CD-Review: The Mount Fuji Doomjazz Corporation - Egor

Besetzung

Charlotta Cegarra – Gesang
Eelco Bosman – Gitarre
Jason Kohnen – Bass
Ron Goris – Schlagzeug
Hillary Jeffery - Posaune
Sarah Anderson – Geige
Gideon Kiers - Electronics

Tracklist

01. Track 01
02. Track 02
03. Track 03
04. Track 04


(Jazz / Ambient / Impro) Es gibt Alben, die machen es einem schwer, und solche, die es einem leicht machen, über sie zu schreiben. Und dann gibt es noch die, denen du schlichtweg egal bist – weil sie selbst wissen, dass sie souverän genug klingen, jeden Ton, den man über sie schreibt, mit jedem ihrer Töne ganz nach Belieben zu bekräftigen oder zu entkräften. „Egor“ von THE MOUNT FUJI DOOMJAZZ CORPORATION ist eines dieser letztgenannten Alben… ein Doomjazz-Freestyle-Live-Album, untergliedert in vier Musikstücke, mit einer Spielzeit von fast 70 Minuten, rein instrumental gehalten, versteht sich von selbst.

Und doch wird man der Dramaturgie, die in diesem Album steckt, kaum mit Worten gerecht – spürt man hier doch Entwicklungen und Stimmungen, Gefühle und Atmosphäre, Klänge, die zu Songs werden, die am Ende zwar nicht viel mehr als Klänge sind, jedoch dabei mehr Ausdruckskraft haben als die meisten gewöhnlichen Rock-Songs.
Von einem Live-Album zu sprechen, wäre dabei ungefähr genauso irreführend, als spräche man bei einem Gutshof von einer Jagdhütte – denn bis auf die Tatsache, dass zwischen den einzelnen Klang-Abschnitten gesittetes Klatschen zu hören ist, könnte „Egor“ genauso gut eine Studioproduktion sein: Der Sound könnte klarer nicht sein, und auch, wenn hier über große Strecken improvisiert wird, folgt das Album dennoch einem roten Faden, wie man ihn bei einem Live-Konzert nicht unbedingt erwarten würde.
Leichte Kost klingt – natürlich – anders, das braucht man nicht zu diskutieren. Und auch die Zahl der Gelegenheiten und Situationen, zu denen „Egor“ wirklich gut passt, ist zugegebenermaßen stark begrenzt – findet man jedoch einen solchen Moment, und damit die Muße, sich auf ein Album wie dieses einzulassen, vermag „Egor“ dem Hörer mehr zu bieten, als die meisten Studioproduktionen.

Für Fans der Band beziehungsweise auch des Labels, Denovali Records, ist auch „Egor“ wieder ein Pflichtkauf – alle anderen sollten sich am besten gleich noch den Vorgänger, „Anthropomorphic“, mitbestellen. Ein großartiges Album für die ruhigen Stunden, fernab jeder Besinnlichkeit.

Bewertung: 9 / 10

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