Black Metal, der voll auf die Zwölf geht. Die Geister scheiden sich daran, die Einen halten es halt für tumben Krach, die anderen lieben den gepflegten halbstündigen Ohrenputzer, nach dem man die Bruchstücke seines Gehirns wieder vom Fußboden aufheben muss. Dass ich zu zweiterer Fraktion gehöre tut jetzt erst mal nichts zur Sache, denn eigentlich geht es sich bei unserem heutigen Review um folgendes: Zehn Jahre später, also 2009, steht der neue Ragnarok-Sänger HansFyrste mit seiner eigenen Band SVARTTJERN und deren Debutalbum in den Startlöchern. Der Name: „Misanthropic Path of Madness“. Die Spielzeit: knapp 31 Minuten. Die Marschrichtung: voll auf die Zwölf.

Schon 2003 raufte sich der Fünfer aus Oslo zusammen und trümmerte im Jahre 2006 eine Demo namens „Raped by Svarttjern“ ein. Im folgenden Jahr stieg Bassist Skabb aus und wurde durch Bloodspawn-Viersaiter Terror ersetzt, jetzt war die Zeit reif, um den Erstschlag auf die Menschheit loszulassen. Und wenn man sich so anschaut, mit wem die Knaben schon so unterwegs waren, da wundert einen das pechschwarze Auftreten nur mäßig. Koldbrann, Taake und Nattefrost teilten sich schon mit ihnen die Bühne. True Norwegian Black Metal will man also spielen, aber wie oben schon angedeutet, ich musste doch hin und wieder eher an die Kollegen von Marduk denken.

Dabei klingt „Misanthropic Path of Madness“ gar nicht durchgängig wie die „Panzer Division“, aber vor Allem am Anfang passt der Vergleich wie die sprichwörtliche Faust auf’s Auge. Eine knappe halbe Sekunde nach dem Drücken des Play-Knopfes brettert schon die erste Gitarrenwand aus den Boxen der Stereoanlage und überfährt den Hörer standesgemäß. SVARTTJERN machen keine Gefangenen und töten von der ersten Sekunde von „Code Human“ an systematisch Gehörzellen und das in einem Tempo, dass man die Jungs einfach gern haben muss. Haan und Fjellnord riffen ganz gut, im Endeffekt ist es aber doch meistens heftiges Geschrammel. Grimmdun blastet, als ob es kein Morgen gäbe. Und HansFyrste klingt tatsächlich hin und wieder wie ein junger Legion, allerdings eher wie dieser auf der „Via Dolorosa“ von Ophthalamia, als auf der „Panzer Division Marduk“. Nett.

Anders können sie natürlich auch. Bei Track 2 „Ancient Shadows Revelation“ schalten sie einen Gang runter, spielen mehr Schwarzmetall der stampfenden Variante, beim Titeltrack wird’s sogar mal geradezu melodisch, trotzdem sollte man nie den Fehler machen und hier ein paar sanfte Klänge erwarten. SVARTTJERN meucheln konsequent und das auf die brutalste Weise, die man sich nur vorstellen kann. Egal ob im Midtempo oder in den höheren Gefilden (wobei die Ausflüge in die „gemächlichere Gangart“ eh ziemlich selten sind), das hier ist harter Tobak und pustet dem Hörer gut und gern die Ohren fast genau so frei, wie die „Panzer Division“ es ihrerzeit tat.

Womit ich auch schon wieder den Bogen zum Anfang des Reviews geschlagen habe. „Misanthropic Path of Madness“ ist nicht innovativ, absolut anspruchslos, musikalisch bzw. technisch alles andere als beeindruckend, aber verdammt nochmal, es macht halt einfach Spaß und Freude. Die kurze Spieldauer von knapp 31 Minuten ist da total wurscht, denn selbst wenn die CD zum drölfzigsten Mal im „Repeat All“-Modus (der in diesem Fall keinen so großen Unterschied zum „Repeat 1“-Modus macht) durchnudelt kann man sich noch daran erfreuen. SVARTTJERN haben einen würdigen Enkel zu Marduks Trümmerscheibe aufgenommen, den ich jedem Fan dieser vorbehaltlos ans Herz legen möchte. Und jetzt entschuldigt ihr mich bitte? Ich geh mein Gehirn suchen…

Bewertung: 8 / 10

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