CD-Review: Communic - Conspiracy In Mind

Besetzung

Oddleif Stensland - Gesang, Gitarreb
Erik Mortensen – Bass
Tor Atle Andersen – Schlagzeug

Tracklist

01. Conspiracy In Mind
02. History Reversed
03. They Feed On Our Fear
04. Communication Sublime
05. The Distance
06. Ocean Bed
07. Silence Surrounds


Die norwegischen Newcomer COMMUNIC haben schon vor ihrem Debütalbum „Conspiracy In Mind“ auf sich aufmerksam machen können. So wurde ihre 3-Track-Demo aus dem Jahr 2004 in der Rock Hard zur „Demo des Monats“ gekürt und im Heavy oder was?! wurde ein Song sogar auf eine beiliegende Sampler-CD gepackt. Nun, im Februar 2005, erreichte die Metalwelt der erste Langspieler dieser viel versprechenden Band.

Musikalisch lassen Communic stark an Nevermore oder die legendären Sanctuary erinnern. Allerdings sind die Norweger weitaus mehr, als nur ein billiger Abklatsch, wie etwa Imperanon von den Children Of Bodom. Schon gleich beim Titelsong zeigt sich, wie riffgewaltig die Band spielt. Die Stimme Oddleif Stenslands kommt der Warrel Danes schon recht ähnlich, ist aber zweifelsohne vielfältiger einsetzbar. Singen kann Stensland jedenfalls wunderbar, egal ob das mal etwas höher oder etwas rauer ist. Bereits der erste Song des Debütalbums ist der reinste Wahnsinn. Zwar geht es mit „History Revearsed“ nicht ganz so zügig zur Sache, aber dennoch bietet der Song einen sehr eingängigen Song mit Ohrwurm-Charakter. Wieder auffälliger ist nun „They Feed On Our Fear“. Gesanglich ist das eine Leistung auf allerhöchstem Niveau und der Song ist gewissermaßen als Ballade einzustufen. Allerdings starten dann irgendwann Iced Earth-typische Galoppriffs, die dem Song neben seiner ruhigen Charakteristik einen starken Touch verleihen. Weiter geht es mit „Communication Sublime“. Erwähnte ich bereits, dass Communic-Sänger Oddleif auf diesem Album gesanglich in der obersten Liga spielt? Hier kommt seine Stimmgewalt so richtig zur Geltung, da er vielfältig wie auf keinem anderen Song singt. Der Song ist ein reines Brett, da wird dem Hörer nicht ansatzweise Zeit zum Verschnaufen eingeräumt. Trotz des durchweg progressiven Atems dieser Scheibe, ist dieser vierte Song die deftigste Power Metal Nummer des Communic-Debüts.
Mit „The Distance“ zeigen die Norweger ihre Qualitäten bei langsameren, hoch einfühlsamen Songs. Der Song hat nicht das Format des gleich deutlich werdenden Iced Earth-Songs, aber was Communic hier an Melancholie und Intensität bietet, braucht sich vor nichts zu verstecken. Verzerrt und schräg startet die vorletzte Nummer „Ocean Bed“. Schon zu Beginn zeigen Communic auf, wie man klassischen Heavy Metal mit modernen Einflüssen in Perfektion umsetzen kann. Mit seinen 6:44 Minuten ist dies der kürzeste Song des Albums, lässt aber trotz seiner „knapp bemessenen“ Spielzeit die Vielfältigkeit nicht außen vor. Die Stimme Stenslands ist teilweise elektronisch nachbearbeitet, was dem Track aber durchaus steht. Vom Riffing her wird dem Hörer ein weiteres Mal anspruchsvolles Staccato-Spiel offenbart. Wenn man auf diesem Album einen eher unauffälligen Song ausmachen müsste, wäre es wohl dieser. Schlecht ist dieses Lied aber weitaus nicht. Mit epischen 10:59 Minuten Spielzeit wird der Hörerschaft dann in Form von „Silence Surrounds“ der Ausstieg dargeboten. Absolut gigantisches Heavy-„Geschrubbe“ ertönt durch die Gitarren und auch der Bass macht sich noch einmal so richtig bemerkbar. Ein Song dieser Dauer kann nur abwechselungsreich sein und so bescheren die norwegischen Newcomer der Metalwelt einen würdigen Abschluss einer großen Scheibe.

Um den populärsten französischen Film aller Zeiten in leicht abgewandelter Form zu zitieren: Mein Blut wallet ob dieser musikalischen Meisterleistung! Zwar dürfte man Communic eher im Power Metal Bereich ansiedeln, aber auch auf der Etage der progressiven Bands zeigen sich Communic derart hoffnungsvoll, dass beim Hören der „Conspiracy In Mind“ klar wird, wie der Heavy Metal der Gegenwart auszusehen hat. Communic schießen hiermit ein Debütfeuer der Extraklasse ab. Die „nur“ sieben Songs sollten den interessierten Hörer keinesfalls vom Gang zur Kasse abhalten. Wie gesagt verstreichen beim kürzesten Song der Platte stolze 6:44 Minuten. Man muss für dieses Werk kein Nevermore-Fan und man muss kein Sanctuary-Liebhaber sein. Dieses Album setzt dem klassischen Heavy Metal mit aktuellen Einflüssen neue Maßstäbe!

Bewertung: 10 / 10

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