Der Jahresrückblick 2018 von Stephan Rajchl 2018

Meine Top-5 der Metal-Alben 2018

  1. Abysmal GriefBlasphema Secta
  2. Antigone’s FateInsomnia
  3. HothAstral Necromancy
  4. KhôradaSalt
  5. UngfellMythen, Mären, Pestilenz

Schlechtestes Metal-Album des Jahres

Twilight Fauna – Where Birds Sing My Name

Mein bestes Festival des Jahres

Für mich eindeutig das Vienna Metal Meeting. Das Line-Up war wieder mal hervorragend, alles war gut organisiert und der Ticketpreis ist mehr als angemessen. Das Line-Up für nächstes Jahr scheint sogar noch besser zu werden.

Mein bestes Konzert des Jahres

Es ist beinahe unmöglich, sich hier auf eines zu beschränken! Vielleicht Steven Wilson am 14.2. – eine vielfältige Setlist, unglaublich stimmige Licht- und Bühnenshow und Wilson war wunderbar sympathisch. Fantastisch waren aber auch Dornenreich mit ihrer Akustikshow am 9.3., ASP mit ihrem „Zaubererbruder“-Jubiläumskonzert am 6.10. und Empyrium am 1.10. auf der „Heralds-Of-The-Fall“-Tour.

Mein schlechtestes Konzert des Jahres

Unglücklicherweise wohl Mosaic am 20.1. – auf Platte eine der spannendsten deutschen Black-Metal-Bands, aber der Gig wurde mir durch die technischen Probleme, die Verzögerungen, den miesen Sound und die eintönige Setlist ziemlich vermiest.

Bestes Coverartwork des Jahres

Sehr schwere Wahl, aber vermutlich Ophidian ForestvotIVe:

Schlechtestes Coverartwork des Jahres

Ganz eindeutig Riot V – Armor Of Light. Da kann man doch echt nur drüber lachen:

Mein Newcomer des Jahres

Im Nicht-Metal-Bereich definitiv Fedrespor – ein unglaublich kreatives, leider noch viel zu unbekanntes Neofolk-Projekt. Im Metal wären es wohl die Agalloch-Abkömmlinge Khôrada, die zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber dafür wirklich außergewöhnlich klingen.

Meine Entdeckung des Jahres

Einerseits die Funeral-Doom-Metaller Woebegone Obscured, auf die ich nur durch Zufall gestoßen bin und deren aktuelles Album „The Forestroamer“ ich jetzt nicht mehr missen möchte, andererseits Loreena McKennitt, der ich zuvor nie Beachtung geschenkt habe, obwohl sie sich ganz wunderbar darauf versteht, leicht zugänglichen Folk einfallsreich zu gestalten.

Meine Enttäuschung des Jahres

– musikalisch: Myrkur hat mit „Juniper“ zum ersten Mal einen Song vorgelegt, der mich gelangweilt hat. Mosaic haben mich mit ihrer Live-Show sehr enttäuscht. Agrypnie, An Autumn For Crippled Children, Dimmu Borgir und Ophidian Forest hätten definitiv bessere Alben herausbringen können.
– persönlich: Immer mehr autoritär ausgerichtete Politiker haben es in verschiedenen Staaten an die Spitze geschafft – zu allem Überfluss auch noch mithilfe verblendeter Wählerschaften. Um die Umwelt ist es immer schlechter bestellt und die Staatengemeinschaft verharrt in ihrem Unwillen, etwas dagegen zu tun – geschweige denn, überhaupt für Einigkeit zu sorgen. Ansonsten sind noch verfliegende Freundschaften und ein paar persönliche Unzulänglichkeiten zu beklagen.

Überraschung des Jahres

– musikalisch: Urfaust bringen einfach so aus dem Nichts ein neues Album heraus. Autumnblaze spielen auf ihrer ebenso plötzlich erschienen EP plötzlich zuckersüßen Dream Pop. Samsas Traum hatten überraschend großen Erfolg mit ihrem Crowdfunding. Unreqvited hat gleich zwei Alben veröffentlicht und immense Fortschritte gemacht.
– persönlich: Ich bin erstaunlich gut in meinem Studium vorangekommen. Der Umzug in meine neue Wohnung war in Windeseile erledigt und verlief ohne große Probleme.

Mein Song des Jahres

Agrypnie – Aus Zeit erhebt sich Ewigkeit. Mit Abstand der beste Track der ansonsten nicht ganz so beeindruckenden Platte. Eviga liefert hier seine bisher intensivste Gesangsperformance ab.

Mein bestes gelesenes Buch

Leider habe ich aufgrund der schier unbezwingbaren Mengen an Literatur, die ich im Zuge meines Studiums zu bewältigen habe, kaum Freizeit ins Lesen investiert. Ferdinand von Schirachs „Strafe“ war jedoch eine so zutiefst bedrückende Sammlung von Kurzgeschichten, die sich um die mannigfaltigen Gesichter menschlicher Abgründe drehen.

Mein bester gesehener Film

…war technisch gesehen kein Film, sondern ein Videospiel, das jedoch aufgrund der Spieldynamik eher an einen interaktiven Film erinnerte: „Detroit Become Human“. Eine mitreißende, unglaublich emotionale, quasi-futuristische Geschichte, die die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verschwimmen lässt und dabei allerlei philosophische und politische Fragen aufwirft. Sorgte in meinem Umfeld für viel Gesprächsstoff. „Deadpool 2“ und „Shape Of Water“ waren auch herausragend.

Mein Wunsch / Hoffnung für das kommende Jahr

– musikalisch: Die kommenden Alben von Dornenreich, Samsas Traum, Mosaic, Saor, Sopor Aeternus und Noekk werden hoffentlich halten, was sie versprechen. Wäre auch schön, endlich wieder was Neues von Autumnblaze, Angizia und Empyrium zu hören. Und das VVM kann hoffentlich den durch das Line-Up geschürten Erwartungen gerecht werden.
– persönlich: Ich werde hoffentlich mein Studium abschließen und danach so bald wie möglich den zu mir passenden Platz in der Arbeitswelt finden. Vernunft und Mitgefühl sollen sowohl in der Politik als auch in der Bevölkerung einen höheren Stellenwert erhalten. Ein bisschen mehr Zuversicht könnte mir auch nicht schaden.