CD-Review: Angband - Saved From The Truth

Besetzung

Ashkan Yazdani - Gesang
Mahyar Dean – Gitarre
Farshad Shokuhfar – Bass
Ramin Rhimi – Schlagzeug

Tracklist

01. Seasons Of My Pain
02. Fight For Life
03. Man Of The New Time
04. Saved From The Truth
05. Angel
06. Persia
07. Kill The Hatred
08. Fearless Dream
09. Bitter Truth


Tatsächlich ist es schon wieder soweit, erneut haben die Iraner ANGBAND unter möglicherweise skurrilen Umständen ein Album eingespielt und bringen es über das deutsche Label Pure Steel unter die Leute. Nachdem das Debüt noch den Exotenbonus ausreizen konnte, wurde es mit dem Nachfolger schon schwieriger, erneut dünner Sound und ein zu bemühtes Songwriting ließen eine Weiterentwicklung nur grob erahnen.

Davon haben die sich Jungs aus Persien aber nicht entmutigen lassen und bringen nun „Saved From The Truth“ an den Start. Und man muss schon sagen, in Teheran hat sich was getan. Das der Band ureigene Soundproblem ließ sich zwar auch diesmal nicht beheben, aber eine Verbesserung zu früheren Werken ist deutlich zu erkennen, zudem hat es Fortschritte im Bereich Songwriting gegeben. Überzeugten früher noch die flotteren Nummern, haben ANGBAND wohl die Ballade für sich entdeckt, die akustische Gitarre kommt jedenfalls häufiger zum Einsatz und erzeugt in „Angel“ oder „Bitter Truth“ echte Wohlfühlmomente, bei denen auch der Gesang mal in tieferen Lagen daherkommt. Sicherlich freut sich der Power Metaller über die reichlich gestreuten hohen Gesangsparts, ich finde allerdings die „männlichere“ Version um einiges gelungener. So überzeugt mich in Sachen „flotterer Song“ das mit eingängigen Leads getrimmte „Fight For Life“, welches sich dadurch etwas von den anderen Liedern ähnlicher Gangart absetzen kann.
Schade finde ich nach wie vor, dass die Songs eine rein westliche Orientierung aufweisen und die Traditionen des nahen Ostens nicht musikalisch einfangen. Dabei hätte man mit „Persia“ diesmal sogar den richtigen Songtitel am Start, aber man verzichtet auf die zunächst einmal fremdartig klingenden arabischen Tonleitern mit wahlweise 17, 19 oder 24 Halbtönen pro Oktave. Nun ja, diesmal hat man ja das Glück, ausreichend ordentlichen Stoff parat zu haben, auch wenn es – und da wiederhole ich mich gerne – schön wäre, einmal nahöstliche Musik von Musikern zu hören, die damit aufgewachsen sind und täglich leben.

ANGBAND haben sich also auf den Weg gemacht, eine wirklich ernsthafte Alternative zum europäischen Metal zu werden, mit „Saved From The Truth“ haben sie meiner Meinung nach den Status als Exot irgendwo unter vielen abgelegt. Ich hoffe nur, dass sie irgendwann einmal das Soundproblem in den Griff bekommen, um ihren Songs endlich den Druck verleihen zu können, die sie für echte Trasher eigentlich brauchen. So sind diesmal die langsameren Lieder die Highlights, auch wenn das eine oder andere zackige Riff aufhorchen lässt. Weitermachen!!

Bewertung: 7.5 / 10

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