CD-Review: Troll - Neo-Satanic Supremacy

Besetzung

Notorious Nagash - Gesang, Gitarre
Tlaloc - Gitarre, Gesang
Vold - Bass, Gesang
Ygg - Schlagzeug
Exilis - Keyboard

Tracklist

01. Til Helvete Med Alt
02. Alt For Satan
03. Gå Til Krig
04. Burn The Witch
05. Mørkets Skoger
06. Hvor Tåken Ligger Så Trist Og Grå
07. Neo-Satanic Supremacy
08. At the Gates Of Hell
09. Smertens Rike
10. The Age Of Satan


„Aus den Ohren, aus dem Sinn“, könnte man wohl treffend sagen – und so ist es wohl wenig verwunderlich, dass die norwegische Band TROLL, trotz eines Backkatalogs von mittlerweile vier Alben auch vielen, ansonsten in der Szene bewanderten Personen kein Begriff ist, erschien das letzte Werk des ehemaligen Soloprojekts von Notorious Nagash (unter anderem bekannt durch sein Engagement bei The Kovenant sowie zeitweise als Bassist bei Dimmu Borgir), „Universal“, bereits im Jahre 2001.

Nun, fast zehn Jahre später hat den Mann offensichtlich erneut der Ehrgeiz gepackt, und, nachdem er eine schlagkräftige Musikertruppe um sich geschart hatte, mit „Neo-Satanic Supremacy“ ein neues Album aufgenommen.
Wer die älteren Werke des Musikers kennt, weiß schon zumindest grob, in welche Richtung „Neo-Satanic Supremacy“ geht, hat man es trotz der langen Unterbrechung vorzüglich geschafft, an alte Heldentaten wie das Debüt-Album „Drep De Kristne“, welches seinerzeit musikalisch wie auch durch die christenfeindlichen Inhalte für einiges Aufsehen sorgte, anzuknüpfen:
Unter dem Banner des „True Norwegian Black Metal“ wird hier hochwertiges und bitterböses Schwarzmetall mit gehörigem Keyboard-Anteil dargeboten, welches relativ treffend als Mischung aus älteren Dimmu Borgir, Finntrolls „Ur Jordens Djup“ und – wie naheliegend – alten The Kovenant beschrieben werden kann.
Zu überzeugen weiß dabei, neben dem sehr gelungenen Sound, der herrlich transparent und griffig zugleich aus den Boxen schallt, vor allem das sehr professionelle Songwriting: Trotz des ständig präsenten Keyboards rutscht „Neo-Satanic Supremacy“ zu keiner Zeit in den Kitsch ab, die Riffs sind catchy und wissen bei aller Bosartigkeit durch den nötigen Groove und nicht zuletzt das treibende Drumming zu begeistern.
Besonders fällt dies beim Kracher „Burn The Witch“ auf, welches vom genialen Zusammenspiel eines schnellen, eingängigen Riffs mit einer so simplen wie schlicht schönen Keyboardmelodie lebt und spätestens beim Refrain „Burn, burn, burn – burn the the witch – burn that goddamned bitch“ quasi darum bettelt, live gespielt, mehr jedoch noch, live mitgegrölt zu werden.
Wo musikalisch definitiv jeder Fan der alten TROLL-Werke bedient wird, dürfte auch der Inhalt der Lyrics keinen „Drep De Kristne“-Jünger enttäuschen, legen Songtitel wie „The Age Of Satan“ oder „Alt For Satan“ doch zumindest recht nahe, dass ein Notorious Nagash auch fünfzehn Jahre nach dem TROLL-Debüt noch notorischer Antichrist geblieben ist.

Mit „Neo-Satanic Supremacy“ überraschen TROLL auf ganzer Linie: Einerseits natürlich all jene, die garnicht mehr an ein weiteres Album unter diesem Namen geglaubt hatten, andererseits aber auch alle generellen Reunions-Zweifler und Früher-war-alles-besser-(und-der-Black-Metal-sowieso)-Puristen – legt Notorious Nagash hier ein Album vor, das alle alten Stärken von TROLL aufleben lässt und zudem mit einigen gelungenen umgesetzten, neuen Ideen sowie einem tadellosen Sound auf ganzer Linie zu überzeugen weiß.

Anspieltipps: Burn The Witch, Neo-Satanic Supremacy, The Age Of Satan

Bewertung: 9 / 10

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