Interview mit Oddleif Stensland von Communic

Mit Oddleif Stensland, dem Sänger und Gitarrist der norwegischen Senkrechtstarter von COMMUNIC konnte ich einen Tag vor der ersten Europatour für die Band ein finales Interview machen. Vielen Dank an Oddleif, der sich trotz ziemlicher Hektik Zeit für uns nahm!

Hallo Oddleif, zuerst einmal möchte ich dir danken, dass du dir die Zeit nimmst, dieses Interview für unser deutsches Onlinemagazin Metal1.info zu beantworten. Wie geht es dir?
Prima, ich bin aber schon etwas nervos, da wir morgen zur Europatour aufbrechen werden.

Gratulation zu eurem Debütalbum „Conspiracy In Mind“. Es ist absolut großartig und ihr zwingt die Leute geradezu, es den ganzen Tag zu hören.
Es ist absolut umwerfend, wie das Album bei den Leuten ankommt. Sieht wirklich gut aus.

Was stehst du zu all den hochbewerteten Plattenkritiken der internationalen Presse?
Ich könnte nicht glücklicher sein.
„Conspiracy In Mind“ ist bei zwei der größten europäischen Metalmagazinen, Rock Hard und Heavy Oder Was?! , das Album des Monats geworden und das ist viel mehr als wir jemals gehofft hatten.

Als ihr die Songs aufgenommen habt, ahntet ihr da bereits, dass die Leute es mit offenen Armen empfangen werden?
Nicht wirklich. Wir wussten überhaupt nicht, wie die Leute reagieren würden, da die Songs sehr lang und nicht Mainstream sind. Demzufolge sind wir glücklich, dass die meisten Hörer dasselbe über das Material denken, wie auch wir, hehe.

Fiel es euch schwer, diese langen, schwierigen Songs aufzunehmen, oder ging das von der Hand wie das Öffnen einer Pulle Bier?
Es ist leichter eine Bierpulle zu öffnen, aber die Songs entwickelten sich sehr natürlich. Als scheint, als würden wir uns schwer tun, die Songs abzuschließen, aber über die Länge denken wir nicht eher nach, bis die Songs fertig sind. Wir wollten, dass die Songs interessant und vollständig klingen, dementsprechend sind die Songs dann im Kasten gelandet.

Gibt es für dich favorisierte Tracks auf der Platte? Müsste ich drei Titel nennen, wären das „Conspiracy In Mind“, „Communication Sublime“ und „The Distance“.
– „Communication Sublime“ ist der aggressivste Song der Scheibe, denke ich. Staccato Riffing als Grundgerüst und ein massiver Refrain. Es hat so ziemlich alles, was man braucht. Die Vocals pendeln zwischen aggressiv und melodisch, die richtig hohen Strecken und so. Conspiracy In Mind war der erste fertige Song für dieses Album. Sehr intensive und mitten ins Gesicht. Ebenfalls war es der Titelsong der Demo, die uns einen Vertrag beschert hat, er zeigte das Potenzial der Band. Ein Killer mit coolem Meldic-Part in der Mitte. Für diesen Song drehten wir auch ein Video und natürlich wird er live in den Anus treten. „The Distance“ hört sich ein bisschen romantisch an, glaube ich, da er in den melodischen Abschnitten etwas traurig klingt. Einige werden es wohl Ballade nennen, doch ich glaube, dass die Leute daran auch mehr finden werden. Ich erreiche dort ein hohes Klima und ebenso bietet er ein cooles Gitarrensolo. Mein Favorit ist „Silence Surrounds“, der längste Song des Albums. Der Song endet nach etwa elf Minuten und bietet viele Elemente, die den Song durchweg interessant machen. Elf Minuten, die aber hoffentlich nicht langweilig werden, hehe.

Bestehen noch irgendwelche Ideen für folgende Platten, oder wurde das Magazin hier so ziemlich leergeschossen, so dass ihr für das nächste Album wieder beim Nullpunkt anfangen müsst?
Es blieben keine Songs übrig, als wir das Album aufnahmen, aber wir arbeiten bereits am nächsten. Wir sind guter Dinge und zwei Songs sind bereits fertig, aber dennoch ist es noch zu früh, um darüber etwas sagen zu können. Ideen sprießen aber durchaus.

Gefallen dir die häufigen Nevermore-Vergleiche oder geht es bereits ein bisschen auf den Sack?
Manchmal höre ich davon und ich kann das nur als Kompliment sehen, aber ich achte nicht wirklich darauf. Es gibt zu viele ähnlich klingende Bands, aber es tut schon gut in einem Zug mit Sanctuary & Nevermore genannt zu werden. Zudem ist es schwer für eine neue Band, gleich einen „eigenen Sound“ nachgesagt zu bekommen, aber ich denke, irgendwo sind wir schon was eigenes. Die Plattenfirma und die Leute, die Platten rezensieren, brauchen Vergleiche um die Musik besser beschreiben zu können. Und genau so haben die Leute eine Chance Musik zu finden, die aus dem großen Jungle von neuen Bands und Veröffentlichungen, entspringen und ihnen gefällt.

Wie wäre es mit Nevermore auf Tour zu gehen? Konntet ihr bereits Kontakte zur Band knüpfen?
Nope, niemals von ihnen gehört, aber wir wären bereit für solch eine Tour!!!

Als ihr bei Nuclear Blast unterzeichnet habt, war das bei eurer favorisierten Plattenfirma, oder wären auch Alternativen in Frage gekommen?
Wir wollten die Demo nicht an Alle und Jeden schicken, also gab es nur 100 Exemplare mit dem Ziel, erst einmal ein Management zu finden. Dies fanden wir mit dem dänischen Management Intromental kurz nach der Demo. Zu Nuclear Blast hatten wir bereits Kontakt, da ihnen unsere Demo gefiel, aber zusammen mit Intromental, arbeiteten wir erstmal Labels ab, die wir auf unserer Liste stehen hatten. Die Demo erhielt ja auch tolle Reviews und daher wurden schon einige auf uns aufmerksam und warfen ein Auge auf uns. Am Ende hatten wir einige interessante Labels und entschieden uns dann für Nuclear Blast.

Kannst du bereits erzählen, in welchen Ländern ihr am meisten abgesetzt habt?
Ich habe noch nicht einen Überblick über die Verkaufszahlen gehabt. Das Album ist ja auch erst einen Monat draußen und ich schätze, es ist noch zu früh, um da etwas konkretes sagen zu können.

Hier in Deutschland wird Metal wieder erfolgreicher. Judas Priest landeten auf Rang 4, Hammerfall auf 12. Was sind deine Gedanken, wenn die Metalacts in den oberen Chartpositionen stehen?
Es ist schön zu sehen, dass die Leute wieder mehr und mehr in den Metal kommen.

Ihr geht mit Graveworm und den göttlichen Ensiferum auf Tour. Was erwartet ihr von dieser Tour?
Wir freuen uns sehr darauf. Es ist unsere erste Europatour und ich denke, es wird eine klasse Erfahrung für uns. Die Bands sind ziemlich unterschiedlich, so dass es vermutlich eine tolle Show wird.

Gibt es bereits weitere Festivaltermine neben dem Rock Hard Festival in Deutschland?
Bislang ist das Rock Hard Festival das einzige in Deutschland. Einige Gigs und Festivals in Norwegen sind auch bestätigt und wir müssen abwarten, was sonst noch ansteht.

Wo siehst du Communic in zehn Jahren?
Ohh, zehn Jahre sind eine lange Zeit. So lang ist es her, dass ich meine erste Band startete. So weit kann ich nicht in die Zukunft blicken. Wir müssen das alles Schritt für Schritt durchgehen, auch wenn es im vergangenen Jahr ziemlich schnell für Communic zur Sache ging. Wir konzentrieren uns täglich auf die Dinge die gerade anstehen und planen ebenso das nächste Album in gemütlichem Tempo.

Bist du oft online? Siehst du das Netz aus geschäftlichem Winkel oder ist es auch eine Plattform für den Kontakt zu euren Fans?
Für gewöhnlich bin ich jeden Tag online, verbinde das aber mit Arbeit und am meisten nutze ich es schon geschäftlich. Wir bekommen aber auch viele Mails und versuchen alle zu beantworten und den persönlichen Kontakt zu Leuten zu behalten, die uns Fragen stellen, Grüße senden oder uns kritisieren.

Ließt du Onlinemagazine?
Ja, eines meiner täglichen Rituale, die ich jeden morgen bei einer Tasse Kaffee antrete, bevor ich gewissenhaft arbeiten kann.

Welche Musik hörst du privat am liebsten?
Meistens höre ich meine alten Favoriten in der Metalsammlung. Fates Warning, Megadeth, Testament, Death, Ayreon und so weiter. Die letzte Saxon, „Lion Heart“, rotierte ebenfalls sehr lange im Autoradio, die gefällt mir sehr gut.

Okay, abschließend möchte ich dich zu unserem Wortspiel einladen. Deine ersten Gedanken zu folgenden Dingen…

Suche nach einer Plattenfirma: Geduld
Death Metal: Death
Deutschland: Auto-Import und Autobahn
Dimmu Borgir: Erfolgreichste Metal Band Norwegens
MTV: Scheiße
USA: Fuckt up
Religion: Fuckt up
Metal1.info: Werde ich mir ansehen.

Danke für das Interview und stay heavy!
Cheers

Oddleif Stensland
Communic

Oddleif entschuldigt sich für die teilweise kurzen Antworten, wir waren der finale Gesprächspartner ein Tag vor Beginn der ersten Europatour.

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