Das Cover von "Face The End" von Game Over

Review Game Over – When Darkness Falls

  • Label: Scarlet
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Thrash Metal

Gerade mal knapp über ein Jahr ist es her, dass die italienischen Crossover-Thrasher GAME OVER mit „Face The End“ ein neues Album veröffentlicht haben, da kommen sie schon mit der nächsten Platte um die Ecke. Die seit 2008 aktive Band aus der Emilia-Romagna spielte sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten in die Herzen so mancher Genre-Fans, was nicht zuletzt an ihrem soliden Arbeitsethos liegen dürfte – länger als zwei Jahre musste man nur selten auf neues Material der Truppe warten. Mit „When Darkness Falls“ steht nun also das nächste Album von GAME OVER in den Startlöchern.

GAME OVER vermarkten sich in Auftreten und Artworks gerne als astreine Thrash-Metal-Band, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Klar, schon in „Two Souls One Flesh“ gibt es präzisen, energetischen Thrash Metal und auch Nummern wie „Scream It Out“ oder „Beneath The Ground“ sind eindeutig vom traditionellen Bay-Area-Sound inspiriert. Dabei präsentieren sich die Italiener mindestens so authentisch wie manch aktuelle Band aus Kalifornien. Allerdings werden das genretypische Stakkato-Riffing und die Gang-Shouts schon in diesen Tracks von teils überraschend eingängigen Refrains und Leadgitarren, die nicht nur technisch, sondern auch gänsehautverdächtig melodiös ausfallen, flankiert.

Die Truppe aus Ferrara hat nämlich auch noch eine ausgeprägte Leidenschaft für energetischen Heavy Metal: In Songs wie z. B. „Break Away“ und „Fight For Your Mind“ kombinieren die Burschen ihre thrashige Energie mit kernigem Heavy-Metal-Riffing aus dem Bilderbuch. Das erinnert auf angenehmste Weise an ihre Landsleute NATIONAL SUICIDE und steht GAME OVER gar noch besser zu Gesicht als der reine Thrash Metal. Die erwähnte Kombination aus rockigen Leads und schlüssigen Refrains macht in diesem Kontext einen Heidenspaß und lässt hoffen, dass die Band möglichst viel von ihrem neuen Material ins kommende Live-Programm aufnimmt.

Insgesamt ist GAME OVER auf „When Darkness Falls“ erneut die Gratwanderung zwischen thrashiger Wucht und partytauglicher Eingängigkeit gelungen. Selbst in den gröberen Nummern halten die starken Leads und Hooks in den Refrains den Spaßfaktor hoch, weshalb sogar ein düster groovender Track wie „Curse Of Strahd“ zu einem echten Hit gerät. Im abschließenden „Command To Die“ kombinieren die Italiener dann das Beste aus beiden Welten. Die in Zwischenstücken wie „What Fate Brings“ oder auch direkt in einigen Songs eingespielten Filmzitate sind zwar stimmig, sie werden in ihrer Häufigkeit aber ein wenig überstrapaziert – andererseits gehört eine Liebe zu trashigen Horrorfilmen zum Genre dazu.

Ein bisschen zahmer als MUNICIPAL WASTE und deutlich weniger prollig als NATIONAL SUICIDE präsentieren sich GAME OVER auf „When Darkness Falls“ einmal mehr als Bindeglied zwischen Thrash und Heavy Metal mit enorm hohem Partyfaktor. Dabei macht das Quartett vom Stiefel auf seiner neuesten Platte kaum etwas anders als auf dem Vorgänger, eifert noch immer denselben Vorbildern nach und ist auch noch immer mit denselben Bands vergleichbar. Entsprechend liefern GAME OVER mit „When Darkness Falls“ aber auch die gleiche Qualität, weshalb Fans von authentischem Thrash in Partylaune mit diesem Album nichts falsch machen können.

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Wertung: 7.5 / 10

Thomas Meyns

Publiziert am von

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