Interview mit Grimmdun von Svarttjern

Wer True Norwegian Black Metal hören will, ist mit SVARTTJERN nie schlecht beraten. Mit „Dødsskrik“ bringt die Band aus Oslo nun ihren vierten Langspieler heraus. Schlagzeuger Grimmdun über das Album, Satan und die Lust am Tod.

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Nur zwei Jahre hat es gedauert, dass auf „Ultimatum Necrophilia“ jetzt euer viertes Album „Dødsskrik“ folgt. Wieso ging es diesmal so schnell?
Da habe ich noch nicht drüber nachgedacht. Wir hatten nicht das Gefühl, irgendetwas zu überstürzen, aber es gibt Phasen, da ist man einfach inspirierter und kreativer. Letztes Jahr war sowohl für SVARTTJERN als auch für unsere anderen Bands eher ruhig – wir hatten viel Zeit zu proben und jeder hatte coole Ideen, wie wir ein etwas anderes, aber trotzdem großartiges Album machen können.

Wenn du die beiden Alben musikalisch vergleichst – was macht den angesprochenen Unterschied aus und warum ist „Dødsskrik“ das bessere Album?

Ich denke, das Bewerten der Alben nach „besser“ oder „schlechter“ können außenstehende Kritiker besser als wir selbst. „Ultimatum Necrophilia“ zeigt die extreme und schnelle Seite von SVARTTJERN und enthält einige meiner persönlichen Lieblingsmomente. Obwohl „Dødsskrik“ auch ein extremes Album ist, haben wir mit dem Tempo und dem Gesamtsound etwas mehr herumgespielt als auf dem Vorgänger. Aus meiner Sicht liefert HansFyrste zudem auf „Dødsskrik“ seine bislang vielseitigste und beste Gesangsperformance ab – das ist echter Necro-Shit!

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Was bedeutet der Titel „Dødsskrik“ eigentlich und was ist das Konzept des Albums?
Das Konzept ist sehr einfach: Das Album dreht sich um den Tod. Die Lust am Tod, die Begierde nach der Toten, aus sexueller und missbrauchender Sicht. Was man nach dem Tod erwarten darf, wenn es da überhaupt etwas zu erwarten gibt, die Kontrolle über den Tod und selbst der Tod zu sein. „Dødsskrik“ ist norwegisch und bedeutet Todesschrei – der letzte Luftstoß, der einen Laut aus einem sterbenden Körper heraustreibt.

Wie wichtig sind die Texte im Gesamtkontext?
Die Texte waren immer schon ein wichtiger Teil von SVARTTJERN und werden auch immer ein zentraler Punkt unserer Bandphilosophie sein.

Svarttjern - DodskrikDas Cover ist sehr düster und Black-Metal-typisch gehalten. Was steckt in dem Bild?
Es wurde basierend auf dem Albumtitel von einer Freundin von uns aus der Osloer Metal-Szene gemalt. Ihre Interpretation des Titels hat uns gefallen, weil es den düsteren Charakter sowohl der Musik als auch der Texte repräsentiert. Alles weitere liegt in der Phantasie des Betrachters, würde ich sagen.

Das Album erscheint auch als LP – was denkst du über das Revival der LP?
Ich sammle zwar selbst (noch) nicht, aber ich finde dieses Comeback der Schallplatte und alles, was es mit sich bringt, sehr cool. Es ist eine großartige Möglichkeit, Bands zu unterstützen, und die Fans haben mehr Freude daran, als nur ein paar Files auf dem Computer zu besitzen.

Einer der Songs auf dem Album heißt „All Hail Satan“. Inwieweit gehört „Satan“ für euch einfach ins Black-Metal-Standardrepertoir – oder andersherum gefragt: Wie erst nehmt ihr das Thema Satanismus im Black Metal?
Ich denke, das hängt von der Band ab. Natürlich spielt Satan im Black Metal eine wichtige Rolle, aber was oder wer ist Satan? Bei SVARTTJERN verwenden wir den Begriff Satan oft in Analogie zu Individualismus, Weisheit und Stärke – das Gegenteil einer religiösen, schwachen Denkweise. Insofern nehmen wir unsere Texte schon ernst. Ich bin mir sicher, dass dahingehend viele Leute nicht zustimmen werden und das für Unsinn halten, aber um solche Meinungen habe ich mich noch nie viel geschert.Würdest du dich selbst als Satanist bezeichnen?
Nein.

Svarttjern

Ihr spielt dieses Jahr auf dem Maryland Deathfest in den USA – was erwartet ihr euch von eurem ersten Auftritt in Amerika?
Wir freuen uns wirklich darauf, etwas norwegisches Chaos in die Staaten zu bringen. Es ist ein wirklich riesiges Festival für eine Band unserer Größe und wir erwarten, dass das eine unserer besten Shows überhaupt wird. Wir wissen, dass wir drüben auch ein paar Fans haben.

Werdet ihr „Dødsskrik“ auch in Deutschland mit einer Tour bewerben?
Wir werden im April auf dem „Black ’n‘ Thrash“ spielen und im Sommer auf dem legendären Party San Open Air. Ansonsten gibt es dahingehend derzeit nichts zu berichten.

Vielen Dank für Zeit und Antworten – zum Abschluss ein kurzes Brainstorming:
Corpsepaint: Hingabe
August Cappelen: Svarttjern, Natur, Norwegen
Dein bisheriges Lieblingsalbum 2016: Abbath
Flüchtlingskrise: Religion oder Frieden?
Oslo: Heimat, Inferno Festival, Bier
SVARTTJERN in zehn Jahren: Ich habe keine Ahnung, aber momentan sind wir mit ganzem Herzen dabei und unsere Fans folgen uns auf dem misanthropischen Weg des Wahnsinns.

Die letzten Worte gehören dir:
Macht es gut – wir hoffen, ihr mögt „Dødsskrik“. Ihr seid die Schlimmsten der Besten, dafür lieben wir euch! Scheiße und Hass von eurem unfreundlichen Nachbarn. SVARTTJERN!

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