CD-Review: Airbourne - Breakin' Outta Hell

Besetzung

Joel O’Keeffe – Gesang, Gitarre
David Roads – Gitarre
Justin Street – Bass
Ryan O’Keeffe – Schlagzeug

Tracklist

01. Breakin‘ Outta Hell
02. Rivalry
03. Get Back Up
04. It’s Never Too Loud For Me
05. Thin The Blood
06. I’m Going To Hell For This
07. Down On You
08. Never Been Rocked Like This
09. When I Drink I Go Crazy
10. Do Me Like You Do Yourself
11. It’s All For Rock ’n‘ Roll
12. Bombshell (Bonustrack)


Die australischen Rocker AIRBOURNE sind nicht nur eine beeindruckende Erfolgsgeschichte, sondern auch Beweis dafür, dass etwas wie „zeitlos gute Rockmusik“ nicht bloß eine Worthülse aus dem Jargon unmotivierter Kritiker ist. Die Burschen aus Warrnambool machen im Grunde exakt das Gleiche, was AC/DC bereits seit 43 Jahren liefern und werden dafür doch allerorts gefeiert – vollkommen zu Recht, wie auch ihr inzwischen viertes Album „Breakin‘ Outta Hell“ zeigt.

Da große Veränderungen an der Grundformel vollkommen entgegen der Sache wären, bleibt – abgesehen von ungewohnt langen Songtiteln – im Hause AIRBOURNE auch mit „Breakin‘ Outta Hell“ so ziemlich alles beim Alten. Damit stechen die Australier noch immer nicht durch sonderlich viel Originalität hervor, sind aber nach wie vor die einzig wirklich wirksame Ersatzdroge für all jene, denen die ungestüme Frische der einst jungen AC/DC schmerzlich abgeht. Originalität ist auch nicht das, wonach man bei AIRBOURNE suchen sollte – vielmehr ist es Authentizität, die man von dieser Truppe erwarten kann und authentisch ist „Breakin‘ Outta Hell“ auf jeden Fall.

Ab dem eröffnenden Titeltrack ist klar, was man hier zu erwarten hat und so erlebt man mit der treibenden Uptempo-Nummer, die auch ohne Probleme auf dem Debüt „Runnin‘ Wild“ stehen könnte, keinerlei Überraschungen. Wozu auch? Die Australier rocken sich ab dem ersten Ton mit maximaler Spielfreude und auf höchstem Energielevel durch das altbekannte Drei-Akkord-Schema und reißen ihre Hörerschaft augenblicklich mit. Spätestens ab dem folgenden „Rivalry“, das breitbeinig aus den Boxen stampft, gibt es dann wieder die volle Packung AC/DC-Huldigung, was sich bis zum Ende von „Breakin‘ Outta Hell“ auch nicht mehr ändern soll. In Songs wie dem fetzigen „Thin The Blood“, der arschcoolen Hymne „It’s All For Rock ’n‘ Roll“, dem an „Fly On The Wall“-Zeiten erinnernden „I’m Going To Hell For This“ oder auch jeder anderen Nummer auf dieser Platte imitieren die Burschen ihre großen Vorbilder bis in die letzte tonale Nuance, was allerdings mit derart viel Charme und Chuzpe geschieht, dass man gar nicht anders kann, als die Mannschaft abzufeiern.

Genau hier liegt eben auch die große Stärke von AIRBOURNE: Mitnichten innovativ machen die Kerls es immer wieder deutlich, dass sie den Sound von AC/DC bis ins letzte Detail verstanden und verinnerlicht haben und wissen ihn authentischer als irgendeine vergleichbare Formation in eigenen Songs zu reproduzieren. Und da sich die Herren vom fünften Kontinent auch noch mit Produzent Bob Marlette, der auch schon ihr gefeiertes Debüt abrundete, zusammengetan haben, punkten sie hier obendrein noch mit dem fettesten und wuchtigsten Sound, den die Band jemals zu bieten hatte. AIRBOURNE sind mit „Breakin‘ Outta Hell“ tatsächlich voll und ganz in der obersten Etage des Rock ’n‘ Roll-Geschäfts angekommen und es bleibt zu hoffen, dass sie sich dort noch eine ganze Weile halten können.

Mit dem Weggang von Bassist Cliff Williams ist Angus Young das letzte „echte“ AC/DC-Mitglied. Mit derlei Problemen werden AIRBOURNE (hoffentlich) noch lange Zeit nicht zu kämpfen haben, denn wo ihre großen Vorbilder zu einer gut geölten Entertainment-Maschinerie wurden, sind die Burschen aus Victoria eine geerdete Band, aus deren jeder Note Bierdunst und Barschweiß wabern. Mag sein, dass AIRBOURNE wenig originell sind, aber es ist schön, dass diese Truppe mit einem Album wie „Breakin‘ Outta Hell“ eine der wichtigsten Traditionen des Hard Rocks weiterführt. Zeitlos eben.

Bewertung: 8 / 10

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