Das Cover von "Ascension Of The Fallen" von Arkennstone

Review Arkenstone – Ascension Of The Fallen (EP)

In Australien dauerte der COVID-bedingte Lockdown länger als irgendwo sonst – erst nach knapp 19 Monaten öffnete das Land endlich wieder seine Grenzen. Das war gewiss nicht nur aber sicherlich auch für international aufgestellte Musiker keine leichte Zeit, glich sie doch de facto einem Auftrittsverbot. Zumindest Gitarrist Stu Marshall (u. a. Death Dealer, Night Legion) überbrückte den Leerlauf nicht nur mit seinen bestehenden Bands, sondern hob mit ARKENSTONE gleich noch ein neues Projekt aus der Taufe. Für die Debüt-EP „Ascension Of The Fallen“ scharte der Mann ausschließlich aktuelle und ehemalige Weggefährten um sich, denn mit Drummer Clay T. spielt er auch bei Blasted To Static, Sänger Louie Gorgievski beteiligte sich bereits an Empires Of Eden und Bassist Mike LePond ist sowieso in jeder seiner Bands dabei.

Nun liegt natürlich die Frage nahe, ob unbedingt etwas großartig Neues dabei herauskommen kann, wenn die gleichen Musiker, die schon in etlichen anderen Bands zusammenspielen, noch ein weiteres Projekt angehen. Tatsächlich bietet „Ascension Of The Fallen“ auch eine ziemlich gute Mischung aus so ziemlich allem, was Mr. Marshall bisher so gemacht hat: In vier Songs liefern ARKENSTONE eine gute Viertelstunde lang Heavy bzw. Power Metal nach US-amerikanischem Vorbild, der zu gleichen Teilen von wuchtigen Riffs wie von erhabenen Refrains und Melodiebögen lebt – wie gesagt: Das kennt man auch von den übrigen Bands des federführenden Gitarristen.

ARKENSTONE schlagen also weithin in die gleiche Kerbe wie Death Dealer oder Night Legion, kleinere Unterschiede gibt es aber dennoch. Vor allem tritt die Truppe noch weitaus melodiebetonter als die übrigen Bands ihres Chefs auf: Schon mit dem Titeltrack haben die Herren explizit einen Opener gewählt, der nicht wie bei anderen Stu-Marshall-Bands als Hochgeschwindigkeits-Brecher daherkommt, sondern als erhabene Midtempo-Hymne mit andächtigem Refrain und epischen Doppel-Leads. Ganz ähnlich verhält es sich mit dem folgenden „Tree Of Witches“ und erst im abschließenden „The Arkenstone“ wird mit brachialen, thrashigen US-Metal-Riffs richtig aufs Gas getreten – und selbst hier bildet der pathosschwangere Chorus ein deutliches Gegengewicht.

Pathos ist überhaupt ein gutes Stichwort, denn ARKENSTONE setzen in ihrer Musik weit mehr als z. B. Death Dealer auf eingängige, singbare Arrangements. Dabei gelingt es der Truppe allerdings, das Abrutschen in den Kitsch weitestgehend zu verhindern. Dieser Fokus auf gefälligeres Songwriting macht sich auch im – wie immer beeindruckenden – Gitarrenspiel von Stu Marshall bemerkbar: Während der Mann hier wie in jeder seiner Bands mit technisch anspruchsvoller Leadgitarre überzeugt, fällt seine Phrasierung diesmal doch weit melodiöser und deutlich weniger verfrickelt als anderswo aus – schön, auch diese Seite seines Spiels kennenzulernen.

Wer die in der Einleitung genannten Bands kennt, wird von ARKENSTONE kaum überrascht, denn ihrer Musik trieft das Songwriting von Bandkopf Stu Marshall aus jeder Note. Das ist auch gut so, denn der Mann weiß, wie Metal geht. Auf „Ascension Of The Fallen“ macht er nun das, was er eben am besten kann und schafft es dabei doch, seine gewohnte Formel ein wenig zu verändern. So bekommen auch Fans seiner sonstigen Bands hier – in Nuancen – etwas Neues zu hören. Weil Sänger Louie Gorgievski seit seiner Arbeit mit Empires Of Eden ohnehin sträflich unterrepräsentiert ist und man das Gitarrenspiel von Herrn Marshall sowieso immer hören kann, dürfen ARKENSTONE gerne in Bälde ein volles Album aufnehmen.

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