CD-Review: The Haunted - One Kill Wonder

Besetzung

Marco Aro – Gesang
Anders Björler – Gitarre
Patrick Jensen – Gitarre
Jonas Björler – Bass
Per Möller Jensen – Schlagzeug

Tracklist

01. Privation of Faith Inc. (intro)
02. Godpuppet03. Shadow World
04. Everlasting
05. D.O.A.
06. Demon Eyes
07. Urban Predator
08. Downward Spiral
09. Shithead
10. Bloodletting
11. One Kill Wonder


Mit dem „One Kill Wonder“ setzten die schwedischen Thrash/Deather THE HAUNTED im Februar 2003 ihren bis dato größten Erfolg über Earache Records ab. Da Peter Dolving die Band vorher verlassen hatte, konnte man den ex-Face Down Sänger Marco Aro verpflichten. Man sagt, er könne mit seiner Stimme nicht so vielfältig spielen, wie es Dolving auf den beiden Vorgänger-Scheiben tat.

Es machte sich im Vorfeld also eine Portion Skepsis breit, ob The Haunted mit dem neuen Werk an das selbstbetitelte Debüt herankommen könnte. Die zweite Platte „The Haunted Made Me Do It“ gilt bei vielen als kleiner Ausrutscher. Aber dass die Schweden mit dem „One Kill Wonder ein perfektes Stück aggressiven Thrash aufgenommen haben, wird schon beim ersten Durchlauf klar.

Das Album kommt mit einem sehr hübschen Cover, welches eine Person in einer Decke oder ähnlichem erstickt und gefesselt zeigt. Im März 2004 wurde die Platte übrigens re-released und enthält drei Bonus-Tracks.

Das Eisen startet mit dem Intro „Privation Of Faith Inc.“, was Spannung auf mehr verbreitet. Den direkten Anschluss liefern The Haunted mit dem üppig brutalen Kracher „Godpuppet“. Der Song dauert leider keine zwei Minuten, hat es aber in sich, wie die Kirche das Kruzifix. Gleich der erste Song ist einer der absoluten Anspieltipps auf dem Album.
Über das gesamte Album erstreckt sich die pure Gewalt und Aggression. Meiner Meinung passt auf dieser Platte der etwas brutalere Gesang von Aro auch etwas besser ins Konzept, als die Stimme von Ursprungssänger Peter Dolving.

Es ist aber ganz und gar nicht so, als würde man nur auf „Hau-drauf“, Aggression und Prügel setzen. Das Album ist wunderbar strukturiert und bietet geniales Riffing. Irgendwo versteht sich das aber von selbst, wenn man sich vor Augen hält, dass Hauptriffer Anders Björler und Bassman Jonas Björler ihre Wurzeln beim schwedischen Melodic Death-Aushängeschild At The Gates verzweigt haben.

Die Harmonie in den Riffduellen von Anders Björler und Patrick Jensen überzeugt durch und durch. Teilweise spielen sie zusammen, teilweise gegeneinander. Da kommt Freude auf! Dies fällt in der Tat bei jedem einzelnen Song auf. Und auch Drummer Per Möller Jensen sollte nicht unerwähnt bleiben. Er leistet ganze Arbeit und verstärkt die vordere Reihe glänzend mit seinem Einsatz.

Zum Song „D.O.A.“, der einen brillanten Götheborg-Charakter aufweist, wurde ein ziemlich grobes Video abgedreht, welches man sich auf der Webseite von Earache Records anschauen kann.

Die weiteren Songs der Scheibe versprechen viel Abwechselung und laufen durch wie nichts. Das Songbook ist sehr einfallsreich gestaltet, wie ich finde. Die Lyrics wurden innerhalb einer alten Tageszeitung abgedruckt und berichten über den „One Kill Wonder – Mörder“.

Wer aggressiven Thrash mit brutalem Gesang und einwandfreien Riffs und Soli mag und auch der Göteborg’schen Schule nicht abgeneigt ist, wird hier voll auf seine Kosten kommen. In der zweiten Hälfte des Jahres wird das vierte Ausrufezeichen der Band herauskommen. Marco Aro wird darauf allerdings nicht zu hören sein, da er die Band verließ und Peter Dolving erneut die Tube drückt. Das gesamte Album ist ein Volltreffer und dürfte jeden Anhänger harter Musik, bei der aber eben nicht nur auf Aggression und Wut gesetzt wird, gefallen.

Bewertung: 8.5 / 10

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