CD-Review: All That Remains - For We Are Many

Besetzung

Philip Labonte – Gesang
Oli Herbert – Lead-Gitarre
Mike Martin – Rhythmus-Gitarre
Jeanne Sagan – Bass
Jason Costa – Schlagzeug

Tracklist

01. Now Let Them Tremble
02. For We Are Many
03. The Last Time
04. Some Of The People, All Of The Time
05. Won't Go Quietly
06. Aggressive Opposition
07. From The Outside
08. Dead Wrong
09. Faithless
10. Hold On
11. Keepers Of Fellow Men
12. The Waiting One


Wenn ALL THAT REMAINS für eines stehen, dann ist es die Konstanz bei der Veröffentlichung ihrer Alben. Seit ihrer Gründung 2002 wurde alle zwei Jahre eine neue Scheibe auf den Markt gebracht – ohne Ausnahme. Der nächste Streich in dieser Reihe erschien nun in Form von „For We Are Many“ über Roadrunner Records. Dessen Vorgänger „Overcome“ (2008) wurde damals überraschend von Jason Suecof – der sich seine Lorbeeren unter anderem mit seiner Arbeit für Bands wie The Black Dahlia Murder, DevilDriver und Job For A Cowboy verdienen konnte – eingespielt, da Stammproduzent Adam Dutkiewicz zeitlich verhindert war. In Sachen Veredelung konnte man nun wieder auf den Killswitch Engage-Gitarristen zurückkommen – und das merkt man „For We Are Many“ deutlich an.

Schon das Intro „Now Let Them Tremble“ startet mit einer äußerst fetten, sich nach oben schraubenden Gitarrensalven und einem heftigen Riffbrett, dass sich praktisch nahtlos auch auf dem folgenden Titelsong „For We Are Many“ über dem Kopf des geneigten Hörers zerbricht. Dass ALL THAT REMAINS genau wissen, was sie an Produzent Dutkiewicz haben, zeigt sich auch in den technischen Spielereien, vorrangig am Gesang. Übereinander gelegte Vocallines und aggressives Gruppengrowling sorgen für ordentlich Druck, auch der in den Hintergrund gemischte Klargesang drängt sich einem auf angenehme Art und Weise nicht (!) auf, Frontmann Philip Labonte macht selbst vor giftigem Gekeife nicht Halt. Im Anschluss zeigen Tracks wie „The Last Time“ und „From The Outside“ exemplarisch, wie eingängig das Quintett aus Springfield, Massechusetts sein kann und dass ihnen die Veredelung von Dutkiewicz einen deutlich modernen Touch verpasst hat, als die von Suecof beim Vorgänger.
Wird in der ersten Hälfte der 12 Titel starken Scheibe noch angenehm mit den cleanen Gesangsparts gehaushaltet, relativiert sich der Eindruck des bisher härtesten ALL THAT REMAINS-Silberlings in der zweiten Hälfte. Geboten wird dann nämlich Metalcore, wie er im Buche steht, mit allen seinen Pros und Kontras. Einige Nummern würde eine mörderisch harte Stimmung aufbauen, kämen ihnen keine cleanen Vocals in die Quere („Dead Wrong“, „Won’t Go Quietly“). Schade ist das vor allem deshalb, weil Mikrofonbefeuchter Labonte eine durchaus hörenswerte Stimme hat, die vor allem bei einzelnen, sehr stimmigen Refrains („Some Of The People, All Of The Time“) zum Tragen kommt.

Tatsächlich dürften bei „For We Are Many“ aber die wenigsten Songs auf Dauer im Gedächtnis bleiben – vom visuell mit einem Videoclip aufbereiteten „Hold On“ vielleicht einmal abgesehen. Adam Dutkiewicz ist ganz klar der Mann für ALL THAT REMAINS und, betrachtet man sein Wirken für andere Bands, sollte mit ihm eigentlich auch eine härtere Produktion, bzw. Gangart realisierbar sein. Tatsache ist nämlich: Das US-amerikanische Metalcore-Quintett ist immer dann am besten, wenn es am härtesten ist. Bis dorthin bleibt „For We Are Many“ also nicht der erhoffte Befreiungsschlag, sondern nur knapp überdurchschnittlich. Nur für Fans der Band oder Genrefreunde.

Bewertung: 6.5 / 10

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