CD-Review: Alunah - Solennial

Besetzung

Sophie Day – Gesang, Gitarre
David Day – Gitarre
Daniel Burchmore – Bass
Jake Mason – Schlagzeug

Tracklist

01. The Dying Soil
02. Light Of Winter
03. Feast Of Torches
04. The Reckoning Of Time
05. Fire Of Thornborough Henge
06. Petrichor
07. Lugh’s Assembly
08. A Forest (The Cure Cover)


2014 nahmen uns die Okkult-Metaller ALUNAH mit auf eine mystische Reise durch die Wälder Großbritanniens. „Awakening The Forest“ nannte sich das gute Stück, welches mit seiner perfekten Mischung aus lässigem Stoner und stimmungsvollem Doom Metal eine im positiven Sinn geradezu einlullende, fast schon schamanische Aura verströmte. Auf „Solennial“ entführen uns die vier Naturmystiker nun abermals in eine Welt voller Baumgeister und anderer seltsamer Gestalten und wie es schon das Artwork ankündigt, gilt es erneut, so manches musikalisches Ritual mitzuerleben.

Abgesehen davon, dass ALUNAH mit dem sanft-mysteriösen, clean eingespielten „The Dying Soil“ erstmals ein Intro an den Anfang eines Albums stellen, hat sich auf den ersten Blick nicht viel geändert. Auf einem Unterholz aus staubtrockenen, kraftvollen und schleppenden Gitarren, zurückgelehnten Leadmelodien und gemächlich stampfenden Drumbeats schreitet Frontfrau Sophie Day geschmeidig, aber bestimmt einher, während sie uns mit ihren geheimnisvoll lockenden Gesängen immer tiefer ins akustische Dickicht führt.
Doch ALUNAH wissen auch, dass man im Moor der Musiklandschaft nicht allzu lang an einem Fleck verweilen sollte, sodass sie stilistisch keineswegs auf der Stelle treten. So schreiten sie beispielsweise auf „Light Of Winter“ etwas beherzter voran, als man es sonst von den Briten gewöhnt ist, während „Feast Of Torches“ davon zeugt, dass ALUNAH auf „Solennial“ auch öfter auf unverzerrte, atmosphärische Gitarren setzen. Die unaufdringlichen, erdigen Streicher und der tiefe Männergesang („Lugh’s Assembly“) sind ebenfalls Neuerungen, die den mittlerweile etwas kompakteren Tracks der Stoner-Doomer eindeutig zum Vorteil gereichen.
Dass ALUNAH die Erwartungen auf Grundlage ihres letzten Albums dennoch nicht gänzlich erfüllen, lässt sich gut anhand ihres abschließenden Covers von The Cures „A Forest“ illustrieren. Obwohl sie diesem nach der anfänglichen charakteristischen Melodie durchaus gekonnt ihren Stempel aufdrücken, gelingt es ihnen nicht so recht, den Hörer mit ihrer entschleunigten Variante zu fesseln. Simple, aber ausgeklügelte, packend arrangierte Melodiebögen wie auf „Awakening The Forest“ findet man im Verlauf der Dreiviertelstunde, die „Solennial“ für sich beansprucht, eher selten und die etwas geglättete Produktion klingt nicht so wuchtig und natürlich wie die der Vorgängerplatte, obwohl ALUNAH inzwischen vom Labelriesen Napalm zu Svart Records gewechselt haben.

Während man sich auf „Awakening The Forest“ tatsächlich noch wie in einem schummrigen Wald verlieren konnte, ist es hingegen leider nur allzu leicht, die neue Platte von ALUNAH nüchtern unter die Lupe zu nehmen. Der Anblick, der sich dabei offenbart, ist zum Glück trotzdem ein äußerst gefälliger, denn bei genug Durchläufen bleiben dann doch einige der Melodien hängen und kompetent ausgeführt ist die Musik der Stoner-/Doom-Metaller allemal. Genre-Fans und ALUNAH-Anhänger werden es also gewiss nicht bereuen, ihre Sammlung mit „Solennial“ zu erweitern. Dennoch ist es ein bisschen bedauerlich, dass ihnen ein wenig von ihrem Zauber abhanden gekommen zu sein scheint.

Bewertung: 7 / 10

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