Interview mit Evan Linger von Skeletonwitch

Mit ihrem neuen Album “Serpents Unleashed” melden sich die Amerikaner SKELETONWITCH nach nur zwei Jahren zurück. Kurz vor ihrer Kanada-Tour mit The Black Dahlia Murder sprachen wir mir Bassist Evan Linger über diese beeindruckende Effizienz der Band, den derzeit so angesagten Artwork-Künstler John Baizley und die Zusammenarbeit mit Kurt Ballou (Converge).

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Euer fünftes Album “Serpents Unleashed” erscheint in Kürze. Wie würdest du das Album euren ungeduldigen Fans beschreiben?
Wir haben wirklich hart an dem Album gearbeitet, insofern bin ich wirklich gespannt auf die Veröffentlichung. Es klingt auf alle Fälle nach einem SKELETONWITCH-Album, aber es ist trotzdem anders als alles, was wir bisher gemacht haben. Ich finde, es hat einen etwas melancholischen Vibe und ist etwas lebendiger als unser letztes Werk. Aber ich bin gespannt zu sehen, wie die Fans darauf reagieren!

Ihr habt zum zweiten Mal in Folge von Veröffentlichung zu Veröffentlichung nur zwei Jahre gebraucht – ein wirklich anständiger Rhythmus! Wie schafft ihr das, so schnell zu sein?
Wir wollen einfach interessant bleiben. Wenn du mit der gleichen Platte für vier oder fünf Jahre auf Tour bist, wird das einfach langweilig. Wir touren recht viel, und wollen den Fans immer auch neues Material bieten können, damit die auch wiederkommen. Abgesehen davon passiert das eigentlich ganz natürlich: Wir würden kein Album veröffentlichen, das nicht releasefertig ist, oder würden etwas raushauen, nur weil es ein guter geschäftlicher Schachzug wäre.

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Habt ihr das ganze Material nach der Veröffentlichung von „Forever Abomination“ geschrieben, oder waren da noch einige Songs übrig?
Nein, das ist alles brandneues Material.

Wie du gesagt hast, tourt ihr auch recht viel. Schreibt ihr dann auch im Tourbus oder an freien Nachmittagen auf Tour Songs, oder geschieht das konzentriert im Proberaum oder gar nur in Einzelarbeit daheim?

Wir schreiben eigentlich nur, wenn wir nicht auf Tour sind – und in der Tat geschieht das meiste davon in Einzelarbeit. Wenn wir dann im Proberaum zusammenkommen, werden die Songs angepasst, geändert und in Details ausgearbeitet.

Das Album wurde von Kurt Ballou von Converge produziert. Warum habt ihr ihn für den Job auserwählt, und kanntet ihr euch schon vorher persönlich?
Er macht einfach verdammt gut klingende Produktionen. Wir sind schon lange von seiner Arbeit beeindruckt und wollten dieses Detail noch dem SKELETONWITCH-Sound hinzufügen. Wir haben vor vier oder fünf Jahren mal ein Festival mit Converge gespielt, damals haben wir Kurt kennengelernt go and thats when we initially met Kurt. Aber wir haben einen gemeinsamen Soundtechniker mit Converge für unsere Liveshows: Wenn er nicht grade mit denen unterwegs ist, nehmen wir ihn immer mit.

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War es ein anderes Arbeiten mit ihm als mit euren bisherigen Produzenten?
Jeder Produzent, mit dem wir bisher zusammengearbeitet haben, war von seiner Arbeitsweise ein wenig anders – nicht zuletzt deshalb macht es ja auch jedes Mal so viel Spaß, ein Album aufzunehmen: Es macht den Prozess zu einer einzigartigen Erfahrung und das Album jedes Mal zu einem einzigartigen Ergebnis – und es sorgt dafür, dass alles spannend bleibt. Jeder Produzent hat seine eigenen Tricks und Arbeitsweisen, das war bei Kurt auch nicht anders. Beispielsweise hat er ein sehr gutes Ohr für die richtigen Bass- und Gitarrensounds.


Das Artwork für das Album ist von dem Künstler John Baizley, dessen Werke man in letzter Zeit recht oft zu sehen bekommen hat – Bands wie Black Tusk, Kvelertak oder Kylesa haben ebenfalls auf seine Kunstwerke zurückgegriffen. Warum habt ihr euch für ihn als Artwork-Künstler entschieden und wie viel Einfluss hattet ihr auf das Ergebnis?
John hat auch schon das Artwork für unsere EP „Worship The Witch“ und das erste Album auf Prosthetic gemacht, „Beyond The Permafrost“. Wir kennen uns also schon seit einer sehr langen Zeit. SKELETONWITCH haben schon Shows mit Johns Band, Baroness, organisiert, als wir noch ganz am Anfang standen. Johns Kunst ist sehr ehrlich. Ich finde, dass viel zu viele Artworks heutzutage irgendwelcher mit dem PC und Photoshop erstellter Mist sind. Wir wollten einfach ein ehrliches Album veröffentlichen – und das nicht nur im Bezug auf die Musik, sondern auch auf die optische Kunst. Deshalb war es uns sehr wichtig, ein echtes Gemälde und damit ein echtes Kunstwerk als Cover zu verwenden.

Skeletonwitch-04Aufgrund seines sehr charakteristischen Stils haben die Cover von ihm einen hohen Wiedererkennungswert. Könnte man seine Cover so zu sagen als Empfehlung im Sinne von „Wer dieses Album mag, könnte auch folgende Alben mögen“ ansehen? Oder anders gefragt: Haben die Bands, die seine Cover verwenden, etwas gemeinsam?
Ich denke, John wählt sehr sorgsam aus, mit wem er zusammenarbeitet – deshalb ist es wirklich verdammt cool, zu der Gruppe von Bands zu gehören, für die er seine Kunst zur Verfügung stellt.

Würdest du also sagen, dass in einem John-Baizley-Artwork auch eine musikalische Aussage steckt und dass die Bands, die seine Bilder verwenden, etwas gemeinsam haben?
Das könnte schon sein. Wir waren zumindest schon mit vielen der Bands auf Tour, für die er gearbeitet hat …


Möchtest du noch ein paar Takte zu den Texten auf „Serpents Unleashed“ sagen?
Das ist mehr der Bereich von Chance, aber ich könnte mit dir den ganzen Tag über Bass reden!


Haha, ok, Plant ihr denn auch zu dem Album eine Tour mit Auftritten in Deutschland?
Bisher ist nichts fix, aber wir versuchen natürlich, baldmöglichst rüber zu kommen. Wir hatten in Deutschland bisher immer eine großartige Zeit!


Die letzten Worte gehören dir – gibt es noch etwas, das du unseren Lesern mitteilen willst?
Wir hoffen echt, dass wir es bald wieder über den großen Teich schaffen und euch bald wiedersehen! Und vergesst nicht, „Serpents Unleashed“ anzuhören! Danke euch!

Skeletonwitch-04Zum Abschluss unser traditionelles Brainstroming. Was fällt dir zu diesen Begriffen spontan ein:
Barack Obama: Wer?
Gras: Nein.
Slayer: Show No Mercy.
Deutschland: Festivals!

Athen: Katerstimmung.
NSA-Affäre: Schnarchen.

SKELETONWITCH in zehn Jahren: Alle Musiker durch Roboter ersetzt.

Promo-Photos von: Chris Casella