CD-Review: Svarttjern - Shame Is Just A Word

Besetzung

HansFyrste – Gesang
HaaN – Gitarre
Fjellnord – Gitarre
Malphas – Bass
Grimdun – Schlagzeug

Tracklist

01. Prince Of Disgust
02. Ment Til Å Tjene
03. Melodies Of Lust
04. Ta Dets Drakt
05. Frost Embalmed Abyss
06. Ravish Me
07. Bonded By Blood (Exodus-Cover)
08. Shame Is Just A Word


Bands, die den Black Metal in seiner rohen, räudigen Urform zelebrieren, gibt es zumindest dem Anschein nach immer weniger. Vor allem in Skandinavien findet man sie dann aber doch noch, die jungen Bands, die diese Spielart konservieren: Voodus, Avslut oder Nordjevel seien hier genannt – und natürlich SVARTTJERN.

Seit ihrem ersten Album „Misanthropic Path Of Madness“ (2009) bieten die Norweger klassischen „True Norwegian Black Metal“ – versetzt mit einer Prise Thrash, wie es in diesem Subgenre seit jeher gängig ist. Dass SVARTTJERN ein Cover des Exodus-Klassikers „Bonded By Blood“ auf dem Album untergebracht haben, ohne dass es sonderlich auffällt, ist bezeichnend: für den Sound von SVARTTJERN, aber auch ihre Selbstsicherheit und ihren mittlerweile etablierten Stil.

An diesem hat sich auch vier Jahre nach dem rundum überzeugenden „Dødsskrik“ nichts geändert: „Shame Is Just A Word“ heißt das Werk, auf dem die Norweger im Endeffekt genau da weitermachen, wo sie mit dem letzten Album aufgehört haben. Wieder herrschen flotte, treibende Riffs vor, zu denen HansFyrste die Texte eher herausspeit denn singt. Zwar gönnen SVARTTJERN dem Hörer auch diesmal ein paar Verschnaufpausen in Form von Midtempo-Passagen („Melodies Of Lust“, „Ravish Me“) – allerdings deutlich weniger als auf dem Vorgänger. Über weite Strecken ist die Devise „Alle Mann nach vorne“.

So prescht schon „Prince Of Disgust“ mit dem Tempo einer Kavallerie in vollem Galopp voran. Dass SVARTTJERN ausgerechnet diesen Song ausfaden, lässt den Energiepegel nach dem Opener zwar unnötigerweise noch mal abfallen – doch bereits das folgende „Ment Til Å Tjene“ treibt ihn wieder nach oben, wo er über den Rest der vergleichsweise kurzen Spielzeit bleibt. „Dødsskrik“ war da fraglos vielseitiger. Die Stärke von „Shame Is Just A Word“ liegt eher in der Energie, die SVARTTJERN auf 35 Minuten konzentrieren.

Dass „Shame Is Just A Word“ lediglich eine gute halbe Stunde dauert, ist keine Schande, sondern ein weiteres Qualiätsmerkmal. Denn SVARTTJERN wissen zu begeistern – wissen aber (im Gegensatz zu so manch anderer Black-Metal-Band) auch, wie lange sie dazu im Stande sind. Denn so rabiat und energiegeladen ihre Musik ist, so klar ist sie stilistisch umrissen. Nach 35 Minuten ist da alles gesagt – die machen dafür wirklich Freude.

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Bewertung: 8 / 10

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