Interview mit "Big John" Williams, Justin Wood von Brimstone Coven

Vor wenigen Wochen haben BRIMSTONE COVEN ihr zweites Werk „Black Magic“ veröffentlicht und bewiesen, dass sich die Band im Bereich des okkulten Doom Rocks etabliert hat. Anlässlich dieser Veröffentlichung, haben wir mit Sänger „Big John“ Williams und Schlagzeuger Justin Wood über das Album, Kreationismus und Okkultismus im Allgemeinen gesprochen.

Brimstone Coven Logo1„Black Magic“ ist jetzt seit einigen Tagen raus. Wie war das Feedback bisher und seid Ihr mit dem fertigen Album zufrieden?
John: Wir alle sind sehr zufrieden, mit dem was am Ende aus dem Album geworden ist. Die Rückmeldungen nach der Veröffentlichung waren wirklich großartig und es gibt auch unheimlich viele positive Reviews zu finden.

Wie wichtig sind euch selbst die Reviews? Lest Ihr sie immer noch?
John: Im Normalfall lese ich sie umgehend, wenn jemand sie auf unserer Facebook-Seite postet oder ein Interview mit uns macht. Wie gesagt, die Reviews waren alle super. Wir haben natürlich auch viele fremdsprachige Rezensionen gefunden und mein Telefon hat einige Probleme damit sie vernünftig zu übersetzen. Viele Übersetzungen klingen am Ende verdammt lustig, aber man erkennt, dass sie gut sind.

Liest du generell noch öfter Magazine und Fanzines? Verfolgt Ihr, was so in der „Szene“ los ist?
John: Was das verfolgen der „Szene“ angeht, so höre ich viele neue Bands, wenn sie neue Sachen rausbringen. Leider habe ich nicht die Zeit, um wirklich oft in Magazinen oder Fanzines zu lesen. Es gibt aber einige Gruppen bei Facebook, in denen ich aktiv bin und in welchen ich mich auf dem Laufenden halte.

Brimstone Coven - Black Magic - Artwork3Lass uns über „Black Magic“ sprechen. Wie seid Ihr auf die Idee für den Namen gekommen und gibt es eine spezielle Bedeutung dahinter?
John: Immer wenn wir spielen ist in gewisser Weise ein Ritual, egal ob es eine Probe oder ein Auftritt ist. Trotzdem geht es nicht auf dem ganzen Album nur um schwarze Magie. Ich sehe das Album als unsere eigene schwarze Magie, gemacht von verdrehten, schwarzen und wahnsinnigen Subjekten, gepackt in einen Song, um diesen dann mit jedem zu teilen. Mir wurde gesagt, dass einige Songs dich fast in Trance versetzen können, also scheint es zu funktionieren.

Also gibt es kein Hauptkonzept für das Album und eure Texte auf „Black Magic“ handeln von unterschiedlichen Dingen?
John: Die Texte beschäftigen sich mit sehr vielen Dingen. „Black Magic“ ist das Titelstück, aber es geht auch um Einhörner aus der Hölle, böse Frauen, den Tod oder das Verrotten der Zivilisation. Das Album hält von Allem ein wenig bereit. Wir schreiben im Normalfall auch erst die Musik und danach folgen die Texte, bei denen wir die Ideen nutzen, die Corey während des Hörens der Songs hat.

Wo seht Ihr denn die Hauptunterschiede zum Debüt?
John: Einige der neuen Stücke gehen ein kleines bisschen weiter zurück mit der Zeitmaschine. „The Plague“ hat ein viel deutlicheren Retro-Sound, „Slow Death“ hat mehr das Feeling eines Jazz-Rock-Songs und „The Eldest Tree“ ist vielleicht der am heaviesten klingenden Song den wir je gemacht haben. Wir haben viele Dinge auf dem Album ausprobiert, wollten dabei jedoch nicht von dem Weg abkommen, den wir mit dem Sound, den wir für BRIMSTONE COVEN kreierten, begonnen haben.

Eines der stärksten Elemente eurer Musik ist, in meinen Augen, das „Sakrale“, besonders bei den mehrstimmigen Gesängen. Ist es eine Art Trademark für euch?
John: Die dreiteiligen Harmonien waren zeitweise das Markenzeichen von BRIMSTONE COVEN und wir wollten sie diesem Album nicht vorenthalten, es aber auch nicht damit überfluten. Das erste Mal als wir die dreistimmigen Harmonien geübt haben war das absolut großartig. Wir hatten richtige Gänsehaut. Corey, Andrew und ich haben eine bestimmte Chemie in unserem Gesang und das gibt der bereits großen Kraft der Musik nochmals einen Extraschub.

Brimstone Coven2„Black Magic“ klingt so, als hättet Ihr versucht, eine wärmere und manchmal sanftere Atmosphäre zu erschaffen als noch auf dem Debüt. Habt Ihr den Aufnahmeprozess und die Arbeit im Studio verändert?
Justin: Wir haben dieses Mal einige Dinge verändert und Neues probiert. Wir haben zwar wie bereits bei den früheren Aufnahmen wieder alles so organisch wie möglich aufgenommen, aber dieses Mal im Rahmen von längeren Sessions in Andrew (D’cagna) seinem Studio. Bei den letzten Aufnahmen haben wir viele kürzere Sessions über Nacht durchgezogen. Es hatte dieses Mal etwas mehr von, „Hey lass uns zur Arbeit gehen“. Technisch gesehen waren die Aufnahmen genau gleich wie beim Debüt, deshalb war es wirklich eine einfache Stimmungssache bei uns.

Habt Ihr das Songwriting geändert? Wer schreibt bei euch die Songs?
Justin: Corey Roth ist der verrückte Wissenschaftler hinter dieser Band. Er gibt uns das Material und wir basteln ein wenig damit herum, aber die meisten Teile der Songs stammen tatsächlich von ihm. Wir fühlen uns aber alle wohl als Songwriter und das ist ein großer Vorteil für die Band, da wir so eine Menge Ideen ins Spiel bringen und gemeinsam am Finetuning tüfteln können.

Wie wichtig ist es für Euch, den okkulten Touch in Eurer Musik zu haben?
Justin: Ich denke, für diese spezielle Band ist er sehr wichtig. Die Musik ist natürlich nur ein Teil des großen Bildes, da die okkulten Themen und das Artwork genauso wichtige Bestandteile sind. Das ungeschliffene Ambiente der Produktion und die Songs fügen sich zusammen und machen BRIMSTONE COVEN zu dem was sie sind.

Würdest du dich selbst als spirituelle Person beschreiben? Nicht zwangsläufig dem okkulten zugewandt, aber trotzdem spirituell?
Justin: Ich persönlich bin nicht spirituell und für die anderen Jungs kann ich nicht sprechen. Ich lebe mein Leben mit meinem Glauben oder eben dem Mangel daran.

Was denkst du über Kreationismus und darüber, dass es an Schulen unterrichtet wird?
Justin: Der sollte wirklich nicht an öffentlichen Schulen „gelehrt“ werden. Wenn die Wissenschaft deutlich auf unsere große Bedeutungslosigkeit in den unergründlichen Weiten des Universums ziegt, scheint es so als wäre das Hineinstopfen dieses Krams in den öffentlichen Lehrplan wie eine Rechtfertigung für irgendwas. Ich möchte hier niemanden aufgrund seines Glaubens fertigmachen, aber der Scheiß gehört nicht in öffentliche Schulen.

Viele Verschwörungstheorien verbinden Okkultismus und Spiritualismus mit Politik und der Entwicklung der Wirtschaft in der Welt. Interessierst du dich für solche Theorien?
Justin: Ich genieße es, mir all diese Theorien anzuhören. Einige Theorien sind wirklich absolut verrückte Zufälle und Gedankengänge. Ich weiß nicht, wie viel davon ich glauben kann, aber sie klingen interessant.

Brimstone Coven1Zurück zur Musik. Werdet ihr auf Tour kommen, speziell auch nach Europa und Deutschland?
Justin: Wir würden das liebend gern tun. Wir versuchen momentan überall hinzukommen, wo es geht, aber besonders gern würden wir nach Europa kommen. Es scheint in Europa einen gesunden Enthusiasmus dafür zu geben, was wir mit BRIMSTONE COVEN machen. Das soll nicht heißen, dass es den hier nicht gibt. Hoffentlich schaffen wir den Sprung und das lieber früher als später.

Welche anderen Pläne habt ihr für die Zukunft? Gibt es vielleicht noch andere Projekte?
Justin: Ja, wir sind alle sehr aktive Musiker. John und ich haben noch eine Band namens Necromancing The Stone und wir werden im Laufe des Jahres ein Album über Metal Blade Records veröffentlichen. Ich spiele Gitarre und John singt in der Band. Ihr solltet definitiv mal reinhören. Andrew ist ebenfalls in einige großartige Projekte involviert. Nechochwen, Obsequiae, Coldfells und noch viel andere tolle Projekte gibt es da, die ihr unbedingt antesten solltet. Wir vier spielten auch noch gemeinsam in einer Death Metal Band namens Entropy, irgendwie ein sehr beliebter Bandname, im Umkreis von Ohio. Ich habe Gitarre gespielt, John übernahm die andere Gitarre, Corey war Schlagzeuger und Andrew wurde unser Bassist. Kurz gesagt, wir lieben es Musik in verschiedenen Stilen zu schreiben und zu spielen, da wir so auch mal aus unserem Camp rauskommen.

Damit wären wir am Ende des Interviews angelangt. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt und die letzten Zeilen gehören euch.
Justin: Behold, Believe!!! Ich habe schon genug gefaselt. Wir danken für das Interview.