CD-Review: Thornium - Dominions Of The Eclipse (Re-Release)

Besetzung

Thyph (Thypheus) – Gesang, Bass
Ulverheim – Gitarre

Tracklist

01. The Desert Land of Blackness
02. Emperor of The Carpathians
03. De Som Pesten Dräpte
04. Dominions of the Eclipse
05. Det Svarta Riket
06. Enslaved By The Witches Eyes
07. Helvetespsalm
08. Slottet I Skuggornas Mörker
09. Förmörkelsens Herravälde
10. Remain In Chaos (Bonustrack)
11. Reign Of Terror (Bonustrack)
12. In The Depths Of Northern Darkness (Bonustrack)
13. North Storms Of The Bestial Goatsigh (Bonustrack)
14. Min Vandring Till Mörkrets Furste (Bonustrack)


Es gibt Platten, bei denen ist es schade, wenn sie vergriffen sind. Gute Platten, die so zu Schätzen in den Schränken der Besitzer werden, Sammlerstücke, Kleinode, Dokumente der Zeitgeschichte später groß gewordener Bands, die auch durch einen Re-Release nichts von ihrem Charme verlieren, der oft genug in dem Dilettantismus begründet ist, der Debüt-Alben oftmals zu eigen ist.

Auf „Dominions Of The Eclipse“ trifft eigentlich nur „Debüt-Album“ zu – von allem anderen ist dieses Album leider auch im Re-Release mehr oder weniger weit entfernt.
So hat man es bei dem Werk mit einem absolut gesichtslosen Black Metal-Album zu tun, das an Abwechslungen so reich ist wie Österreich an Erdöl, dabei aber zumindest so gut gemacht ist, dass man sich nicht über außergewöhnlichen Dilettantismus lustig machen könnte… was das Album nur noch fader macht.
Hier wird sage und schreibe 79:05 Minuten am Stück geschrammelt, geprügelt und geschrien, wobei der fieselige Sound der Gitarren eigentlich schon nach dem ersten Stück (2:27) anstrengend, spätestens jedoch nach einer Viertelstunde unerträglich wird… da nützen auch pseudo-epische Keyboardteppiche oder ähnlich plumpe Effekte wenig.
Schlecht gemacht ist das alles, wie gesagt, nicht, zumindest nicht im Vergleich zu all den anderen langweiligen True Black Metal-Bands, wie sie jeder aus dem benachbarten Proberaumkomplex kennt, wie man sie bei jedem zweiten Undergroundgig zu sehen bekommt, oder wie sie sich zu tausenden im Internet präsentieren.
Nach gut 50 Minuten sieht die Sache dann zumindest ansatzweise besser aus: In (logischerweise) deutlich besserem Sound präsentiert die Band zwei Bonustracks zum Re-Release, welche nicht nur klanglich, sondern auch kompositorisch deutlich mehr können und mit dem einen oder anderen groovenden Riff fast zu gefallen wissen, bevor die dann folgende „North Storms Of The Bestial Goatsign“-EP von 1993 alle eben gewonnene Sympathie mit noch grausamerem Sound als eingangs beschrieben und verstimmten Gitarren wieder zunichtemacht. Die große Frage: Warum?!?.

Fazit: Die Band, die mir mit ihrem aktuellen Album als langweilige Death Metal-Band mit nervigem Drumsound in Erinnerung geblieben war, hat in ihren Anfangstagen langweiligen Black Metal mit nervigem Gitarrensound gemacht. Wow. Warum man ein Album wie dieses wiederveröffentlichen muss, ist die eine Frage, gerade, wenn man offenbar, so „Remain In Chaos“ und „Reign Of Terror“ neues Material sind, durchaus dazugelernt hat. Mehr treibt mich jedoch die Frage um, warum ein Album wie dieses überhaupt ausverkauft war…

Bewertung: 5 / 10

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