CD-Review: Brimstone Coven - Black Magic

Besetzung

"Big John" Williams - Gesang
Corey Roth - Gitarre
Andrew D'Cagna - Bass
Justin Wood - Schlagzeug

Tracklist

01. Black Magic
02. Black Unicorn
03. Beyond The Astral
04. As We Fall
05. Upon The Mountain
06. Slow Death
07. The Seers
08. The Plague
09. Forsaken
10. The Eldest Tree


Knapp zwei Jahre sind vergangen, seitdem BRIMSTONE COVEN ihr gleichnamiges und vor allem sehr vielversprechendes Debüt veröffentlicht haben. Damals stand noch die Frage im Raum, wie sich das Quartett im großen Haifischbecken namens Retro-Rock behaupten wird. Mit „Black Magic“ dürfte nun die endgültige Antwort folgen und man darf gespannt sein, ob sich der positive Eindruck von damals bestätigt.

Bereits nach wenigen Augenblicken wird dem Hörer klar, dass BRIMSTONE COVEN dazugelernt haben und die Eingängkeit ihrer Musik deutlich zugenommen hat, ohne das wirklich große Änderungen vollzogen worden sind. Vielmehr wirkt es als hätten sich „Big John“ und seine Kollegen auf das Wesentliche konzentriert und so fallen sie nicht gleich mit der Tür ins Haus, wie es noch auf dem Debüt geschah. Die insgesamt zehn Songs wirken klar strukturiert und geben dem Silberling einen angenehmen Fluss, der keine Langeweile aufkommen lässt.
Das Fundament auf „Black Magic“ bildet erneut Doom Metal/Rock der klassischen Art, welchem eine okkulte Stimmung innewohnt und auch die psychedelischen sowie Stoner-Rock-Elemente kommen glücklicherweise nicht zu kurz. Immerhin hat sich diese Rezeptur auf dem Debüt bereits bewährt und auch der häufig genutzte mehrstimmige Gesang ist nicht neu im Repertoire der Mannen aus Wheeling. Zu all diesen Einflüssen gesellen sich auf „Black Magic“ jedoch verstärkt auch überraschend angenehme und wohlig warme Momente. Dies geschieht fast immer dann, wenn BRIMSTONE COVEN den Gitarren in ursprünglicher Form ihren Lauf lassen und Big John die sanfte Seite seiner sonst sehr kräftigen Stimme präsentiert. Stücke wie das leicht an The Devil’s Blood erinnernde „As We Fall“ und „The Plague“, welches seine Wurzeln am Ende der 60er beziehungsweise zu Beginn der 70er Jahre hat, können hier als Sinnbild herangezogen werden. Aber auch das gemächliche „Forsaken“ reiht sich in nahtlos hier ein.

Was macht nun aber den Reiz an „Black Magic“ und der Musik von BRIMSTONE COVEN aus? Die einzelnen Elemente der Musik zeichnen nun mal weit über die Hälfte aller Bands in diesem Genre aus, jedoch schaffen es nur wenige Vertreter, einen ganz eigenen Charme zu entwickeln. Diesem Vierer gelingt genau das aber mit Bravur. In erster Linie ist dies dem Fingerspitzengefühl in Sachen Tracklist und Songwriting geschuldet. Die einzelnen Songs sind geschickt platziert und es bildet sich ein geschlossenes Gesamtbild heraus, wodurch eine lebendige Atmosphäre entstehen kann. Der zweite Punkt ist die bereits erwähnte Reduzierung auf das Wesentliche. Die Amis versuchen nicht mehr, so viele Einflüsse wie möglich in die Stücke einzubauen, sondern setzen gekonnt Kontrastpunkte und nutzen die Stärke des mehrstimmigen Gesangs genau im richtigen Moment aus. Der dritte Faktor ist die weiche und trotzdem sehr direkte Produktion, welche jedem einzelnen Instrument den nötigen Freiraum lässt. Die angenehm rockigen Riffs und immer wieder auflackernden Soli stehen zwar leicht im Vordergrund, aber auch die knackigen Basslines sind deutlich zu vernehmen. Das tatsächlich eher als lässig und unaufgeregte Schlagzeug und der zuweilen meditativ, hypnotische Gesang runden das Gesamtbild ab. Neben den bereits angesprochenen Stücken gibt es mit „Beyond The Astral“, „Upon The Mountain“ und dem abschließenden, stellenweise einmal mehr an eine Doomvariante von Ghost erinnernden „The Eldest Tree“ zudem weitere Ohrwurmgaranten.

BRIMSTONE COVEN beweisen mit ihrem zweiten Album also, dass sie die Vorschusslorbeeren tatsächlich verdient haben und kreieren mit „Black Magic“ einen eigenen Mikrokosmos, der sie von vielen Bands aus dem Retro-Rock-Bereich abhebt.

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Bewertung: 8 / 10

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