CD-Review: Asenblut - Berserker

Besetzung

Tetzel - Gesang
Claus - Gitarre
Yuri - Gitarre
Deimos - Bass
Balrogh - Schlagzeug

Tracklist

01. Berserkerzorn
02. Titanenerbe
03. Offenbarung 23
04. Helden des ewigen Sturms
05. Auf den Feldern von Flandern
06. Drachenborn
07. Des Alchemisten Elixier
08. Bittere Wacht
09. Berserkers Ruhmeserinnerungen
10. Schatten über Arkham
11. Horizonte
12. Auf grauen Schwingen
13. Berserker Rage (Bonustrack)


Ja, diese Berserker. Das waren schon richtig toughe Kerle. Wenn die gegen dich in die Schlacht gezogen sind, da war der Ofen aber aus, mein lieber Mann! Die waren sogar so tough, da konntest du mit Schwert und Axt draufkloppen, wie du wolltest, das hat die gar nicht gejuckt und sie haben trotzdem den Boden mit dir aufgewischt. Und genau solch ein knallharter, germanischer Krieger brüllt uns grimmig vom Cover des nunmehr dritten ASENBLUT-Albums entgegen und verleiht ihm seinen Namen. Wohnt der Musik ebenfalls die Kraft inne, die Artwork und Titel versprechen?

Wenn es um die Texte geht, hören die Göttinger ASENBLUT bei den Limitationen des Pagan-Metal-Genres erfreulicherweise nicht auf. Der kräftig losbrechende und direkt zum Headbangen animierende Opener „Berserkerzorn“ beschreibt zwar, was so ein Berserker auf dem Schlachtfeld so alles hat anrichten können, aber die Band nimmt sich auf ihrer dritten Langrille durchaus auch anderer, dem Genre fremden Themen an. Ob man sich dabei nun in „Offenbarung 23“ mit Verschwörungstheorien auseinandersetzt oder (wie es natürlich noch keine Metal-Band zuvor getan hat) in „Schatten über Arkham“ das Schaffen H.P. Lovecrafts aufgreift: Fronter Tetzel bietet die Texte stets gekonnt dar und liefert ein Spektrum, das von tiefen Growls bis hin zu schwarzmetallischen Screams reicht, wobei jede Facette gelungen ist.
Nicht nur aufgrund der textlichen Abwechslung und des lobenswerten Gesangs können ASENBLUT Sympathien für „Berserker“ verbuchen, sondern auch die musikalische Umsetzung stimmt. Das Album bietet einen klaren und kraftvollen Sound, der der Optik und dem Titel gerecht wird und die meist schnell gespielten Riffs lassen genug Platz für prägnante, melodische, aber dennoch aggressive Gitarrenläufe, die sehr zu gefallen wissen. Bei 60 Minuten Spielzeit stellt sich dabei auch mal etwas Leerlauf ein, einen negativ auffallenden Song bietet das Album jedoch nicht und mit Krachern wie „Berserkerzorn“, „Titanenerbe“ oder „Helden des ewigen Sturms“ erweitern ASENBLUT ihr Repertoire um einige Hits, die gewiss auch live zünden werden.

Fans des Pagan-Metal-Genres, die textlich auch gerne mal über den Tellerrand schauen, machen mit „Berserker“ von ASENBLUT alles in allem nichts verkehrt und wer die Band bisher mochte, darf ohnehin bedenkenlos zugreifen. Und jetzt einmal unter uns: Die schier unglaubliche Härte und Furchtlosigkeit der Berserker im Kampf lag möglicherweise weniger an ihrem Mut und Heldentum, wie manch einer gerne glauben würde. Eine nicht bewiesene, aber gängige Theorie besagt, dass vielmehr durch den Verzehr von Pilzen vor dem Gefecht bewusst ein tranceähnlicher Zustand herbeigeführt worden ist. Aber psst…

Bewertung: 8 / 10

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