Review Magnum – Escape From The Shadow Garden

  • Label: SPV
  • Veröffentlicht: 2014
  • Spielart: Hard Rock

MAGNUM? Das weltberühmte Eis? Oder etwa doch die berühmte Krimiserie aus den Achtzigern?
Nein! Hier ist die Rede von der britischen Hardrock-Legende MAGNUM, die mit „Escape From The Shadow Garden“ nun mittlerweile ihr 17. Studioalbum in ihrer über 40-jährigen Bandgeschichte auf die Beine stellen. Zwei Jahre nach dem grandiosen Vorgänger „On The Thirteenth Day“ wagen sich die Briten um Mastermind  Tony Clarkin und Sänger Bob Catley an ein neues Meisterwerk. Ob sie das hohe Niveau des Vorgängers halten können?

Eröffnet wird die Platte von dem grandiosen Opener „Live ‘Til  You Die“. Eingeleitet von einem Geigen-Intro, beginnt der Song nach wenigen Sekunden, seine volle Pracht zu entfalten. Ein mächtiges Gitarren-Riff, getragen von Streichern, führt einen in dieses fantastische Album ein. Bob Catley singt noch genauso klasse wie in den Siebzigern und Achtzigern. Altersmüdigkeit? Bei MAGNUM nicht.
Im weiteren Verlauf bietet der Release viele klassische MAGNUM-Hardrock-Tracks. Zum Beispiel das schon im Voraus – zumindest ausschnittweise – bekannte „Too Many Clowns“, welches durch seinen starken Blues-Einfluss besticht. Die Briten experimentieren nicht viel herum. Sie machen einfach das, was sie am besten können: klassisch direkten achtziger Hardrock. Das beweisen sie auch in Songs wie „Unwritten Sacrifice“ oder „Burning River“. Songs ohne große Kompromisse. So wie man es von dem Quintett gewohnt ist.

Natürlich geben sich MAGNUM auch wieder von ihrer soften Seite. Mit den beiden ruhigen Tracks „Don’t Fall Asleep“ und dem Album abschließenden „The Valley Of Tears“ zeigen MAGNUM ihre Balladen-Qualität. Letzterer besticht gerade durch seine Traurigkeit und Bob Catleys weiche Stimme, die einen vor Freude fast zum Weinen bringt. Ein wunderschöner Song, der hoffentlich auch bald seine Position im Live-Set findet.

Das Highlight des Silberlings bildet das mittig positionierte „Midnight Angel“. Mit über sieben Minuten der längste und auch epischste Track der CD. Eingeleitet von einer Akustikgitarre, beginnt der Song recht ruhig. Nach kurzer Zeit setzt dann das Piano zusammen mit Bob Catley ein, und der Song gewinnt an Fahrt, ehe er  in einem bombastischen Refrain endet. Ganz großes Kino.
Die Band kann aber auch eingängigere Songs schreiben. So zum Beispiel „The Art Of Compromise“. Mit einer Weltklasse-Hookline im Refrain und genialen Gitarrenmelodien zwischendrin beweist die Combo, dass Eingängigkeit nicht immer schlecht sein muss, sondern auch total genial sein kann.

Auch die grandiose Produktion der Scheibe lässt sich loben. Ein klasse gemischter und sauber klingender Sound bringt das Album in voller Pracht zum Erklingen. Bob Catleys Gesang ist genauso gut herauszuhören wie auch jede einzelne Note, die von der Band gespielt wird. Das Album klingt frisch und präsentiert MAGNUM in einem sehr modernen Gewand.

Schlussendlich lässt sich sagen, dass MAGNUM mit „Escape From The Shadow Garden“ ein weiteres Highlight in ihrer über 40-jährigen Geschichte herausgebracht haben. Die fünf Herren können nahtlos an den meisterlichen Vorgänger „On The Thirteenth Day“ anknüpfen. Alteingesessene Fans werden genauso Gefallen daran finden wie jene, die MAGNUM zum ersten Mal in ihrem Leben hören. Anno 2014 sind MAGNUM ganz groß. Und hoffentlich bleiben sie uns noch lange erhalten.

Wertung: 8.5 / 10

Publiziert am von Marvin Jordan

Ein Kommentar zu “Magnum – Escape From The Shadow Garden

  1. Wow, wirklich toll geschriebenes (erstes) Review!
    Ich kann nur hoffen dass ich mit annähernd 70 Jahren noch so fit bin wie Bob Catley… Ich habe ihn letztes Jahr mit Avantasia live gesehen… absolut symphatischer Mann voller Energie und mit einem unglaublich ausdrucksstarken Auftreten.

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