Konzertbericht: Zodiac

05.10.2014 Berlin, Privatclub

TourbannerMit ihrem dritten Werk „Sonic Child“ haben ZODIAC einmal mehr bewiesen, dass sie es verstehen, Blues Rock in Perfektion zu zelebrieren. Anlässlich der Veröffentlichung des Albums absolvierten die Jungs aus Münster eine kleine Headliner-Tour, welche ihren letzten Stopp im Berliner Privatclub hatte.
Logo Zodiac kleinEine kleine unscheinbare Tür, mit einem kleinen leuchtenden P, das ist alles was bei der Ankunft auf einen Club schließen lässt. Tatsächlich kann man den Eingang also sehr leicht verfehlen, vor allem, da noch keinerlei Leute zu sehen sind. Zum Glück dringen aus dem inneren des Gebäudes vertraute Klänge nach Außen. ZODIAC sind kurz vor Einlass noch mit dem Soundcheck beschäftigt und man probt auch noch mal die neuen Stücke. Beim betreten des Clubs fällt einem sofort die gemütliche Atmosphäre auf, die diese Wände ausstrahlen. Viele der langsam eintreffenden Gäste machen es sich natürlich an der schön gestalteten Bar gemütlich und stimmen sich bei einem Bier oder Ähnlichem auf das Konzert ein.
Portrait2Da es keine weiteren Supports gibt, erklingt pünktlich um 20:30 Uhr das von „Sonic Child“ bekannte Intro, während die Bühne in ein tiefes Rot getaucht ist und die Lichter im Club ausgehen. Der Großteil des zahlreich erschienenen Publikums verlagert sich zugleich vor die kleine Bühne und bereits als ZODIAC erstmals an den Zuschauern vorbei läuft, gibt es Applaus. Eröffnet wird der Abend durch „Swinging On The Run“, sodass man das vom Album gewohnte Bild erhält. Wer nun genau hinschaut, dem fallen die zwei auf das Publikum gerichteten Mikrofone auf, deren Bedeutung Sänger Nick van Delft auch ziemlich klar erklärt. Es erfolgt ein Live-Mitschnitt des Konzertes, wie auch bei allen anderen Konzerten der Tour. Das somit aufgenomme Material, wird die Band, so versicherte Nick van Delft nach dem Konzert, als Live-Album veröffentlichen. Jedenfalls war die Ansage der Live-Aufnahme wie Öl auf das Feuer, denn das Publikum gab jetzt erst richtig Gas und ab dem dritten Stück gab es stets tobenden Applaus und anfeuernde Rufe und Pfiffe aus dem begeisterten Publikum. Dies war merklich ehrlich gemeint und vor allem sehr verdient, denn ZODIAC haben eine sehr ausgewogene Setlist mitgebracht. Die neuen Stücke machten zwar knapp die Hälfte des Sets aus, aber mit Songs wie „Free“, „Cortez The Killer“ sowie den obligatorischen „Moonshine“ und „Coming Home“ präsentierte man auch Highlights der beiden vorangegangenen Alben.
Vinyl2Ein weiteres Merkmal von ZODIAC sind die vielen Live-Improvisationen und der zuweilen eher an Jamsessions erinnernde Charakter der Auftritte, so auch an diesem Abend. Immer wieder spielen sich die Musiker gegenseitig in einen kleinen Rausch und animieren so das Publikum zum Mitklatschen. Unterstützung an den Tasten erhält die Band stellenweise von Gast-Pianist Florian Steppke, wohlgemerkt bleibt die Orgel dabei in fester Hand von Bassist Ruben Claro. Dieses spontane Feeling sorgt auch dafür, dass das Publikum sich stets dem Fluss der Musik hingibt und entweder entspannt mitwippt oder bei den temporeichen Nummern entsprechend etwas mehr Gas gibt.
Die Beleuchtung der Bühne ist an diesem Abend ebenfalls sehr gut gelungen und fügt ein absolut stimmiges Gesamtbild zusammen. Musiker und Publikum bilden eine Einheit und es entwickelt sich im Laufe des Konzerts eine besondere Energie, die den gesamten Abend anhält. Als das eigentlich abschließende „Just Music“ verklingt branden sofort die Zugabe-Rufe auf und ZODIAC lassen sich glücklicherweise nicht lange bitten. Das nun tatsächlich abschließende „Coming Home“ fühlt sich genau so an, wie es der Name sagt. Man fühlt sich angekommen, entspannt und zufrieden diesen Abend erlebt zu haben.

Setlist ZODIAC:
01. Intro – Who I Am
02. Swinging On The Run
03. Out Of The City
04. Free
05. Holding On
06. Leave Me Blind
07. Diamond Shoes
08. Cortez The Killer
09. Sonic Child
10. A Penny And A Dead Horse
11. Moonshine
12. Rock Bottom Blues
13. Assembly Line
14. A Bit Of Devil
15. Just Music
Zugabe:
16. Coming Home

Bar2ZODIAC beweisen im Berliner Privatclub einmal mehr, dass sie eine Liveband alles bester Güte sind und das sie ohne große Show und ohne große Aufregung trotzdem jeden Abend zu einem tollen Erlebnis machen können. Die gemütliche Clubatmosphäre und das gesellige Publikum machen aus dem Konzert großartige zwei Stunden und die, nach dem Auftritt, Rede und Antwort stehenden Musiker zeigen, wie wichtig das Verhältnis zwischen Band und den Fans ist.

Publiziert am von Christoph Ilius

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.