CD-Review: The Black Heart Rebellion - People, When You See The Smoke, Do Not Think It Is Fields They're Burning

Besetzung

Pieter Uyttenhove – Gesang, Percussion, Synthesizer
Valentijn Goethals – Gitarre, Percussion
Alexander Maekelberg – Gitarre, Percussion
Emeriek Verhoye – Bass
Tomas Lootens – Schlagzeug
Tim Bryon - Schlagzeug

Tracklist

01. Body Breakers
02. Flower Bone Ornaments
03. Om Benza Satto Hung
04. Bow And Silk Arrow
05. Near To Fire For Bricks
06. Dorsem
07. Rust
08. Violent Love


„Mit ihrer stimmungsvollen und düsteren Metapher der unabschließbaren Suche nach der eigenen Identität legt die frühere Punkrock-Band einen hypnotischen Trip zwischen Post Rock, Sludge und Dark Folk vor, welcher am Ende des Jahres sicherlich seinen Weg in viele Jahresbestenlisten finden wird“, hieß es vor knapp zweieinhalb Jahren in der Kritik zu „Har Nevo“ von THE BLACK HEART REBELLION. Mit „People, When You See The Smoke, Do Not Think It Is Fields They’re Burning“ legt die Band aus dem Church-Of-Ra-Umfeld nun ihren dritten Langspieler vor. An Punkrock erinnert hier fast nichts mehr und auch die Rockanklänge sind zurückgeschraubt, während das Rhythmuselement in Form von Percussions noch stärker in den Mittelpunkt gerückt wurde. Das Ergebnis ist ein hypnotischer Sound, der ganz auf Atmosphäre setzt und dabei fast durchgehend begeistern kann, auch wenn, oder gerade weil das Hörerlebnis alles andere als eine Easy-Listening-Erfahrung darstellt.

Auf donnerndes Gitarrenfeedback sowie auf heftig Beckenschläge verzichten THE BLACK HEART REBELLION auf ihrem dritten Album im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen nahezu vollständig und setzen vermehrt auf einen stärker an Ambient angelehnten, hypnotischen Drone-Sound, den sie mit Tribalpercussionelementen und beschwörenden Gesang anreichern. Während „Body Breakers“ und „Rust“ als auf treibenden Trommeln basierende, einigermaßen geradlinige Rocksongs sowie „Dorsem“ durch kurze Schreie und sägende Gitarrentöne noch am ehesten dem Sound des Vorgängers entsprechen, klingt das Extrembeispiel in die andere Richtung in Form von „Om Benza Satto Hung“ schon fast esoterisch, allerdings ohne die negativen Assoziationen zu wecken, die ein derartiger Sound oft hervorrufen kann: Einzelne Gitarrentöne, Rasseln, Trommelschläge, Flötengeräusche und Dissonanzen ergeben im Gesamtbild einen großen Klangnebel, der etwaige Strukturen weit zurückdrängt. Ebenso ist diese Stimmung, die sich auch in „Flower Bone Ornaments“, „Bow And Silk Arrow“ sowie in „Near To Fire for Bricks“ zeigt, die bei ähnlich flächigem Klang mit einer greifbareren Struktur aufwarten, gerade das, was den Sound von THE BLACK HEART REBELLION im Kern ausmacht: Auf „People…“ macht die Band aus Belgien den nächsten logischen Schritt nach dem bereits im rhythmischen angesiedelten Trip von „Har Nevo“.

Zum Abschluss liefert „Violent Love“ nach knapp zwei Minuten einen nahezu klassischen Post-Rock-Part, die Melodie der verzerrten Gitarre wird durch Trommelwirbel und fieses Feedbackrauschen nach vorne getrieben, nur um eben so schnell wieder zu verstummen, einem knarzenden Bass den Weg freizumachen, und sich dann wieder nach vorne zu quetschen. Auch wenn „People…“ insgesamt eine nahezu betäubende, fesselnde Atmosphäre besitzt, verzetteln sich THE BLACK HEART REBELLION manchmal und lassen ihre Songs zu diffus und nahezu ziellos erscheinen, was sich besonders in fehlenden Songenden zeigt. Dennoch ist „People, When You See The Smoke, Do Not Think It Is Fields They’re Burning“ ein absolut überzeugendes Album geworden, dass es seinen Hörern extrem schwer macht, den Aufwand, sich in diesen Soundkosmos einzuarbeiten, allerdings belohnt.

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Bewertung: 8 / 10

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