Review Various Artists – Swedish Death Metal

  • Label: Index
  • Veröffentlicht: 2009
  • Spielart: Death Metal

Bereits 2007 erschien das Buch „Swedish Death Metal“, ein metallischer Rundumschlag von Author Daniel Ekeroth in dem er sich ganz auf die schwedische Death Metalgeschichte konzentriert. Hauptaugenmerk liegt hierbei natürlich auf den späten 80ern/frühen 90ern als der Underground zu brodeln begann und schließlich explodierte. Die großen Namen die damals dem Untergrund entstiegen und heute nicht mehr aus der Metalwelt wegzudenken sind, dürften Jedem bekannt sein. Doch die vielen kleineren „Demo–Bands“ die maßgeblich diesen Musikstil prägten, dürfen nicht mehr außen vor gelassen werden. Genau diesen Umstand zu ändern hat sich Daniel Ekeroth zum Ziel gesetzt, und somit dieses umfassende Werk vollgestopft mit metallischer Geschichte geschrieben. Parallel zum Release der deutschen Ausgabe von „Schwedischer Death Metal“ erscheint auch eine 3CD-Compilation welche vielen der im Buch aufgeführten Bands auch endlich ein musikalisches Gesicht gibt.

Daniel Ekeroth hat diese Compilation höchst persönlich zusammengestellt, so dass man sicher gehen kann dass das Gehörte auch absolut zum Inhalt des Buches passt. Chronologisch passend beginnt man auf CD1 mit etlichen Demoaufnahmen der späten 80er, die Tracklist läßt hierbei sicherlich nicht nur mir das Wasser im Mund zusammen laufen. So kann man hier Namen lesen wie z.B. Carnage, Grotesque, Corpse, Nihilist oder Putrefaction, um nur einige zu nennen. Wer sich bereits etwas mit den Anfängen des schwedischen Death Metal befasst hat, der weiß dass sich in diesen Bands Mitglieder von Gruppen wie Grave, Unleashed, Dismember, At The Gates oder Entombed tumelten bevor sie entweder den Namen änderten (Corpse und Putrefaction wurden zu Grave) oder sich gänzlich neue Formationen gründeten, welche später zu Weltruhm gelangen sollten. Den Sound empfinde ich als erstaunlich gut, da ist man von so manchen Demoaufnahmen doch sehr viel schlimmeres gewohnt. CD1 vermittelt jedenfalls einen sehr guten Überblick über die glorreichen Demoanfänge des schwedischen Death Metal, und woher der heute als typisch schwedisch bekannte Death Metalsound herkommt.

Die Tracklist der zweiten CD liest sich dann wie das „who is who“ der schwedischen (Death) Metalszene. Hierbei handelt es sich um Songs der ersten „richtigen“ Veröffentlichungen der jeweiligen Bands. Die meisten hatten Anfang der 90er Label gefunden die bereit waren ihren Wahnsinn auf die Musikwelt loszulassen, und CD2 bietet einen gelungenen Zusammenschnitt der jeweiligen Ergebnisse. Man kann hören dass die jeweiligen Bands ihren eigenen Sound gefunden hatten und kontrollierter zu Werke gingen. Einige bewegten sich bereits vom typischen Schwedentod weg und ließen z.B. Black Metal in ihren Sound einfließen (Dissection/Marduk), während andere schon erkennen ließen dass man später ganz andere Wege gehen würde (Tiamat/Therion). Somit ist Daniel Ekeroth auch mit CD2 die bestmögliche Zusammenstellung gelungen, die mit den Massen an vorhandenem Tonmaterial möglich war.

Die Namen der Bands von CD3 dürften nun den Wenigsten bekannt sein, sind es doch allesamt persönliche Lieblinge und Geheimtipps von Ekeroth. Alles Bands die in Vergessenheit gerieten da sie auseinander brachen oder nie die Chance hatten ihr Material der breiten Masse vorzustellen. Auch hier stimmt die Qualität des Gehörten absolut, und Demoaufnahmen von Bands wie Evocation oder Seance bekommt man auch nicht alle Tage zu hören. Somit rundet die dritte CD das Gesamtpaket würdig ab und der positive Ersteindruck hat nicht getäuscht. Eine durch und durch gelungene Zusammenstellung wird hier präsentiert, welche sowohl für Leser des Buches als auch für einfache Musikfreunde eine gute Investition darstellt.

Weiter auf den Sound jeder der auf den 3 CDs vertretenden Bands einzugehen, würde den Rahmen dieses Reviews sprengen. Das ist allerdings auch gar nicht nötig, da Leute die sich für das Buch und diese Compilation interessieren eh ein Mindestmaß an Wissen mitbringen werden, oder zumindest sollten. Für den lächerlichen Preis von nur rund 18€, kann man sich diese Zusammenstellung sehr wohl ins Regal stellen, und wenn man sich das Buch zulegt, ist diese Compilation eh ein Muss!

Keine Wertung

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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